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Pharmaindustrie in der Kritik

Die Pharmaindustrie steckt mit ihrem öffentlichen Image in vielfältigen Identitäts- und Glaubwürdigkeitsdiskrepanzen. Massive und regelmäßige Angriffe in Presse und Politik zeigen unübersehbar, dass diese Branche gerade in einem angespanntem Gesundheitsmarkt mehr denn je gefährliche Angriffsflächen bietet. Schaut man sich die vorherrschenden öffentlichen Meinungsbilder an, stehen Segensbildern von "Helfern in der Not", "verdienten Forschern" und "Trägern tradierten Nationalstolzes" negativere Bilder von "Nutznießern menschlicher Hilfsbedürftigkeit" und "Krankheitserfindern" diametral entgegen. Solche polaren und scheinbar unversöhnlichen Bilder stecken tief im Bewusstsein und Unterbewusstsein der Bevölkerung. Eine oberflächliche Aufpolierung des Branchenimages hilft als vermittelnde Lösung hier nur wenig. Überzogene Heilsversprechen oder beschönigende "feel good"-Welten erweisen sich als zu einseitig. Ein solches Vorgehen verkennt psychologische Grundprobleme und Ambivalenzen, welche die Image-Probleme der Branchenbeteiligten mitbedingen, anstatt sie konstruktiv aufzugreifen. Durch Abstrahleffekte misslungener Ansätze drohen sich auch potente Bemühungen, wie zum Beispiel im Bereich der Corporate Ethics, in ihrer Wirkung letztlich ins Gegenteil zu verkehren.
 
Durch Untersuchungen bei im Umgang mit Arzneimitteln sehr erfahrenen Zielgruppen zeigt sich eine Reihe fundamentaler Image-Dilemmata, die auf benennbare Ambivalenzen rückgeführt und auf spezifische Risiken und Chancen hin rekonstruiert werden können. Zudem zeigte sich, dass das Image der Pharmaindustrie einen grundlegenden Mangel an angemessener Binnendifferenzierung (zum Beispiel Forschende Pharmaindustrie vs. Generika-Hersteller) aufweist. Insgesamt wurden die Image-Probleme innerhalb des Gesundheitssystems als Ganzem verortet. Die bestehenden Image-Dilemmata der Pharmabranche stellen jedoch keineswegs ein unveränderliches Schicksal dar. Im Gegenteil bestehen für die Pharmabranche positive (nicht-manipulative) Ansatzmöglichkeiten in der Beziehung zu Verbrauchern und der Öffentlichkeit, die ein deutlich aufgeklärteres und partnerschaftlicheres Verhältnis zum Ziel haben können. Diese Möglichkeiten werden allerdings bisher noch wenig genutzt.
Quelle: psychonomics AG ansgar.metz@psychonomics.de

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