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Private Kranken-Zusatzversicherung: Kröte, Sahnehaube oder Alien?

Die jüngste Gesundheitsreform hat in weiten Teilen der Bevölkerung Verunsicherung und Ängste ausgelöst und die Beschäftigung mit dem Thema Gesundheitsvorsorge aufgewühlt. Welche Konsequenzen haben die Einschnitte in die Gesetzliche Krankenversicherung und die weitere Zunahme der Selbstverantwortung auf das gesundheitsbezogene Erleben und Verhalten der Verbraucher? Wie orientieren sich die Versicherten in der neuen Situation? Die folgenden Gruppen lassen sich recht gut differenzieren:
Der "betont pragmatisch und vernünftig Versicherte" hat sich bereits intensiv mit der Notwendigkeit der Gesundheitsreform und persönlichen Konsequenzen auseinandergesetzt. Die Private Kranken-Zusatzversicherung wird als notwendiges Übel wahrgenommen, mit dem man sich in Zukunft arrangieren muss, sie erscheint wie die "Kröte, die geschluckt werden muss". Es werden bereits aktiv entsprechende Vorbereitungen zur Bewältigung im persönlichen Zusammenhang getroffen.
 
Eine weitere Gruppe von Versicherten sieht sich im Gegensatz zur erstgenannten nicht durch äußere Notwendigkeiten in Richtung einer ZPKV gedrängt, sondern nimmt diese als Chance für eine zukünftig bessere Absicherung wahr. Man freut sich über die Möglichkeiten, die gesetzlichen Versorgungsleistungen komfortabel aufstocken zu können - ohne einen gänzlichen Wechsel zu einer Privaten Krankenversicherung vornehmen zu müssen. Zu finden sind hier aufstrebende Karrieretypen oder Rentner, die sich weniger Sorgen um ihre Finanzen machen (müssen) und ihrer gesetzlichen Krankenkasse in erster Linie aufgrund persönlicher Verbundenheit treu bleiben. Am liebsten wäre ihnen, auch die Zusatzversorgung bei ihrer "Haus-Kasse" abschließen zu können.
 
Die Probanden der skeptisch und defensiv eingestellten Gruppe lehnen den Abschluss einer Privaten Zusatzversicherung teils kategorisch ab. Sie kritisieren, dass die medizinische Grundversorgung heute nicht mehr ausreicht und halten vorerst am (Wunsch-) Prinzip einer optimalen Rundumversorgung fest. Ablehnungsgrund ist hier unter anderem die Angst, sich mit möglichen eigenen Absicherungslücken beschäftigen zu müssen. Insbesondere Personen, die sich in Gesundheitsfragen sehr unsicher sind, scheuen die Konfrontation mit der eigenen Versorgungslage und versuchen Erschütterungen des Vertrauens in ihre Krankenkasse zu vermeiden. Andere sehen die Kosten einer privaten Absicherung schlichtweg als zu hoch an. So lange keine unmittelbare Notwendigkeit erkannt wird, will man hier verzichten. Gleichzeitig ist aber auch dieser Gruppe auf allgemeiner Ebene bewusst, dass sich das Rad der Reformen sich nicht mehr zurückdrehen lässt. Für die Zukunft wird der Abschluss einer Privaten Kranken-Zusatzversicherung von Jüngeren daher auch nicht vollkommen ausgeschlossen. Sie erscheint in dieser Gruppe insgesamt aber derzeit wie ein zu isolierender Fremdkörper.
 
Vereinzelt Zusatzversicherungen bereits abgeschlossen haben zum einen besonders ängstliche Personen, denen es offenbar nicht gelingt, ihre Befürchtungen vor größeren Krankheiten oder Unfällen beiseite zu schieben. Sie zeigen sich stark um die eigene Gesundheit und die ihrer Familie besorgt und ziehen sämtliche Eventualitäten in Betracht. Zum anderen sind es aber auch konkrete negative Erfahrungen mit Versorgungslücken der gesetzlichen Krankenversicherung, die zum Abschluss geführt haben. Wer einmal die Erfahrung gemacht hat, mit größeren Beträgen zur Kasse gebeten zu werden, möchte dieses Risiko ganz offensichtlich zukünftig um jeden Preis vermeiden.
Quelle: psychonomics AG; ansgar.metz@psychonomics.de

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