ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


Rückkehr zur Bürgerlichkeit?

Man spricht jetzt verschiedentlich von einer Rückkehr zur Bürgerlichkeit, aber der Sinn dieses Begriffs ist schwer zu fassen. Schließlich unterlag das Bürgertum im Laufe der Geschichte den verschiedensten Deutungen. In negativer Auslegung wurde eine bürgerliche Denkweise gern mit Spießertum und geistiger Unbeweglichkeit in Verbindung gebracht; die Marxisten machten "Bourgeoisie" zum Inbegriff der Ausbeutung, Lenin spottete über bürgerliche Feigheit; die Hippie-Kultur der 70er Jahre bekämpfte das Bürgertum wegen seines Festhaltens an althergebrachten Wertvorstellungen. Für andere ist die Bürgerlichkeit hingegen das Kennzeichen von Anständigkeit, Redlichkeit, Verläßlichkeit, Ordnung und somit ein Schlüsselwort für positive menschliche Tugenden. Es gibt aber noch eine weitere Polarität, nämlich zum einen die in der französischen Revolution wurzelnde Verkettung von Bürgerlichkeit mit Gleichheit und auf der anderen Seite die marktwirtschaftliche Interpretation, in der das Bürgertum ein Element der Unabhängigkeit vom Staat, der Selbständigkeit und letztlich auch der Ungleichheit darstellt.
 
Welchen Stellenwert besitzt nun der Begriff "bürgerliche Gesinnung" unabhängig davon, wie er im einzelnen verstanden wird, in der Bevölkerung ganz allgemein? Imas richtete an 1000 Österreicher die Frage: "Wenn von jemand gesagt wird, er hat eine bürgerliche Gesinnung: Spricht das in Ihren Augen eher für ihn oder eher gegen ihn?" Das Ergebnis ist von geradezu verblüffender Klarheit: Rund sechs von zehn der Erwachsenen (59 Prozent) erblicken in bürgerlicher Gesinnung ein positives Persönlichkeitsmerkmal, lediglich einer von zehn empfindet es als einen Makel. Auf überdurchschnittlichen Widerstand stößt die Bürgerlichkeit am ehesten (mit 18 Prozent) bei Maturanten und Akademikern sowie (mit 17 Prozent) bei Personen unter dem 30. Lebensjahr. Dennoch kann von tiefgreifenden Widersprüchen dieser Gruppen zu den jeweils anderen Bevölkerungssegmenten keine Rede sein. Sowohl in der jungen Generation, als auch bei den Angehörigen der höchsten Bildungsschicht wird eine bürgerliche Gesinnung letztlich von massiven Mehrheiten als Vorzug eingestuft. Dies gilt im Grunde auch für die Denkmuster der diversen Parteianhängerschaften. Vergleichsweise am geringsten ist die Akzeptanz der Bürgerlichkeit mit einer Pro/Contra-Quote von 43:20 Prozent bei den GRÜNEN. Erheblich deutlicher überwiegt die Sympathie für eine bürgerliche Gesinnung (mit 55:18 Prozent) dagegen bei der SPÖ, am aller stärksten ist sie mit 76:2 Prozent bei den Wählern der ÖVP zu finden.
Quelle: Imas; www.imas.at

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email