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Schlagabtausch um Volkes Stimme

Forsa-Chef Manfred Güllner und der Medienjournalist Stefan Niggemeier liefern sich einen kleinen Schlagabtausch über die Medien. Es geht um die Frage: Wer weiß besser über die Meinung des Volkes Bescheid? Das Netz oder die Meinungsforscher?

Fotos: Forsa / Epizentrum, Wikimedia 

 Fotos: Forsa / Epizentrum, Wikimedia

Wie sehr die Meinungsäußerungen von Bürgern in Foren und auf sozialen Plattformen die tatsächliche Meinung des Volkes wiedergeben, ist der Gegenstand eines Schlagabtauschs zwischen dem Geschäftsführer der Meinungsforschungsinstitutes Forsa, Manfred Güllner, und dem Journalisten (unter anderem Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Süddeutsche Zeitung, Der Spiegel, Die Zeit) und Blogger der ersten Stunde (BILDblog.de) Stefan Niggemeier.

Niggemeier berichtet in seinem Blog im Internet über einen Artikel, den der Kölner Stadt-Anzeiger und die Frankfurter Neue Presse in Print – und nur in Print – veröffentlicht haben. Güllner beklagt unter der Überschrift „Das vergessene Volk“ dort etwa: „Die angeblich den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkenden ‚Communities‘ bestehen überwiegend aus Vertretern von Partikular-Interessen – die ja durchaus legitim sein mögen –, meist aber aus Extremisten jedweder Couleur, Querulanten, in der Gesellschaft zu kurz Gekommenen…“

Güllners Befürchtung ist: „Wer in erster Linie auf das ‚Netz‘ hört, verliert (…) schnell das Gespür dafür, was das Volk insgesamt wirklich umtreibt, bewegt, besorgt oder beunruhigt. Damit aber verärgert man die große Mehrheit des Volkes nachhaltig.“

Niggemeier, der lange Jahre die Demokratisierung durch das Netz verfochten hat, sieht darin einen Affront nicht nur gegen sich, sondern auch alle, die sich – wie qualifiziert auch immer – im Netz äußern. Er schreibt: „Nach Güllners Worten finden sich im Netz 'durchweg nur von der Mehrheit völlig abweichende Positionen‘. Die Mehrheitsmeinung, die Ansichten des Mainstreams, sie sind für ihn hier nicht nur unterrepräsentiert. Sie sind nicht vorhanden.“

Niggemeiers Interpretation für diese in dem Essay geäußerte Sorge Güllners: „Die Demütigung, die er mit dem Verlust der Deutungshoheit erfährt, scheint für Manfred Güllner unerträglich zu sein.“ Mit anderen Worten er glaubt, Güllner habe lediglich Angst um sein Geschäftsmodell. Meinungsforschung könne nicht mehr gefragt sein, wenn alle ihre Meinung im Netz äußern.

Zu dem Blogeintrag gibt es über 100 Kommentare. Manche bedauern, dass es keine Empirie gäbe, um die Meinung Güllners zu stützen. Alex erinnert sich an die Oma und deren Freundinnen, die zwar kein Internet haben aber dennoch eine Meinung. Ein gewisser „Ste“ hat daraufhin die Idee: „@Alex:Dann sollte Güller also rasch darauf gründend, die Geschäftsidee entwickeln, und Forsa umbennen in ForSeniors.“

Ein gewisser „Stefan“ weist daraufhin, dass das Netz auch für qualitative Befragungen in Frage komme: „Man erfährt nicht immer Repräsentatives, aber das muss ja auch nicht immer das Ziel sein. Güllner ist für Zusammenhänge oder Nicht-Zusammenhänge blind, weil er mit Scheuklappen nur seine Methode sieht und andere Möglichkeiten nicht zulässt.“

Spannend wird sein, ob es eine Fortsetzung des Schlagabtausches gibt. (hed)

Falls Sie liebe Leser ebenfalls eine Meinung zu diesem Thema haben, können Sie mir gerne schreiben.

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