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Schulsystem in Österreich: Ideal und Wirklichkeit

Durch die momentan intensive Expertendiskussion über das Bildungswesen in Österreich stellt sich die Frage, wie die Bevölkerung selbst das Problem sieht. Ein ideales Schulsystem muß nach Ansicht der Österreicher eine breite Vielfalt von positiven Merkmalen aufweisen Den allergrößten Wert legen die Bürger darauf, daß die Lehrer auf die Stärken und Schwächen der Kinder eingehen, daß die Schüler zur Selbständigkeit erzogen werden, daß alle Kinder die gleichen Bildungschancen haben, daß auf eine besonders gute Ausbildung und Eignung der Lehrer geachtet wird, daß die Pädagogen sich ständig weiterbilden und daß die Kinder lernen, in Teams zu arbeiten. Kaum geringer sind die Erwartungen, daß die Kinder in der Schule auf die Arbeitswelt vorbereitet werden, daß es keine überfüllten Klassen gibt und daß alle Kinder die deutsche Sprache beherrschen. Als sehr wichtig erachtet die Bevölkerung überdies die individuelle Förderung begabter Kinder, die Anpassung des Unterrichts an die neuesten Erkenntnisse, die Sicherstellung von Ordnung und Disziplin in den Schulen und nicht zuletzt ein breites Angebotsspektrum von Ausbildungsmöglichkeiten.
 
Etwas weniger dringlich erscheinen den Österreichern die begleitenden schulischen Maßnahmen (wie z.B. Projektwochen, Schulsportveranstaltungen, Landschulwochen etc.), außerdem die Tagesbetreuung der Schüler auf freiwilliger Basis. Noch etwas schwächer notieren im Erwartungsschema eines guten Schulsystems die Mitgestaltungsmöglichkeiten der Eltern, aber auch die Mitbestimmung der Schulen selbst (bei der Lehrplanerstellung). In diesem Zusammenhang fällt auf, daß sich nur relativ wenige Erwachsene für eine freie Hand der Schulen bei der Umsetzung des Lehrplans und der Bestimmung von thematischen Schwerpunkten erwärmen können. Eine eher marginale Bedeutung hat für die Bevölkerung außerdem die 5-Tageswoche für 6-14jährige Kinder. Am wenigsten gefordert wird, daß auch die Länder und Gemeinden bei der Gestaltung ihrer Schulen mitreden können und daß die Schüler ihre Kurse selbst auswählen können.
 
In welchen der als vorrangig empfundenen Merkmale hat sich nun die Situation innerhalb der vergangenen Dekade verändert? "Stark verbessert" hat sich nach Ansicht der Österreicher am ehesten, daß für die Ausbildung eine Vielzahl von Möglichkeiten (verschiedene Formen von Gymnasien, berufsbildenden Schulen, Tourismusschulen etc.) vorhanden ist, ferner, daß es begleitende Maßnahmen wie Projektwochen gibt und daß die Kinder lernen, in Teams zu arbeiten. "Ein wenig verbessert" hat sich die Situation insbesondere hinsichtlich des Eingehens der Lehrer auf die Stärken und Schwächen der Kinder, der Erziehung zur Selbständigkeit, der Bereitschaft der Lehrer zur Weiterbildung, der Anpassung des Unterrichts an neue Erkenntnisse, der Vorbereitung der Kinder auf die Arbeitswelt. "Gar nicht verbessert" haben sich die Dinge am ehesten in puncto der Erwartung, daß in einer Klasse alle Kinder die deutsche Sprache beherrschen. Als wenig verwirklicht gelten überdies die Forderungen nach weniger überfüllten Klassen sowie nach der Sicherstellung von Ordnung und Disziplin in den Schulen.
Quelle: Imas International; office@imas.at

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