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Spanier pflegen die Haut, Griechen ihre Haare

In Finnland isst man anders als in Italien, in Frankreich trinkt man anders als in Polen, und auch in Sachen Körperpflege hegen und pflegen die Europäer ihre recht unterschiedlichen Gewohnheiten.  
Europa ist ein großes „Land”, es reicht vom Nordpolarmeer (Finnland, Schweden) bis Nordafrika (Malta) und von den Azoren im Atlantik (Portugal) bis fast zum Schwarzen Meer. Und obwohl die Politiker oft klagen, dass es mit der Einigung nicht so recht vorangeht, ist die europäische Politik schon entschieden homogener als die Lebensgewohnheiten der doch sehr unterschiedlichen europäischen Völker und Volksstämme.
 
Insgesamt 17,7 Mrd. Euro haben die Verbraucher der sieben untersuchten Länder Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Niederland und Griechenland 2005 für Körperpflege-Produkte ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 148 Mio. Euro bzw. einem Umsatzplus von knapp einem Prozent. Den größten Markt für Körperpflege hat Großbritannien, gefolgt von Deutschland. Beide Länder erzielten 2005 einen Umsatzwachstum von jeweils knapp einem Prozent. Spanien brachte es mit einer Steigerung von zehn Prozent auf das „sauberste“ Wachstum, während in Frankreich, Italien und in den Niederlanden 2005 weniger Geld für Körperpflege ausgegeben wurde als 2004. Gemeinsam ist allen diesen Ländern, dass die Preise für Körperpflege-Produkte im Vergleich zu 2004 gefallen sind, und zwar im Durchschnitt um 1,1 Prozent.
 
Die Körperpflege hat in Nord- und Mitteleuropa traditionell einen höheren Stellenwert als in Südeuropa. Bildet man eine Skala der Länder nach den Pro-Kopf-Ausgaben für Körperpflege, dann liegt Großbritannien mit 81 Euro pro Kopf deutlich vorn. Die Niederlande und Deutschland folgen mit 67 bzw. knapp 52 Euro. Frankreich belegt mit 50 Euro pro Kopf und Jahr den Mittelplatz; es folgt Spanien mit einem Pro-Kopf-Umsatz von 43 Euro. Italien und Griechenland bilden in dieser Beziehung das Schlusslicht. Allerdings sind die Preise für vergleichbare Körperpflegeartikel in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich, und dies hat natürlich teils deutliche Auswirkungen auf Umsatz und Verwendung.
 
Die größte Kategorie im europäischen Körperpflege-Markt ist die Haarpflege mit einem Umsatzanteil von 28,6 Prozent bzw. 5,1 Mrd. Euro. In Griechenland wird besonders viel Wert auf die Pflege der Haarpracht gelegt: Hier werden über 40 Prozent des gesamten Körperpflege-Umsatzes mit Haarpflegeprodukten wie Shampoos, Spülungen und Styling-Artikel erzielt. In Deutschland entfällt mit lediglich 25 Prozent der im Vergleich geringste Anteil des Körperpflege-Budgets auf die Haarpflege.
 
Die Hautpflege ist das zweitgrößte Körperpflege-Segment mit einem Umsatzvolumen von 4,3 Mrd. Euro in den sieben Ländern und gleichzeitig das sich am dynamischsten entwickelnde Segment (+4,8% im Jahresvergleich 2005 zu 2004). Deutsche, Spanier und Niederländer gehen besonders pfleglich mit der Haut um: In den drei Ländern werden jeweils knapp unter oder knapp über 30 Prozent der Körperpflege-Umsätze mit Gesichtspflege sowie Körperlotion & Co. erzielt. In Frankreich und Italien entfallen dagegen nur gut 20 Prozent der Körperpflegeumsätze auf die Skin Care. Die Griechen geben für die Gesichtspflege nicht mal ein Drittel dessen aus, was sie für ihre Haare aufbringen.
 
Personal Wash, also Duschbäder, Badezusätze und Seifen, ist das drittgrößte Segment im internationalen Umsatzranking für Körperpflege. Dieser Bereich ging 2005 um 1,3 Prozent zurück, vor allem wegen des deutlichen Preisverfalls von drei Prozent. Auch hier zeigen sich Unterschiede in den Konsumgewohnheiten: Geben Italiener und Griechen mehr als 20 Prozent ihrer Körperpflege-Spendings für Duschbäder & Co. aus, so kommen Spanier und Niederländer nur auf 14 bzw. 15 Prozent. Auch wenn man zu Personal Wash das kleine Segment, die Deodorants hinzu addiert, bleibt es dabei, dass Spanier und Niederländer prozentual weniger für diese „körpernahen“ Produkte ausgeben als die restlichen Länder. Spitzenreiter bei den (prozentualen) Ausgaben für Deodorants sind die Briten, gefolgt von Franzosen.
 
Mundpflege-Produkte, also Zahncremes und Zahnbürsten, sind mit einem Umsatzvolumen von rund 2,9 Mrd. Euro ein eher kleines Segment, das sich jedoch mit 1,2 Prozent Wachstum durchaus positiv entwickelt. Insbesondere in Deutschland verlief das Jahr 2005 für diese Warengruppe sehr erfolgreich: Der Umsatz für Mundpflege-Artikel nahm um 2,3 Prozent zu. Die Ursache für diese Steigerung ist die verstärkte Nachfrage nach innovativen und höherpreisigen Produkten.
 

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