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Stromkunden wachen auf

Nach der Liberalisierung des deutschen Strommarkts vor zehn Jahren sah es lange Zeit so aus, als würden sich die Bundesbürger kaum für ihre neue Freiheiten und Spielräume als Stromkunden interessieren - nur wenige wechselten seither ihren Anbieter. Dies scheint sich jetzt deutlich zu ändern, neue Bewegung kommt in den Markt. Demnach können sich mittlerweile mehr als die Hälfte (56%) der privaten Haushalte in Deutschland grundsätzlich vorstellen, zu einem anderen Stromanbieter zu wechseln, 11 Prozent haben aktuell bereits ganz konkrete Wechselabsichten. An ihren bisherigen Versorger fest gebunden fühlt sich demgegenüber nur noch ein Drittel der privaten Stromkunden (33%).
 
Aber nicht nur die Kundenbindung der privaten Stromverbraucher, auch deren Kundenzufriedenheit ist im Vergleich zu anderen Branchen nur mäßig ausgeprägt: Lediglich ein Viertel (25%) beurteilt ihren derzeitigen Stromanbieter als "ausgezeichnet" oder "sehr gut". Diejenigen Kunden, die kürzlich ihren Anbieter gewechselt haben, sind hingegen zu 42 Prozent voll von ihrem neuen Stromlieferanten überzeugt.
 
Als zentrale Gründe für einen möglichen Anbieterwechsel führen die Bundesbürger (neben einem Umzug) zu 76 Prozent Preisargumente an, mit deutlichem Abstand gefolgt von schlechten Serviceerfahrungen (15%), dem Wunsch nach einem umweltfreundlicheren Energiemix des Lieferanten (12%) und der fehlenden Sympathie für den bisherigen Anbieter (12%). Die großen Verbundunternehmen E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall weisen insgesamt einen deutlich höheren Anteil an wechselaffinen Kunden auf als beispielsweise die Stadtwerke oder junge, derzeit oft schnell wachsende Anbieter wie E wie Einfach, Lichtblick, TelDaFax, Yello oder auch der niederländische Anbieter Nuon.
 
Die monetäre Schwelle, ab der ein Stromanbieter-Wechsel für die Bundesbürger besonders attraktiv wird, liegt - unabhängig von der Haushaltsgröße - durchschnittlich bei rund 100 Euro Einsparmöglichkeit im Jahr. Für einen nennenswerten Teil der Kunden stellen aber auch bereits niedrigere Einsparbeträge ab 50 Euro einen bedeutsamen Wechselanreiz dar. Gleichzeitig wäre der Bezug ausschließlich aus regenerativen Energiequellen produzierten Stroms Otto Normalverbraucher einen Aufpreis von drei bis vier Euro im Monat wert.
 
Die jüngsten deutlichen Strompreiserhöhungen mit der Aussicht auf zukünftig drastisch weiter steigende Energiekosten, aber auch das gestiegene Umweltbewusstsein und die hohe Medienpräsenz des Themas bringen neue Impulse für mehr Wettbewerb in den teils immer noch verschlafen wirkenden Strommarkt, so schätzen die Forscher von Nordlight Research.
 
Als zusätzlicher Anreiz zum Wechsel des Anbieters ist bei den Kunden ein Wechselbonus derzeit beliebter als Preisgarantien, in der Regel sehr wenig beliebt sind hingegen lange Mindestvertragslaufzeiten.
 
Eine differenzierte Betrachtung der deutschen Stromverbraucher zeigt, dass diese mittlerweile sehr unterschiedlich "ticken" und der Strom längst nicht mehr einfach nur aus der Steckdose kommt. In der Bevölkerung lassen sich demnach fünf verschiedene Typen von Stromkunden abgrenzen, die sich durch unterschiedliche Einstellungen und Präferenzen in punkto Qualität, Preis und Anbieter des Produkts Strom auszeichnen.
 
So zeigen die "Pragmatiker" mit einem Bevölkerungsanteil von 39 Prozent nur wenig emotionales Interesse am Produkt Strom und entscheiden nach nutzenorientierten bzw. funktionalen Kriterien. "Markenbewusste" (22%) legen hingegen großen Wert darauf, von namhaften Unternehmen mit Strom beliefert zu werden und haben ebenso wie die Pragmatiker starkes Interesse an Mehrwertleistungen der Anbieter (wie z.B. telefonische Energieberatung oder stromnahe Zusatzprodukte). Der "Unabhängige" (19%) kennt sich besonders gut zum Thema Strom und Stromtarife aus und ist zudem überdurchschnittlich umweltbewusst, so dass er in besonderem Maße "Grüner Energie" zuneigt. "Discount-Shopper" (11%) sind hingegen strikt preisorientiert und besonders wechselaffin, während der "Scheue" (9%) sich durch die zunehmenden Wahlmöglichkeiten im Strommarkt überfordert fühlt und zudem häufig formale oder technische Probleme bei einem Anbieterwechsel befürchtet.
 
Diese und weitere Ergebnisse zum Thema Stromkunden, zeigt die Studie "Private Stromkunden in Deutschland 2008" des Marktforschungsinstituts Nordlight Research GmbH. 2.000 Bundesbürger ab 18 Jahren wurden im Rahmen dieser Studie repräsentativ zu ihrem Verhalten und ihren Einstellungen als Stromkunden sowie zu ihren Produkt- und Anbieterpräferenzen befragt.
 
Quelle: Nordlight Research; www.nordlight-research.com

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