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Terror in Amerika

Am 13. September 2001, zwei Tage nach dem Terroranschlag in den USA, führte das Institut für Demoskopie Allensbach 605 Telefoninterviews mit einem repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt durch. Das Ziel war, unter dem frischen Eindruck der Ereignisse, wie sie vom deutschen Fernsehen und Radio in wahren Marathonsendungen und in den deutschen Zeitungen, insbesondere den vornehmlich am Kiosk verkauften Zeitungen dargestellt wurden, die Gefühle, Erwartungen, Annahmen, Urteile der deutschen Bevölkerung festzuhalten.
 
100 Prozent derjenigen, die den Allensbacher Telefonanruf beantworteten, hatten von den Terrorangriffen in New York und Washington D.C. gehört. 100 Prozent – so ein Ergebnis hat das Institut noch nie verzeichnet.
 
„Es wird nie mehr so sein wie vorher“ hörte man oft in diesen Tagen. Die deutsche Bevölkerung erlebte das Zusammenstürzen der beiden 100 Meter hohen Türme des World Trade Center durch Selbstmordpiloten in großer Mehrheit als Zeitenwende. Nur jeder vierte Deutsche konnte sich vorstellen, nach einigen Monaten werde das Leben wieder weitergehen wie zuvor. Ein großer Teil der Bevölkerung empfand die Geschehnisse als den Zusammenprall verschiedener Zivilisationen.
 
65 Prozent erwarten, dass Europa in den Konflikt zwischen Amerika und der arabischen Welt hineingezogen wird., eine Minderheit von nur 23 Prozent glaubt das nicht. Die große Mehrheit – 57 Prozent der Deutschen – steht hinter der NATO-Entscheidung, dass der Angriff auf die USA als Angriff auf die NATO-Mitgliedstaaten betrachtet wird, also auch einen Angriff auf Deutschland.
 
Aber die Bevölkerung ist erstaunlich sicher in ihrem Urteil, zu 33 Prozent erwartet gezielte Luftschläge gegen einzelne Länder und zu 45 Prozent gezielte Anschläge auf einzelne Terroristen oder Terroristengruppen. Mit einem Krieg mit Bodentruppen rechneten nur 7 Prozent. 16 Prozent erklärten, sie wüssten es nicht.
 
Zwei Drittel (66 Prozent) der deutschen Bevölkerung hat Vertrauen dazu, wie die Bunderregierung mit dieser Lage umgeht. Wesentlich zurückhaltender denkt man über Präsident Bush: 35 Prozent haben Vertrauen dazu, wie der amerikanische Präsident mit dieser Lage umgeht, 47 Prozent meinen „eher nicht“.
 
Die große Parole dieser Tage, von SPD-Fraktionschef Peter Struck formuliert, lautet: „Jetzt sind wir alle Amerikaner!“ – „Gut gesagt“ findet fast die Hälfte der Bevölkerung (457 Prozent), 42 Prozent distanzieren sich. Angst spüren 60 Prozent der Deutschen.
Quelle: Institut für Demoskopie Allensbach, presse@ifd-allensbach.de

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