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Editor's Pick


Tipps für die ideale Talkshow

Quelle: Universität Koblenz-Landau / Frank-Loeb-Institut 

 Quelle: Universität Koblenz-Landau / Frank-Loeb-Institut

In Talkshows wechselt sich in regelmäßigen Abständen eine überschaubare Zahl von Gästen ab, der Faktor „Gesichtsbekanntheit“ und „kalkulierte Positions-Rolle“ hat eine zentrale Bedeutung bei der Besetzung und Auswahl der Gäste. Die Themen und Inhalte der Sendungen sind allzu oft reaktiv, reflektieren erwartbare Gedanken, die in das bewährte Muster „Kasperle“ und das „Krokodil“ passen; interessante, argumentativ gestützte Wortduelle und überraschende Sichtweisen haben Seltenheitswert. Print- und Onlinemedien lassen in ihren Dauer-Rezensionen meist – unabhängig von Konzept, Besetzung und Moderationsleistung – kein gutes Haar an den Talkshows. Die Kritiken gleichen häufig derben Verrissen. Damit wiederholen sie im Stil die wenig differenzierten Methoden, die sie selbst an den Talkshows kritisieren.
 
Die „ideale“ Talkshow würde einen Beitrag zur politischen Willensbildung leisten, wenn sie eigene Erkenntnisse der Zuschauer durch die Präsentation vielfältiger Argumente zu den Sachthemen ermöglicht und fördert. Der Zuschauer soll nicht nur durch die emotionale Bestätigung seines bisherigen Standpunktes bei Laune gehalten werden. Wenn Themen journalistisch sauber aufbereitet werden, kommen neue Blickwinkel in eine Diskussion. Recherchierte Fragen und klare Schwerpunkte bieten die Chance für überraschende Sichtweisen. Die Themen einer Talkshow müssten nicht zwangsläufig die lautesten auf der politischen Agenda sein, um Beachtung zu finden. Die Redaktionen der Talkshows müssten mutiger werden, eigene Themen-Akzente setzen und unverbrauchte Köpfe präsentieren und so über den Tellerrand des mainstreams der Politik-Berichterstattung hinausblicken. Dabei gelte laut Analyse: Information und Unterhaltung schließen sich nicht aus, beide Pole können sich ergänzen.
 
Folgende Sendungstypen analysiert:
  • „Marktführer – ‚More of the same‘ oder belebt Konkurrenz das Geschäft?“: Günther Jauch, Anne Will, Hart aber fair und Maybrit Illner.
  • „Konkurrenten (I.) – Imitation oder Innovation?“ Münchner Runde, Fakt ist, Phoenix-Runde, Presseclub, Bei Brender!
  • „Konkurrenten (II) – Weniger (Gäste) gleich mehr (Erkenntnis)?“: Unter den Linden, Das Duell, Studio Friedmann, Forum Manager
  • „Entertainer – Zwischen Politainment und Small Talk“: Markus Lanz, Kölner Treff, Eins gegen Eins
  • „Hybride – Talk-Nonsens oder tieferer Sinn?“ Roche & Böhmermann, Stuckrad Late Night
  • „Klassiker - oder war früher alles besser?“ Roger Willemsen, Talk im Turm, Sabine Christiansen

Studierende der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, haben sich im Sommersemester 2012 intensiv mit dem Genre der Talkshow unter dem Blickwinkel der Politikvermittlung beschäftigt. Entstanden ist die Dokumentation „Talk-Republik“ mit genauen Beobachtungen und detaillierten Analysen von 22 sehr unterschiedlichen Talk-Formaten.
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