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Editor's Pick


Trends 2009

Was kommt, was geht 2009: wichtige Trends aus allen Lebensbereichen zum Jahresauftakt.
 
Healthstyle: Gesundheit, Schönheit und anhaltende Jugend werden die zentralen Werte in unserer alternden Leistungsgesellschaft. Der eigene Körper wird zum Kapital: An Gesundheit knüpft sich Erfolg im Privat- wie im Arbeitsleben. Prävention und Selbstdesign erhöhen die persönlichen Chancen. Der Gesundheitsmarkt trennt sich vom Krankheitsmarkt. Lifestyle, Schönheit und Gesundheit verschmelzen zu einem wachsenden Well-Being-Markt. Wer kann, investiert wie selbstverständlich in seine Gesundheit, Schönheit, Fitness, Jugendlichkeit. Aus der Wohlstandsgesellschaft wird eine Wohlfühlgesellschaft.
 
Kidults: Erwachsensein nach bisherigen Vorstellungen besitzt keine Attraktivität mehr. Stattdessen kultivieren Erwachsene das Kind in sich oder verfallen in Teenager-Marotten. Sei es zügelloses Bed-Jumping, Kindertage-Kickball oder Verrenkungen vor der Wii-Playstation: Es gilt, das Glück der Kindertage nachzuholen und zu beweisen, dass man spontan, aufgeschlossen und unkonventionell ist. Wohin sollten sich Mittdreißiger auch flüchten, wenn über 60-Jährige ihr Junggebliebensein demonstrieren und Verbindlichkeiten immer seltener werden: Frauen heiraten durchschnittlich mit 33, Beziehungen fallen flexiblen Arbeitsbedingungen zum Opfer, Kinder werden später gezeugt, und 50 Prozent der 21- bis 25-Jährigen leben in Deutschland noch bei ihren Eltern. Was früher abwertend als kindisch bezeichnet wurde, ist heute ein Gesellschaftsphänomen von beträchtlichem Ausmaß.
 
Prokrastination: Die multioptionale Gesellschaft leidet unter Entscheidungsdruck. Von der Generation Praktikum bis zum Kurzzeitmanager liegt im Aufschieben von Entscheidungen die Taktik: immer bereit, auf Unvorhergesehenes zu reagieren, hoffend, dass nötige Informationen noch eintreffen, die die Lage wieder anders beleuchten, oder sich das Problem durch neue Umstände von selbst aus der Welt schafft. Die Verschiebetaktik suggeriert, alle Optionen für die Zukunft aufrechtzuerhalten. Die Komplexität der Entscheidungsfindung steigt. In Zeiten wirtschaftlicher Ungewissheit kann die Maßnahme richtig, aber der Zeitpunkt falsch sein. Oder es fehlt angesichts der nicht endenden Informationsflut und Erwägbarkeiten der Punkt, ein Fazit zu ziehen. Beim Konsumentenverhalten äußert sich Prokrastination durch Aufschubverhalten von Kaufentscheidungen: Durch Nicht-Konsum im Jetzt soll ein Konsum in der Zukunft ermöglicht werden, Passivität und Abwarten ersetzen selbstbestimmtes Handeln, man läuft Gefahr, statt zu agieren nur noch zu reagieren. In der Gesamtheit verstärkt diese Aufschiebetaktik jedoch die allgemeine Ungewissheit. Einziges Mittel gegen die Verschiebetaktik: Vertrauen, die richtige Wahl getroffen zu haben.
 
Female Shift: Unsere Gesellschaft wird weiblicher. Frauen sind selbstbewusster und unabhängiger als je zuvor, was in direkter Konsequenz auch veränderte Ansprüche an Partnerschaften mit sich bringt. Frauen treffen 80 Prozent der Kaufentscheidungen und werden künftig auch in der Berufswelt wesentlich stärker auf Mitspracherecht drängen. Der Fachkräftemangel, leere Staatskassen und das neue Scheidungsrecht werden wesentlich mehr Frauen in die Berufstätigkeit treiben. Das trifft sich gut, denn in der Netzwerkökonomie sind weibliche Qualitäten ohnehin gefragt. Das lässt beide Geschlechter ihre jeweiligen Positionen neu ausloten und eröffnet Frauen wie Männern neue Perspektiven und eine noch individuellere Lebensführung.
 
Lebensunternehmer: Mit dem Flexibilisierungsdruck des Arbeitsmarktes ist der Einzelne gefordert, sein Arbeits-und Freizeitleben abzuwägen und zu gestalten: Eigenzeitkonzepte ergänzen und ersetzen statische Nine-to-five-Arbeitsstrukturen. 30 Prozent der Angestellten erhalten bereits ein variables, leistungsbezogenes Gehalt. Befristete Verträge, Projektarbeit, Zeitarbeit und Freiberuflichkeit werden zum Regelfall. Schwindende Sicherheiten in Partnerschaft und Beruf lassen den Einzelnen stärker auf sich selbst gestellt sein und erzeugen eine hohe Belastung. Der fehlende Beistand und der Verlust von Sicherheit werden von einem Boom an Ratgeberliteratur, Coaching und Persönlichkeitsberatern begleitet. Die persönliche Performance wird zum Qualifikationskriterium für den beruflichen und sozialen Status.
 
Identitätsmanagement: Früher formten uns Arbeit, Familie und Religion. Identität war statisch. Heute fehlt uns Tradition. Wir definieren Identität dynamisch. In Zeiten des Web 2.0 wird Identität zur Management-Aufgabe. Die Frage "Wer bin ich?" wird ersetzt durch "Wer will ich sein?". Je mehr wir uns vernetzen, je größer die Auswahl, desto weniger wird das alleinige Buhlen um Aufmerksamkeit (lauter, bunter, andersartiger) Eindruck machen. Die gegenseitige Anerkennung und das Eingehen auf die individuelle Identität jeder Person werden sich als Maßstab für den sozialen Austausch etablieren. Identität lässt sich nicht verordnen, sie ist ein sozialer Prozess. Je nach Publikum spielen wir unterschiedliche Rollen. Erfolgreiche Rollen optimieren wir und akzeptieren sie als Teil von uns. Zukünftig zählt Anerkennung. Wir sind soziale Wesen. Wir wollen gemocht, respektiert und geschätzt werden. Der Applaus unserer Wahlverwandtschaften sichert unseren Status.
 
Diese Trends wurden identifiziert vom Trendbüro, Hamburg.
Quelle: Trendbüro; www.trendbuero.com

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