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Übernahme von The Body Shop durch L'Oréal?

Die jüngste Ankündigung von L'Oréal, eine Übernahme des britischen Naturkosmetikhändlers "The Body Shop" zu prüfen, hat im Markt für große Überraschung gesorgt. Zwar haben die Franzosen offiziell noch kein Angebot abgegeben. Dennoch diskutiert die Branche bereits intensiv über mögliche Strategien hinter dem Vorhaben. Vor wenigen Tagen erklärte der langjährige Konzern-Chef Sir Lindsay Owen-Jones, künftig verstärkt Tabus in der Unternehmensstrategie überdenken zu wollen. Als möglichen Tabubruch bewertet die Kosmetik-Branche denn auch das jüngst bekannt gewordene Interesse am Kauf eines Handelsunternehmens. In der vergangenen Woche erklärten die Franzosen in einer Pflichtmitteilung, das Management prüfe "kontinuierlich eine große Palette von Strategien, um den Unternehmenswert für die Aktionäre zu erhöhen. Das beinhaltet auch ein mögliches Übernahmeangebot für Body Shop."
 
Das 1976 von dem britischen Ehepaar Anita und Gordon Roddick gegründete Handelsunternehmen ist auf den Verkauf von Körperpflegeprodukten spezialisiert, die natürliche Zutaten enthalten und ohne Tierversuche hergestellt werden. Inzwischen unterhält Body Shop ein Netz von mehr als 2 000 Filialen in über 50 Ländern der Welt. Expertenmeinungen zufolge hat Body Shop zuletzt unter einem starken Wettbewerbsdruck gelitten. Im Januar 2006 musste das Unternehmen eine Gewinnwarnung aussprechen, nachdem sich die Umsätze schwächer als erwartet entwickelt hatten. Für das Geschäftsjahr 2004/2005 (26. Februar) weisen die Briten einen Umsatz von rund 419 Mio. Britischen Pfund (GBP, rund 616 Mio. Euro) aus. Der operative Gewinn lag bei 36,2 Mio. GBP. Zu den stärksten Märkten des Händlers gehören insbesondere das Vereinigte Königreich und Irland, aber auch in den Regionen Europa sowie Asien/Pazifik ist Body Shop gut aufgestellt. In den vergangenen Jahren haben die Gründer ihre Anteile am Unternehmen reduziert. Sie halten derzeit noch 18 Prozent und sollen in jüngster Zeit verstärkt ihre Verkaufbereitschaft signalisiert haben. Body Shop liegt zum jetzigen Zeitpunkt nach eigenen Angaben zwar kein Angebot von L'Oréal vor. Analysten kommen jedoch in ihrer Bewertung zu dem Schluss, dass Body Shop mit einer Marktkapitalisierung von rund 575 Mio. GBP "eindeutig in der finanziellen Reichweite von L'Oréal" liege.
 
Über die Strategie, die L'Oréal mit einem möglichen Kauf des Naturkosmetikunternehmens verfolgen könnte, ist offiziell noch nichts bekannt geworden. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Übernahme für den weltweit größten Kosmetik-Konzern ein Weg sein könnte, die glänzenden Wachstumsraten der vergangenen Jahre halten zu können. Der designierte CEO Jean-Paul Agon, der Ende April die Nachfolge von Owen-Jones antreten soll, sagte erst vor wenigen Tagen am Unternehmenssitz in Clichy: "Wir werden weiterhin Akquisitionen prüfen. Inneres und äußeres Wachstum ergänzt sich, das ist kein Widerspruch."
 
Dass L'Oréal ausgerechnet ein Handelsunternehmen kaufen will, wird in der Industrie mit Verwunderung aufgenommen. "Wir überlegen uns, ob mit dem Schritt ein Strategiewechsel einhergeht oder ob es sich bloß um ein mutiges Experiment handelt", kommentiert ein Branchenkenner. Die Frage sei, wie L'Oréal den zusätzlichen Vertriebskanal nutzen könne und inwiefern sich Synergien ergeben. Auch andere Unternehmen haben Interesse an Body Shop angemeldet. Der britische Naturkosmetik-Anbieter "Lush" (weltweit rund 320 Shops, 10 davon in Deutschland) erklärte gegenüber der LZ, "es bestehe ein starkes Interesse an Body Shop". Lush ist ein privat geführtes Unternehmen, das keine Zahlen veröffentlicht. Beobachter führen zudem an, dass Body Shop auch für Drogeriemärkte interessant sein dürfte.
Quelle: Lebensmittel Zeitung; www.lz-net.de

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