ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


Umdenken - Die Deutschen definieren Wohlstand neu

In den Wohlstandszeiten der achtziger und neunziger Jahre dominierte bei den Jugendlichen der Konsum-Dreiklang von Shopping/Kino/ Essengehen und auch die übrige Bevölkerung träumte von weiteren Wohlstandssteigerungen - vom teuren Auto bis zur traumhaften Weltreise. Jetzt in Zeiten von Hartz IV, sinkenden Realeinkommen und unsicherer Zukunftsvorsorge findet ein Umdenken bei den Deutschen statt: Wohlstand fängt mit dem Wohlfühlen an. Die Bundesbürger wollen lieber glücklich (67 Prozent) als reich (46 Prozent) sein. Und selbst die Jugendlichen denken mittlerweile bei Wohlstand mehr an "eine Familie haben" (65 Prozent) als an das "Geld für einen längeren Traum-Urlaub" (61 Prozent). Neue alte Bürgerlichkeit ist wieder gefragt. Die Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren schätzen das persönliche Glücklichsein sogar höher ein (71 Prozent) als die übrige Bevölkerung (67 Prozent).
 
In Krisen- oder wirtschaftlich schwierigen Zeiten neigen die Menschen seit jeher zum Rückzug in die eigenen vier Wände. Einen vergleichbaren Wertewandel-Schub hatte es nach dem letzten Golfkrieg 1991 gegeben, als sich ein Trend zur neuen Häuslichkeit (Cocooning) ankündigte und bei den Verbrauchern Sparen und bescheidener leben angesagt waren. Wohlstand ist für die Bevölkerung zu einer Frage des sozialen Wohlbefindens geworden. Wenn die berufliche Existenz unsicher wird und das Geld knapp ist, rücken die Menschen wieder enger zusammen und besinnen sich auf Beständiges. Bezieher von Haushaltsnettoeinkommen unter 1.500 Euro neigen daher eher dazu, "Familie haben" mit Wohlstand gleichzusetzen (67 Prozent) als Höherverdienende mit einem Einkommen von über 3.500 Euro (59 Prozent). Ein Gefühl des Aufeinander-Angewiesenseins breitet sich auch bei den Jugendlichen aus: Zu Wohlstand und Wohlergehen gehören für sie gute Freunde (70 Prozent - Gesamtbevölkerung: 64 Prozent) und die Familie (65 Prozent Gesamtbevölkerung: 64 Prozent)
 
Zum sorgenfreien Leben gehört neben einer friedvollen Welt nach Meinung der Bevölkerung nach wie vor eine intakte Natur (67 Prozent), worauf Familien (71 Prozent) deutlich mehr Wert legen als etwa Singles (58 Prozent). Familien wollen vor allem in einer toleranten Welt leben (64 Prozent - Singles: 55 Prozent) und sind auch eher bereit, "für andere da zu sein" (68% - Singles: 57%). Singles halten weiter an materiellen Werten ("viel Geld") fest und genießen es auch mehr, viel Zeit für sich zu haben. . Seite drucken Seite versenden Bilder FFI 190 Lieber glücklich als reich UMDENKEN: DIE DEUTSCHEN DEFINIEREN WOHLSTAND NEU In den Wohlstandszeiten der achtziger und neunziger Jahre dominierte bei den Jugendlichen der Konsum-Dreiklang von Shopping/ Kino/ Essengehen und auch die übrige Bevölkerung träumte von weiteren Wohlstandssteigerungen – vom teuren Auto bis zur traumhaften Weltreise. Jetzt in Zeiten von Hartz IV, sinkenden Realeinkommen und unsicherer Zukunftsvorsorge findet ein Umden-ken bei den Deutschen statt: Wohlstand fängt mit dem Wohlfühlen an. Die Bundesbürger wollen lieber glücklich (67%) als reich (46%) sein. Und selbst die Jugendlichen denken mittlerweile bei Wohlstand mehr an „eine Familie haben“ (65%) als an das „Geld für einen längeren Traum-Urlaub“ (61%). Dies geht aus einer aktuellen Repräsentativbefragung des BAT Freizeit-Forschungsinstituts hervor, in der bundesweit 2.000 Personen ab 14 Jahren danach befragt wur-den, was für sie persönlich heute Wohlstand bedeutet. „Das nur materielle Wohlstandsverständnis ändert sich grundlegend“, so Prof. Dr. Horst W. Opaschowski, der Leiter des Instituts. „Bei Wohlstand denken die meisten Deutschen mehr an die soziale Lebensqualität als an die bloße Steigerung des Lebensstandards. Und das heißt: In Frieden und ohne Sorgen mit Fa-milie und Freunden leben. Neue alte Bürgerlichkeit ist wieder gefragt.“ Die Ju-gendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren schätzen das persönliche Glücklichsein sogar höher ein (71%) als die übrige Bevölkerung (67%). SCHÖNE NEUE BÜRGERWELT. DIE RENAISSANCE DER FAMILIE In Krisen- oder wirtschaftlich schwierigen Zeiten neigen die Menschen seit jeher zum Rückzug in die eigenen vier Wände. Einen vergleichbaren Wertewandel-Schub hatte es nach dem letzten Golfkrieg 1991 gegeben, als sich ein Trend zur „neuen Häuslichkeit“ („Cocooning“) ankündigte und bei den Verbrauchern Sparen und bescheidener leben („small is beautiful“/„back to the simply life“) angesagt waren. Insofern kann es nicht überraschen, dass jetzt bei der Bevölkerung Sicherheits- und Vorsorgeaspekte im Zentrum des Lebensinteresses stehen und ein sicheres Einkommen höher eingeschätzt wird als viel Geld haben. Pro-fessor Opaschowski: „Die Familie ist – im positiven Sinne – billig und barmherzig. Die Familie wird zum Wohlfahrtsverband, den keine Lebensversicherung ersetzen kann.“ Wohlstand ist für die Bevölkerung zu einer Frage des sozialen Wohlbefindens geworden. Wenn die berufliche Existenz unsicher wird und das Geld knapp ist, rücken die Menschen wieder enger zusammen und besinnen sich auf Beständiges. Bezieher von Haushaltsnettoeinkommen unter 1.500 Euro neigen daher eher dazu, „Familie haben“ (67%) mit Wohlstand gleichzusetzen als Höherverdienende mit einem Einkommen von über 3.500 Euro (59%). Ein Gefühl des Aufeinander-Angewiesenseins breitet sich auch bei den Jugendlichen aus: Zu Wohlstand und Wohlergehen gehören für sie gute Freunde (70% - Gesamtbe-völkerung: 64%) und die Familie (65% – Gesamtbevölkerung: 64%) Opaschowski: „Es entwickeln sich neue Binnensolidaritäten im Freundes- und Familienkreis.“ NEUE WOHLSTANDSWERTE ZWISCHEN FREIHEIT, HILFSBEREITSCHAFT UND TOLERANZ Zum sorgenfreien Leben gehört neben einer friedvollen Welt nach Meinung der Bevölkerung nach wie vor eine „intakte Natur“ (67%), worauf Familien (71%) deutlich mehr Wert legen als etwa Singles (58%). Familien wollen vor allem in einer toleranten Welt leben (64% - Singles: 55%) und sind auch eher bereit, „für andere da zu sein“ (68% - Singles: 57%). Singles halten weiter an materiel-len Werten („viel Geld“) fest und genießen es auch mehr, viel Zeit für sich zu haben. „Die Bedeutungsaufwertung des immateriellen Wohlstandsniveaus zwischen Freiheit, Hilfsbereitschaft und Toleranz wird für Gesellschaft und Politik zur neu-en Herausforderung“, so Professor Opaschowski. „Die Bürger müssen in die Lage versetzt werden, sich um ihr subjektives Wohlbefinden selber zu küm-mern.“ In Zukunft kann Wohlstand auch bedeuten, weniger Güter zu besitzen und doch besser zu leben. Die Wohlstandsformel in Bertolt Brechts Dreigroschenoper – „Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm“ – muss im 21. Jahrhundert neu bewertet werden.
Quelle: BAT Freizeit-Forschungsinstitut; www.bat.de

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email