ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


Umweltschutz wichtiger als Bequemlichkeit

Bis zu 60 Prozent aller Konsumenten in Deutschland, Österreich und der Schweiz wären bereit, zugunsten der Umwelt auf Verpackungen zu verzichten, die lediglich der eigenen Bequemlichkeit dienen. Zu diesem Ergebnis kommt das Informations- und Medienunternehmen Nielsen in seiner neuen weltweiten Studie zum Thema Lebensmittelverpackungen.
 
Danach wäre der Umweltschutz für 61 Prozent der Befragten in der Schweiz ein wichtigeres Verpackungskriterium als die einfache Lagerung bzw. Stapelbarkeit (Stack-and-Store-Verpackungen), gefolgt von den Deutschen, die mit 57 Prozent knapp unter dem EU-Durchschnitt liegen. Auch mehr als die Hälfte der Österreicher würde zugunsten der Umwelt auf diesen Verpackungsvorteil verzichten. Im weltweiten Vergleich schneiden die Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei diesem Aspekt überdurchschnittlich ab. Gleiches gilt für die Frage, ob eine Verpackung zum Kochen geeignet oder als Behälter weiter verwendbar sein muss. Im Zweifel geben hier 64 Prozent der Schweizer und 60 Prozent der Österreicher der Umwelt den Vorzug, und auch die Deutschen liegen mit 54 Prozent Zustimmung zwar leicht unter dem EU-Schnitt, aber noch deutlich über dem weltweiten Schnitt von 48 Prozent.
 
Am wenigsten Kompromisse möchten Verbraucher weltweit eingehen, wenn es um Aspekte wie Hygiene und Schutz geht. So würden nur 27 Prozent auf Verpackungen zur Vermeidung von Verunreinigungen und Berührungen verzichten, und lediglich 30 Prozent würden für die Umwelt den Schutz vor Beschädigungen aufgeben. Nur für 33 Prozent der Befragten wäre der Umweltaspekt wichtiger als die Nutzung der Verpackung für Lebensmittelkennzeichnung und Informationen zur Zubereitung und Lagerung. Verpackungen für eine längere Haltbarkeit und mehr Frische halten nur 34 Prozent für verzichtbar. Am wenigsten sind die Europäer und die Nordamerikaner bereit, zugunsten der Umwelt derartige Verpackungsvorteile aufzugeben. Deutsche, Österreicher und Schweizer sind dabei noch deutlich penibler als der EU-Durchschnitt. Nur 13 Prozent der Verbraucher in Deutschland und 15 Prozent in Österreich wären bereit, zugunsten der Umwelt bei Hygiene und Schutz Kompromisse einzugehen. Die Schweizer liegen mit 20 Prozent Zustimmung ebenfalls unter dem EU-Durchschnitt von 23 Prozent.
 
Immerhin 10 Prozent der Verbraucher weltweit wären nicht bereit, zugunsten der Umwelt auch nur auf einen der genannten Vorteile von Lebensmittelverpackungen zu verzichten. Durchaus interessant und für Hersteller von Konsumgütern von großer Bedeutung sei die Erkenntnis, dass die Einstellung zum Thema Verpackungen sehr stark von kulturellen und regionalen Faktoren sowie vom Lebensstil abhänge. Dazu zähle beispielsweise die Frage, ob die Verbraucher eher mit dem Auto oder mit öffentlichen Transportmitteln zum Einkaufen fahren; die Größe ihrer Wohnungen und vor allem der Stauraum in der Küche spielen eine Rolle, und auch kulturelle Unterschiede in Bezug auf Essgewohnheiten und Einkaufsverhalten hätten einen enormen Einfluss darauf, welche Art von Verpackungen präferiert wird.
 
So sind sich die Konsumenten in Europa und Nordamerika grundsätzlich darüber einig, um welche Verpackungsarten sie einen Bogen machen würden, wenn sie damit der Umwelt helfen könnten: Fast 60 Prozent würden auf Packungen verzichten, die speziell der einfachen Lagerung und Stapelbarkeit (Stack-and-Store) zu Hause dienen, und 55 Prozent gaben an, im Prinzip keine mehrfach verwendbaren Behältnisse zu benötigen.
 
In Asien präsentiert sich die Situation ein wenig anders: Stack-and-Store-Verpackungen wären hier nur für 42 Prozent verzichtbar, und nur 39 Prozent stellen die Umweltverträglichkeit eines Behälters über die Möglichkeit seines einfachen Transports, denn die Asiaten wohnen beengter und haben folglich weniger Lagerraum für ihre Lebensmittel und bevorzugen mehrheitlich stapelbare Lösungen. Im Ländervergleich signalisierten die Konsumenten in Finnland, Irland, Norwegen und Neuseeland mit jeweils über 70 Prozent der Nennungen weltweit die größte Bereitschaft, auf Stack-and-Store-Verpackungen zu verzichten, und für mehr als 65 Prozent der Iren, Tschechen und Neuseeländer wiegt der Umweltschutz höher als die Verbraucherfreundlichkeit und damit die eigene Bequemlichkeit. Sämtliche Verpackungsvorteile würden am ehesten die Neuseeländer aufgeben, wenn sie damit der Umwelt Gutes tun könnten.
 
Ebenfalls eine Frage des Lebensstils ist die Präferenz für bestimmte Lebensmittel, die wiederum spezielle Verpackungslösungen nahe legt. So werden in Asien sehr viele frische Lebensmittel konsumiert: In den Städten kaufen 90 Prozent der Verbraucher ihr Essen für den täglichen Verbrauch auf den so genannten Wet Markets und gehen bis zu zehnmal pro Monat in einen der traditionellen Lebensmittelläden. Mit anderen Worten: Verpackungen, die für eine längere Haltbarkeit sorgen, sind hier kaum erforderlich. In Europa geht man dagegen nicht ganz so oft einkaufen: Laut Nielsen ShopperTrends sucht der durchschnittliche Konsument in Frankreich, Portugal, Belgien und Schweden achtmal pro Monat einen Supermarkt, Verbrauchermarkt oder Discounter auf, in Finnland sogar nur sechsmal.
 
Aspekte von Lebensmittelverpackungen, die nicht mit Convenience in Verbindung stehen – also Verlängerung der Haltbarkeit, Kennzeichnungs- und Zubereitungsinformationen, Beschädigungsschutz sowie Verunreinigungs- und Berührungsschutz – sind insgesamt am ehesten für Konsumenten in Lateinamerika verzichtbar. In dieser Region ist gemäß Nielsens globalem Barometer zum Thema Environmental Concern auch die Besorgnis um den Klimawandel am größten.
 
Auf der weltweiten Rangliste ganz unten, wenn es um Verzichtbereitschaft für die Umwelt geht, landeten Thailand und Japan, wo 27 bzw. 16 Prozent der Verbraucher überhaupt keinen der genannten Verpackungsaspekte missen möchten. Gemäß einer Studie im Raum Asien im Rahmen von packs@work, Nielsens unternehmenseigenem System zur umfassenden Evaluierung von Verpackungen, spielt gerade für die Japaner die Ästhetik eine enorme Rolle bei der Auswahl einer Verpackung.
 
Betrachtet man die Werte für die sog. D-A-CH-Region, so zeigen die Schweizer grundsätzlich die größte Bereitschaft, auf Vorteile von Verpackungen zu verzichten. Die deutschen Verbraucher sind hier zurückhaltender, allerdings überdurchschnittlich bereit, auf Informationen zu Inhaltsstoffen und die Anleitung zu Zubereitung und Lagerung der Produkte zu verzichten. Die Österreicher legen besonders viel Wert auf eine verlängerte Haltbarkeit und Frische der Produkte.
 
Generell ist der Trend zu einem verstärkten Umweltbewusstsein laut Nielsen jedoch weiterhin ungebrochen. Verbraucher weltweit fordern von Einzelhändlern und Konsumgüterherstellern mehr Engagement für den Umweltschutz. Verpackungen stehen dabei zwar momentan noch nicht auf Platz eins der Prioritätenliste, aber die Tendenz ist klar vorhanden und kann von der Lebensmittelindustrie nicht ignoriert werden. In der Tat stieg die Zahl derer, die sich über Verpackungsmüll „sehr besorgt“ äußerten, allein zwischen Mai und November 2007 von 31 auf 42 Prozent. Damit schlug die Kategorie „Verpackungsmüll“ andere Besorgnis erregende Umweltaspekte wie Klimawandel, Wasserknappheit, Wasser- und Luftverschmutzung sowie Pestizideinsatz – so das Ergebnis von Nielsens zweimal pro Jahr durchgeführter Umfrage mit dem Titel Environmental Concerns.
 
Laut packs@work bemühen sich Lebensmittelhersteller und Einzelhändler kontinuierlich, die Forderung der Verbraucher nach ökologisch vertretbaren Verpackungen zu erfüllen. In Ländermärkten mit höherem ökologischem Bewusstsein steigt der Bedarf an Verpackungen mit minimaler Umweltbelastung. Das heißt allerdings nicht unbedingt, dass die Konsumenten auch bereit wären dafür mehr zu bezahlen. Erwartet wird meist ein Produkt, das durch optimale Ökoverträglichkeit den ‘Fühl-gut-Faktor’ erhöht.
 
Recyclingfähig, biologisch abbaubar und sicher entsorgbar sind gemäß packs@work die Attribute, die in Ländern mit hohem Umweltbewusstsein für die Verbraucher wichtig sind. Daher werden statt Plastik und Styropor Materialien wie Papier, Karton und/oder Glas bevorzugt. Glasverpackungen gelten beispielsweise als hygienisch, chemisch unbedenklich, recyclingfähig, berührungssicher und haltbarkeitsfördernd. Gleichzeitig erfüllt Glas durch seine spezielle Ästhetik entscheidende Kriterien wie Produktauthentizität, Qualität und Effektivität. Kunststoffe, die nicht wieder verwertbar sind oder deren chemische Zusammensetzung zu Verfärbungen oder zu einer Minderung der Produktqualität führen könnte, befinden sich langsam, aber sicher im Abwärtstrend.
Quelle: A.C. Nielsen; www.nielsen.com

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email