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Unbehagen über Geburtenrückgang in Österreich

Das Unbehagen über den Geburtenrückgang hat in Österreich einen neuen Höchststand erreicht. 69 Prozent der Österreicher erfüllt das Schrumpfen der Bevölkerung mit Sorge. Das sind rund zehnmal mehr als die Befürworter des Geburtenschwundes (7 Prozent). Seit Beginn der Beobachtung im Jahr 1977 hat sich die Besorgnis über das Geburtendefizit um das enorme Ausmaß von 24 Prozentpunkten vergrößert. Die Gleichgültigkeit gegenüber der Entwicklung ist drastisch gesunken. Die Vermutung liegt nahe, daß es vor allem die Angehörigen der jungen Generation sind, die sich durch das mit vielen nachteiligen Begleiterscheinungen verbundene Absinken der Geburtenrate bedrückt fühlen. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall. Paradoxerweise sind es in erster Linie Personen über dem 50. Lebensjahr, solche also, die von den Auswirkungen des Geburtenschwundes vergleichsweise weniger betroffen sein werden, denen die Entwicklung Kummer bereitet. Kennzeichnend für die jungen Österreicher ist eine eher mäßige Besorgnis sowie eine (mit 39 Prozent) extrem überdurchschnittliche Gleichgültigkeit gegenüber dem Geburtenschwund.
 
Befragt nach den Auswirkungen des Geburtenrückgangs verwiesen 45 Prozent auf Folgen für die Kinder. Eine weitere, mit 23 Prozent allerdings nur halb so große Gruppe, erwartet Auswirkungen auf die eigene Lebenslage. Diejenigen Personen, die grundsätzlich an Folgewirkungen des Geburtendefizits glauben, machen insgesamt also 68 Prozent der Bevölkerung aus. Lediglich jeder vierte Erwachsene stellt Konsequenzen des Baby-Defizits ausdrücklich in Abrede. Unter den Angehörigen der jungen Generation klammert sich immerhin ein Drittel an die Vorstellung, daß der Geburtenschwund keine Auswirkungen haben werde. Sofern man mit Veränderungen durch die Geburtenarmut rechnet, ist man nahezu vollzählig, nämlich zu 90 Prozent, von nachteiligen Folgen der Entwicklung überzeugt. Nur acht Prozent der Bezugsgruppe glauben, daß das Manko an Nachwuchs Vorteile bringen wird.
 
Angesichts der unbestreitbar großen Bedeutung, die die Österreicher der Geburtenarmut und der Überalterung der Bevölkerung beimessen, stellt sich die Frage, ob die Politik bereits ausreichend auf die Sachlage reagiert hat. 69 Prozent der Erwachsenen sind der Meinung, es müsse mehr getan werden, um die gegenständlichen Probleme zu lösen; nur 8 Prozent halten die bisherigen Reaktionen für ausreichend. Die Überzeugung von der Dringlichkeit, politische Abhilfe gegen den Geburtenrückgang zu schaffen, ist im Segment der unter 30jährigen Personen (mit 60 Prozent) um eine Spur schwächer als in den mittleren und höheren Altersgruppen, zieht sich ansonsten aber ziemlich gleichmäßig durch die demographischen Fraktionen.
Quelle: Imas International; office@imas.at

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