ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Editor's Pick


Urlaub 2005: Individuell und günstig ins Ausland

Die Reisebranche erlebt das vierte Krisenjahr in Folge. Terroranschläge, Irakkrieg, SARS und Flutkatastrophe haben ihre Spuren in einer erfolgsverwöhnten Wachstumsbranche hinterlassen. Die Bundesbürger verreisen wie bisher, aber die Urlaube werden immer kürzer. Dauerte im Jahr 1980 ein Urlaub im Durchschnitt noch 18,2 Tage, so waren es in 2004 nur noch 12,8 Tage. Immer weniger Urlauber können sich noch eine Zwei-Wochen-Reise leisten. Von allen Reisenden waren 1992 81 Prozent länger als zwei Wochen unterwegs, im Jahr 2000 waren es lediglich 74 Prozent und im vergangenen Jahr nur mehr 53 Prozent. Der Trend zu immer kürzeren Reisen verstärkt sich dramatisch und macht der Ferienhotellerie zu schaffen. Die Wohlstandswende spiegelt sich auch im Tourismus wider. Das Urlaubsbudget wird immer knapper und so retten die Deutschen den -Traum von den "schönsten Tagen des Jahres", indem sie einfach die Reisedauer verkürzen. Állerdings bleiben die Chancen im Urlaubsmarkt weiterhin ungleich verteilt: Landbewohner, Hauptschulabsolventen und Geringerverdienende müssen öfter zu Hause bleiben.
 
Die Flutkatastrophe in Südostasien löste weltweit Schock und Anteilnahme aus. Die Gratwanderung zwischen Trauer und Hoffnung, Zuhausebleiben und Verreisen ist nicht leicht zu gehen. Die Reaktionen gleichen im Großen und Ganzen denen auf vergangene Katastrophen. Das Erleben von Bedrohung und die persönliche Betroffenheit lassen mit der Zeit nach: Nur 1 Prozent der Bundesbürger wollen in diesem Jahr ein anderes Reiseziel als ursprünglich geplant wählen. Ebenfalls nur 1 Prozent der Befragten geben an, aufgrund der Flutkatastrophe 2005 überhaupt nicht mehr zu verreisen. Und 3 Prozent sind noch unschlüssig, aber 95 Prozent der Bundesbürger kehren zur Normalität zurück und ändern ihre Urlaubspläne nicht. Lediglich die Jugendlichen deuten mit einem geringeren Wert von 90 Prozent Zustimmung ein etwas größeres Krisenbewusstsein an.
 
Viele Urlaubsreisende organisieren ihre Reise wieder selbst - vom Verkehrsmittel bis zur Unterkunft. Immer mehr Bundesbürger machen die Erfahrung: Dienstleistung muss man sich auch leisten können. Der Marktanteil der individuell organisierten Reisen liegt mittlerweile bei 55 Prozent. Die Gruppe der Selbstorganisierer, die ihre Reise ohne jede Hilfe eines Reisebüros organisieren, nahm von 35 Prozent (2000) auf 46 Prozent (2004) zu. Im gleichen Zeitraum verdoppelte sich der Anteil der Baukasten-Reisenden, die sich nur einzelne Reiseelemente wie zum Beispiel Route oder Unterkunft oder Transport selbst zusammenstellen und dann das Reisebüro in Anspruch nehmen, von 4 auf 9 Prozent. Der Wandel vom Zeitdenken zum Gelddenken kann die Urlaubslandschaft in den nächsten Jahren verändern. Billigflieger müssen bald den Preis-Leistungsvergleich mit den etablierten Vollservice-Airlines nicht mehr fürchten. Deutliche Marktanteilsverschiebungen zwischen Pauschal- und Individualreisen sind die Folge.
 
Das liebste Urlaubsland der Deutschen ist und bleibt Deutschland. Allerdings hat der Inlandsurlaub in der vergangenen Reisesaison 2004 an Attraktivität eingebüßt was sicherlich auch an der Wettersituation im Vergleich zum "Jahrhundertsommer" im Jahr 2003 gelegen hat. Viele Stammurlauber sind zu Hause geblieben. So müssen sich die inländischen Feriengebiete 2004 mit Stagnation und Rückgängen arrangieren. Ostsee (8,2 Prozent) und Bayern (7,2 Prozent) verteidigen ihre Spitzenposition, gefolgt von der Nordsee (5,9 Prozent). Spanien, "das" Auslandsreiseziel der Deutschen und die wichtigste Destination für die Reiseveranstalter, muss permanent Einbußen hinnehmen. Seit Ende der neunziger Jahre hat Spanien einen spürbaren Gästeschwund verkraften müssen - von 17 Prozent (1999) über 14 Prozent (2002) auf 11 Prozent im vergangenen Jahr. Vom Preiswettbewerb profitieren Italien, Österreich und die Türkei. Auch Skandinavien, Italien und die Karibik können sich über Zuwächse freuen. Fernreisen bleiben für die meisten Deutschen als Urlaubsträume attraktiv, stellen in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten aber mehr eine Ausnahme dar.
 
Die Deutschen lassen sich den Urlaub im Durchschnitt 1.025 Euro pro Person kosten. Darin sind nicht nur die Reise- und Unterkunftskosten enthalten. Damit müssen auch alle Nebenausgaben wie Essengehen, Einkaufsbummel, Ausflüge und Trinkgelder bestritten werden. Der Preis wird für die Auswahl eines Reiseziels immer wichtiger. Mit dem Urlaubsbudget haushalten heißt, sparsam mit Geld und Zeit umgehen können. Ein Karibikurlaub ist fast dreimal teurer (2.111 Euro) als ein Urlaub in Deutschland (747 Euro). Inlandsurlauber können derzeit in den ostdeutschen Feriengebieten am preiswertesten Urlaub machen (640 Euro), während ein Urlaub an der Nordsee (761 Euro) oder in den bayerischen Bergen (811 Euro) deutlich teurer ist.
Für 2005 ist insgesamt ein Ende der Reiseflaute in Sicht. Deutlich mehr als im Vorjahr (2004: 41,8 - 2005: 45,2 Prozent) sitzen bereits auf gepackten Koffern und sind fest zur Reise entschlossen. Überraschend gering ist mit 28,9 Prozent auch der Anteil der Unentschlossenen, die nicht wissen, ob sie dieses Jahr verreisen wollen. Offensichtlich wächst das Vertrauen in die nahe Zukunft wieder.
Quelle: BAT Freizeitforschungsinstitut; www.bat.de/freizeit

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email