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Editor's Pick


Verbraucher in Europa verunsichert

Konjunkturerwartung Europa (Quelle: GfK) 

 Konjunkturerwartung Europa (Quelle: GfK)

Die aktuellen Diskussionen um Griechenland und Co. haben die europäischen Verbraucher verunsichert: Waren die meisten Länder der Europäischen Union im Frühjahr noch hoffnungsvoll gestimmt, die Krise in absehbarer Zeit überwinden zu können, hat sich das Bild im Sommer stark verändert.
 
Das Wirtschaftswachstum in den großen europäischen Ländern steigt nicht mehr so stark, wie Experten es noch im Frühjahr prognostiziert hatten. Lediglich Deutschland kann weiterhin mit sehr guten Wirtschaftsdaten punkten. Doch auch hier sind die Aussichten für das Wachstum zuletzt deutlich zurückgegangen.
 
In fast allen betrachteten Ländern der Europäischen Union ist die Konjunkturerwartung seit Juni geradezu eingebrochen. Am stärksten war der Rückgang in Deutschland (von 50,3 auf 4,8 Punkte), Österreich (von 19,6 auf -26,2 Punkte) und Frankreich (von -15,3 auf -42,2 Punkte). Lediglich Polen (von -13,9 auf -10,2 Punkte), Bulgarien (von -10,8 auf -15,3 Punkte) und Rumänien (-26,2 auf -32,8 Punkte) konnten sich diesem generellen Trend zumindest teilweise entziehen.
 
Die Situation in Großbritannien verändert sich deutlich langsamer und ungleichmäßiger, als in den beiden vergangenen Rezessionen in den Jahren 1979 bis 1981 und 1990/91. Die Sparmaßnahmen der britischen Regierungen beginnen langsam zu greifen: Die öffentlichen Ausgaben, wurde auf nahezu null heruntergefahren, was sich allerdings negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirkt. Auch die Sparsamkeit der britischen Verbraucher trug in den vergangenen Wochen und Monaten zu dem geringen Wirtschaftswachstum bei. Höhere Inflation, kaum Gehaltserhöhungen und höhere Arbeitslosigkeit lassen die Verbraucher nicht gerade optimistisch in die Zukunft blicken. Im September hat der Internationale Währungsfonds das voraussichtliche Wirtschaftswachstum Großbritanniens von 1,5 Prozent auf 1,1 Prozent nach unten korrigiert.
Anschaffungsneigung Europa (Quelle: GfK) 

 Anschaffungsneigung Europa (Quelle: GfK)


Die griechischen Bürger haben das Vertrauen in eine Konjunkturerholung in absehbarer Zeit verloren. Die Konjunkturerwartung erreicht den Rekordwert von -58,7 Punkten. Nur im Dezember 2010 stand der Indikator mit -59 Punkten noch tiefer. Die Wirtschaftsleistung des Landes ist im zweiten Quartal dieses Jahres um 5,5 Prozent zurückgegangen. Für das Gesamtjahr wird eine ähnliche Zahl erwartet. Die öffentlichen Ausgaben steigen weiterhin und gefährden somit jeden Plan von EU und Internationalem Währungsfonds, den Griechen bei der Bewältigung ihrer Krise zu helfen. Das Staatsdefizit liegt derzeit bei rund 9 Prozent. Mehr als jeder sechste Grieche ist arbeitslos. Bis zum Ende des Jahres wird es voraussichtlich jeder fünfte, im Jahr 2012 sogar jeder vierte sein. Das Haushaltsloch wird am Ende des Jahres wohl bei über 8,6 Prozent des BIP liegen. Bei der hohen Arbeitslosigkeit sowie steigenden Steuern und Abgaben kann auch der Konsum nicht als Konjunkturstütze fungieren. Die Griechen kaufen nur noch das unbedingt Notwendige.
 
Ein weiteres großes Problem ist die niedrige Produktivität und ein extrem hohes Defizit in der Leistungsbilanz. Es bleibt abzuwarten, ob die Griechen sich mit Hilfe der EU und dem Internationalen Währungsfonds wieder erholen können. Derzeit ist sicherlich alles möglich und die Euro-Retter werden noch viel Zeit, Geduld und Geld aufwenden müssen, um Griechenland in der Währungsunion halten zu können – wenn der Wille dazu weiter vorhanden bleibt.
 
Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der internationalen Ausweitung der Studie GfK-Konsumklima MAXX und basieren auf Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission in allen Ländern der Europäischen Union monatlich durchgeführt werden. Das Konsumklima gibt einen Überblick über die Entwicklung von Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie der Anschaffungsneigung der Konsumenten in Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien und der Tschechischen Republik gibt. Diese zwölf Länder umfassen rund 80 Prozent der Bevölkerung der 27 EU-Staaten.
Nähere Informationen zur GfK Gruppe finden Sie online im p&a Handbuch der Marktforschung. Firmenprofil >>
Quelle: GfK

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