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Verbraucherstimmung: Warten und auf bessere Zeiten hoffen

Zu Beginn des Jahres 2003 ist die Stimmung der Verbraucher in Deutschland gegenüber den letzten Monaten des Vorjahrs nahezu unverändert pessimistisch. Angesichts der schwachen konjunkturellen Wirtschaftsentwicklung, der innenpolitischen Kontroversen zu Konjunktur-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik und der Ungewissheit über den Ausgang des Irakkonflikts fehlt den Verbrauchern der Glaube an einen wirtschaftlichen Aufschwung - so das wesentliche Resümee der im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführten GfK-Konsumklimastudie im Januar 2003.
 
Am deutlichsten kommt die unverändert pessimistische Einstellung deutscher Konsumenten in ihren Erwartungen an die weitere wirtschaftliche Entwicklung zum Ausdruck. Gegenüber Dezember 2002 sank der Indikatorwert der Konjunkturerwartung im Monat Januar erneut um knapp drei Punkte. Mit einem Wert von minus 29,2 liegt der Indexwert, der die Konjunkturstimmung misst, inzwischen sogar unter dem Niveau, das er während der wirtschaftlichen Schwächephase in der zweiten Jahreshälfte 2001 hatte, und auf gleichem Niveau wie in den Rezessionsjahren 1992/93 und 1996/97.
 
Die Ursachen für die wenig hoffnungsvollen Konjunkturerwartungen liegen auf der Hand: Besonders schwer wiegt sicherlich die hohe und weiter steigende Arbeitslosigkeit, die dem Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung zufolge im Jahr 2003 4,2 Millionen Erwerbspersonen, das heißt jeden zehnten Erwerbstätigen in Deutschland, betreffen wird. Meldungen über das magere gesamtwirtschaftliche Wachstum von 0,2 Prozent im Jahr 2002 von Wirtschaftsinstituten sowie die laut Jahreswirtschaftsbericht nach unten vorgenommene Wachstumsprognose für das Jahr 2003 wirken auf die Verbraucher ebenfalls wenig ermutigend.
 
Auch die hoffnungsträchtige Botschaft, die der leicht gestiegene Geschäftsklimaindex des ifo-Instituts vermuten ließ, widerspricht den grundsätzlichen Ergebnissen der aktuellen Konsumklimastudie nicht. Die Zunahme des Indikators um 0,1 Prozent auf einen Wert von 87,4 ist lediglich einem Stimmungsplus in Bauindustrie und Großhandel zu verdanken. Dagegen haben sich die Erwartungen in den volkswirtschaftlich wichtigen Sektoren Industrie und Einzelhandel erneut verschlechtert - nicht verwunderlich, denn der gegenüber dem Dollar steigende Euro dürfte die Stimmung der exportintensiven deutschen Industrie nicht gerade beflügeln.
 
Last but not least haben darüber hinaus die Fragen, ob es zu einem Irakkrieg kommt oder nicht und welche Auswirkungen der Konflikt auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Deutschland hat, ein Gewicht.
 
Eine durchgreifende Trendwende, die beinhaltet, dass die Einkommenserwartungen der Verbraucher hinsichtlich der Entwicklung ihrer Einkommen ins Positive umschlagen, ist nicht in Sicht. Ergänzend ist anzumerken, dass in der Januarbefragung der GfK die Mehrheit der Befragten noch keine Gehaltsabrechnung für den Monat Januar hatte, aus der sie entnehmen konnte, was ihr an Einkommenseinbußen blüht. Nach wie vor ist deshalb zu befürchten, dass die Einkommensstimmung in Kürze wieder einen Dämpfer erhält, nämlich dann, wenn die Beitragserhöhungen zur Kranken- und Rentenversicherung auf den Lohn- und Gehaltszetteln und deren Konsequenzen für den Konsum konkret sichtbar werden. Ein grundsätzlicher Stimmungsumschwung zum Positiven ist deshalb derzeit nicht zu erwarten.
 
Nach den historischen Tiefständen des Indikators, der die Anschaffungsneigung von Verbrauchern erfasst, in den Monaten Mai und November 2002 stieg dessen Wert seit Dezember in zwei aufeinander folgenden Monaten wieder an. Nach einem Anstieg von über 13 Punkten im Dezember und etwa 10 Punkten im Januar liegt der Indikator aktuell bei minus 31. Damit ist vorerst die Talfahrt der Anschaffungsneigung beendet. Doch nach wie vor gilt, dass die Konsumneigung in den 20 Jahren, in der die GfK die Konsumklimastudie durchführt, nie so schlecht war wie in den letzten zwölf Monaten.
 
Quelle: GfK Marktforschung; rolf buerkl@gfk.de

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