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Vertrauen in Öko und Bio passé

Die jüngsten Lebensmittelskandale um Nitrofen und hormonverseuchtes Fleisch haben dem Ansehen von Ökoprodukten massiv geschadet. Noch Anfang letzten Jahres sagte mehr als jeder zweite aus der Bevölkerung, er sei bereit, für Produkte aus dem ökologischen Landbau mehr auszugeben. Nitrofen und Hormone in den Futtermitteln haben dafür gesorgt, daß diese Bereitschaft, für das Kennzeichen Bio mehr auszugeben, auf 32 Prozent gesunken ist. Während vor anderthalb Jahren nur 28 Prozent nicht dazu bereit waren, für Öko-Produkte einen Aufpreis zu zahlen, ist jetzt die Mehrheit (51 Prozent) überzeugt, daß solche Produkte tatsächlich ihren höheren Preis nicht wert sind. Die Chance, eine bessere Qualität am Preis zu erkennen, ist mit den jüngsten Skandalen vernichtet worden. 77 Prozent der Befragten haben jetzt die Erfahrung gemacht: "Auch bei Bioprodukten kann man, was die Qualität angeht, nicht sicher sein."
 
In welchem Ausmaß das Ansehen von Produkten, die unter dem Etikett "Bio" angeboten werden, unter die Räder gekommen ist, zeigt ein Imagevergleich mit Daten vom letzten Jahr mit solchen, die jetzt im Juni erhoben worden sind. Daß Produkte aus Öko-Anbau nicht anders als andere landwirtschaftliche Erzeugnisse sind, glaubte damals nur jeder dritte (35 Prozent), inzwischen mehr als jeder zweite (56 Prozent). Die Zahl derjenigen, die die Qualitätszeichen "Bio" oder "Öko" als Schwindel betrachten, ist dementsprechend ebenfalls von 34 Prozent auf 50 Prozent gestiegen. Und vorbei ist die Hoffnung, daß man bei Öko-Produkten vor chemischen Schadstoffen sicher sein kann. Vor einem Jahr glaubten das noch 56 Prozent, inzwischen nur noch 36 Prozent. Für den ökologischen Landbau bedeutet dieser generelle Imageverlust nicht nur, daß seine Produkte schwerer verkäuflich geworden sind. Er hat zugleich auch die Bevölkerung als politische Lobby verloren. 54 Prozent der Bevölkerung brachten vor den Skandalen noch deutlich zum Ausdruck, daß die ökologische Landwirtschaft mehr gefördert werden sollte. Dafür setzen sich jetzt nur noch 35 Prozent der Befragten ein.
Quelle: Institut für Demoskopie Allensbach, presse@ifd-allensbach.de

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