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Viel-Surfer sind auch Viel-Seher – Wer im Internet viel surft, sieht auch viel fern

Heavy Onliner – das sind Personen, die täglich über zwei Stunden im Internet surfen – verbringen auch viel Zeit vor dem Fernseher. Ein Drittel der Viel- Surfer schaut täglich über dreieinhalb Stunden fern. Insgesamt haben sie also über fünf Stunden täglich Bildschirmkontakt. Mehr Zeit vor dem Fernseher verbringen nur die Nichtnutzer des Internets. Das sind 30 Prozent, die über keinen Zugang zum Internet verfügen und täglich über 211 Minuten vor dem TV-Gerät verbringen.
 
Personen, deren Internetnutzung im Mittelfeld liegt, weisen auch eine entsprechende TV-Nutzung im mittleren Bereich auf: Etwa ein Drittel derjenigen, die täglich zwischen 40 und 60 Minuten surfen, sehen täglich zwischen 90 und 150 Minuten fern. Betrachtet man Heavy Onliner, sogenannte Offliner und die mittleren Internetnutzer im Gesamtbild, ergibt sich also eine U-förmige Verteilung.
 
In Deutschland befragte die Medienforschung von TNS Emnid insgesamt 1.000 Bürger im Alter von 14 bis 49 Jahren in einer telefonischen Umfrage nach ihrem Internet- sowie TV-Nutzungsverhalten. Die repräsentative und exklusive Studie mit dem Titel „Digitalbarometer“ fand in Kooperation mit der IP Deutschland und der Fachzeitschrift W&V (Werben & Verkaufen) statt.
 
Es stellt sich also heraus: Die TV-Nutzung nimmt nicht mit steigender Internet-Nutzung ab – ganz im Gegenteil: Steigt die Internetnutzung, steigt auch der TV-Konsum. Dieser Trend zeigt sich durchgängig durch alle Altersschichten. Vielmehr existieren beide Medien parallel; das Internet kann das Fernsehen nicht verdrängen oder ersetzen. Die Onliner in Deutschland nutzen das World Wide Web als zusätzliches Medium und machen dabei keine Abstriche bei ihrer Fernsehzeit.
 
„Die Beobachtung, dass ein Anstieg des TV-Konsums mit steigender Internetnutzung einhergeht und dass es eine Gruppe gibt, die beide Medien in einem sehr hohen Maße nutzen, zeigt die Dominanz der Medien(nutzung) in unserem heutigen Tagesablauf“, sagt Michael Voß, Senior Research Consultant in der TNS Emnid Medienforschung.
 
Betrachtet man genauer, welche Internet-Angebote die Onliner wahrnehmen, wird deutlich: Je länger sie im Internet surfen, umso häufiger nutzen sie die Angebote, die bislang eher von klassischen Medien angeboten wurden. 46 Prozent der Viel-Surfer rufen News ab, 45 Prozent sehen sich Videoclips an, 31 Prozent laden Musik herunter und 17 Prozent hören inzwischen auch Web-Radio. Aber auch bei Onlinern mit einer geringeren Internet-Nutzungsdauer haben sich diese Angebote bereits etabliert, wenn auch nicht in dem Maße wie bei den Viel-Surfern. Das Internet hat sich also für alle Nutzergruppen zu einer Art „Allround-Medium“ entwickelt, das die Angebote klassischer Medien in einem Medium bündelt.
 
Betrachtet man die Nutzung von Web-Videos genauer, stellt sich heraus, dass rund 30 Prozent dieses Angebot unabhängig vom TV-Konsum in Anspruch nehmen. Nur diejenigen, die über dreieinhalb Stunden pro Tag fernsehen, schauen weniger TV-Angebote im Internet (17 Prozent). Hier liegt also die Vermutung nahe, dass die extremen Viel-Seher ihr Bedürfnis nach Videos bereits durch ihren TV-Konsum gestillt haben, sodass sie im World Wide Web nicht mehr auf dieses Angebot zurückgreifen.
Quelle: TNS Emnid; www.tns-emnid.com

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