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Warum Konsumenten streiken

Nichts geht mehr auf politischer Ebene! Statt dessen haben die Konsumenten angefangen, etwas zu verändern - nämlich ihr Konsumverhalten. Und das ziemlich drastisch. Der in Medien propagierte Konsumstreik ist die Verschiebung des Wandels, den man eigentlich von der Politik erwartet - in einen Bereich, den Bürger (noch) selbst in der Hand haben. Welcher Strategien sich die Verbraucher bei dieser Privatisierung bedienen, hat das Marktforschungsinstitut ifm Wirkungen + Strategien (Köln) untersucht.
 
Konsumveränderungen sind Ausdruck der Wandlungs-Sehnsüchte der Verbraucher. Daher ist die brisante Kaufzurückhaltung nicht allein Sparen, sondern vor allem ein Wandel von Zielen und Stilen des Konsums. Sie sollte Hersteller nicht in Lethargie verfallen lassen. Denn die qualitative Verschiebung der Kaufgewohnheiten bedeutet nicht das Ende der Lust zu kaufen.
 
Vier neue Verbraucher-Strategien demonstrieren den offenbar dringendsten Änderungsbedarf:
 
1. Zurück auf die Erde und Bodenhaftung gewinnen: Rückkehr zum Alltagsbezug des Kaufens löst abgehobene Marken-Lifestyle-Ausflüge ab. Notwendiges trennt sich von Überflüssigem.
 
2. Renaissance des Produktnutzens: Der reine Produktnutzen und der wirkliche Bedarf bieten mehr Wert als emotional aufgeladene Markenwelten.
 
3. Simplere Genüsse statt Überkultiviertheit: Krisenzeiten veranlassen, statt zur Pralinenschachtel zur Tafelschokolade zu greifen, um dem Überdruß an der Überkultiviertheit zu entkommen.
 
4. Trotz und kleine Revolten: Der Kleine Mann will sich nicht alle Butter vom Brot nehmen lassen, Not wird zur Tugend umgedeutet. ("Geiz ist geil").
 
Fazit: Markenhersteller sollten sich tunlichst bemühen, die Ursachen der Wandlungen ihrer Konsumenten in Erfahrung zu bringen und gezielt zu reagieren. Denn: Wer jetzt die Kurve nicht kriegt, fliegt raus.
 
Quelle: ifm Wirkungen + Strategien; www.ifm-network.de

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