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"Weltpolizei" in Österreich unbeliebt

Das rüde Verhalten der Amerikaner in der Rolle der alleinigen Weltmacht, insbesondere aber das Quälen von irakischen Gefangenen hat die Einschätzung der USA durch die Österreicher tiefgreifend verändert. 73 Prozent der Österreicher sind überzeugt, daß sich die allgemeine Einstellung gegenüber den Vereinigten Staaten in letzter Zeit verschlechtert hat, lediglich 6 Prozent sprachen von einer Verbesserung. Im Vergleich zum März 2002 hat sich der nachteilige Eindruck von der amerikanischen Supermacht um mehr als das Doppelte verstärkt. Auffallend ist die Einheitlichkeit, mit der sich diese Meinung quer durch die einzelnen Bevölkerungsgruppen hindurchzieht. Die geradezu dramatische Zunahme der USA-Kritik seit März '02 läßt keinen Zweifel daran, daß die negative Stimmungstendenz in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Irak-Krieg und der gewaltbetonten Besatzungspolitik der Amerikaner steht.
 
Eine erdrückende Mehrheit von nahezu 80 Prozent der Österreicher hat die Meldungen über das Foltern irakischer Kriegsgefangener nach eigener Angabe aufmerksam verfolgt. Mindestens jeder zweite Erwachsene hat sich über die von den Amerikanern begangenen Mißhandlungen auch mit Freunden oder Verwandten unterhalten. Ganz besonders intensiv waren die Diskussionen unter Maturanten und Akademikern sowie unter den Leitenden Angestellten und Beamten. Nicht ganz leicht fällt den Österreichern die Antwort darauf, ob es sich bei den Folterungen um eine Individual- oder Kollektivschuld handelt. Immerhin ein gutes Viertel der Bevölkerung glaubt, daß die Mißhandlungen der Gefangenen Einzelfälle darstellen, die von wenigen Soldaten begangen wurden. Die klare Mehrheit von 37 Prozent widerspricht allerdings dieser Version und erklärt, das Foltern sei "irgendwie typisch für die Amerikaner und ihr Verhalten gegenüber ihren Gegnern." Unabhängig von der Frage nach Ausmaß und Ursachen der Quälereien steht für die Masse der Österreicher fest, daß man es bei den Folterungen mit kriminellen Vorgängen zu tun hat, die rechtliche Konsequenzen erfordern: 56 Prozent der Erwachsenen vertreten die Auffassung, die von den Amerikanern begangenen Taten sind eigentlich Kriegsverbrechen, die entsprechend bestraft werden müßten. Lediglich 11 Prozent sind der gegensätzlichen Ansicht.
 
Ist der vielzitierte "American way of life" für uns grundsätzlich erstrebenswert? Bereits kurz vor dem Beginn des 2. Irak-Kriegs haben nur insgesamt 36 Prozent der Österreicher die USA im Hinblick auf ihre Lebensart, sowie ihr politisches und wirtschaftliches Verhalten zumindest teilweise als Vorbild für Europa empfunden. Inzwischen ist diese Zahl auf 31 Prozent zusammengeschrumpft. Ihnen steht eine massive Mehrheit von 57 Prozent Erwachsener gegenüber, für welche die Vereinigten Staaten keinerlei Vorbildfunktion besitzen.
Quelle: IMAS International;info@bat.de

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