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Wenn’s ums Geld gehen, kennen die Deutschen keine Ideologie

Harte Zeiten für Ex-Monopolisten und Gewerkschaften? Die deutsche Bevölkerung liegt auf einer Linie mit der Europäischen Kommission und fordert mehr Wettbewerb und weniger Regulierung. Ob bei Strom, Telekommunikation oder Wasserversorgung, mehr als die Hälfte der Befragten ist bereit, zu einem privaten Anbieter zu wechseln. Lediglich im Verkehrsbereich (Straße und Schiene) zeigen sich die Deutschen skeptisch gegenüber dem freien Wettbewerb und bevorzugen den Status quo. Ebenfalls erwünscht sind bei den Kunden deutlich flexiblere Ladenöffnungszeiten.
 
Besonders die Deutsche Post muss die verbleibende Zeit bis zum Ende des Briefmonopols 2007 intensiv nutzen. Denn mehr als 83 % der 1,000 Befragten würden ihre Standardbriefe bei einem privaten Anbieter aufgeben. Etwas mehr Markentreue erreicht die Deutsche Telekom: Die Möglichkeit, Ortsgespräche im Call-by-Call-Verfahren über Wettbewerber des rosa Riesen zu führen, begrüßen jedoch immer noch 59 %. Schon Ende dieses Monats können die Verbraucher von dem neuen Recht Gebrauch machen; dann wird sich zeigen, wie viele Haushalte ihre Ankündigung wirklich wahr machen.
 
Ähnlich offen zeigt sich die Bevölkerung auch in anderen Branchen. Alternative Lieferanten für Leitungswasser stoßen bei mehr als 53 % auf Interesse. Selbst im sensiblen Bereich Gesundheit können sich 65 % der Befragten vorstellen, ihren Bedarf an Medikamenten über Versand-Apotheken zu decken. Die Erfahrungen in der Energiebranche relativieren die Ergebnisse etwas: Trotz der schon seit fünf Jahren möglichen freien Wahl des Stromanbieters haben unter den Befragten lediglich knapp 20 % wirklich gewechselt. Ob es aber ausreicht, auf die Trägheit der Kunden zu setzen und sie durch die mit der Liberalisierung üblichen Preissenkung nachhaltig an das Unternehmen zu binden, das wird sich zeigen.
 
Ein ganz anderes Bild zeigt sich im Verkehrssektor, hier überwiegt die Skepsis gegenüber einem freien Markt. Eine Mautgebühr für Autobahnen, Brücken oder Ortsumgehungen lehnen fast 62 % der befragten Personen ab. Nur 28 % würden es akzeptieren, für die Benutzung privat gebauter Strecken zu bezahlen. Bei der Deutschen Bahn AG sehen fast 53 % den Staat weiterhin in der Verantwortung und lehnen eine Streckenauswahl nach deren Wirtschaftlichkeit ab.
 
Die Situation der Ladenöffnungszeiten im Einzelhandel stößt bei den Konsumenten überwiegend auf Kritik. Fast 84 % der Befragten fordern eine vollständige Abschaffung des Ladenschlussgesetzes, die Geschäfte sollen selber über ihre Öffnungszeiten bestimmen dürfen. Besonders am Samstag wünschen die Kunden mehr Zeit zum Shoppen: Mehr als 87 % stimmten diesem Vorschlag zu. 81 % möchten nach 20 Uhr noch durch die Geschäfte bummeln können und immerhin rund drei Viertel der Befragten (64 %) sehen im Sonntag keinen Ruhe- sondern einen Shoppingtag.
 
Quelle: Dialego AG Market Research Online; theo.waber@dialego.de

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