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Wie tickt Occupy?

Zelten vor der EZB (© Jens Kemle / pixelio.de) 

 Zelten vor der EZB (© Jens Kemle / pixelio.de)

Die Occupy-Bewegung will über grundlegende Probleme im wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen System informieren und diskutieren. Occupy wolle laut Website aufklärerisch tätig werden, nach Lösungsansätzen suchen und „durch den Druck der Masse der Bevölkerung“ auf Veränderungen hinwirken. Die gesellschaftlichen Regeln müssten neu überdacht werden. (Quelle: Wikipedia)
 
Im Rahmen einer Gruppendiskussion mit Occupy-Aktivisten zeigte sich nun, dass sie aus tief verwurzeltem Idealismus heraus Lebensziele wie soziale Gerechtigkeit, Weltfrieden, allgemeinen und nachhaltigen Wertewandel, Transparenz und mehr Demokratie verfolgen. Vor allem die Großbanken stellen für sie durch unethische und risikoreiche Spekulationsgeschäfte ohne dinglichen Gegenwert und den permanenten Drang nach Gewinnsteigerung und Profit eine massive Gefahr für Gesellschaft und Umwelt dar.
 
Lösungsvorschläge der Aktivisten orientieren sich an den Genossenschaftsbanken früherer Zeiten: Banken sollen sich als kundennaher Dienstleister wieder dem eigentlichen Kerngeschäft, der Verwaltung und Sicherung des Geldes und der Investition in dingliche Güter widmen. Aufgabe und Verantwortung der Politik sei es, durch Gesetze, Kontrollinstanzen und die Wahrnehmung eines erzieherischen Auftrages im Bildungssystem, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
 
Auch in den Gruppendiskussionen mit Occupy-Sympathisanten, häufig finanziell und beruflich etablierte Bankkunden und weniger von Idealismus geprägt, konnte ein Auseinanderdriften der eigenen persönlichen Werte und den Werten, die Banken verkörpern, festgestellt werden: Während die Occupy-Sympathisanten sich als ehrenwerte Geschäftsleute oder verantwortungsvolle Leistungsträger verstehen, werden Banken als zu einseitig profitorientierte und zusehends verantwortungslose Institutionen wahrgenommen, so dass das eigene dort investierte Kapital nicht mehr als sicher gilt. Die Folge ist eine Änderung des Investitionsverhaltens – weg von klassischen Großbanken, hin zu nachhaltigen Investitionen.


Die Studie wurde von der GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH mittels ethnologischer Rekrutierung und fluiden Gruppendiskussionen durchgeführt. Um die Occupy-Bewegung erforschen zu können, hielt sich einer der Forscher eine Woche im Camp auf, führte in dieser Zeit Gespräche, knüpfte Kontakte und schaffte dadurch den Zugang zur Gruppe. Methodisch wurde so die eigentliche Rekrutierung bereits Teil der Datenerhebung.
Nähere Informationen zur GIM finden Sie online im p&a Handbuch der Marktforschung. Firmenprofil >>
Quelle: GIM

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