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Wirtschaftskrise noch nicht im Bewusstsein der Konsumenten angekommen!

30% der Bevölkerung sind optimistisch, wenn sie die allgemeine wirtschaftliche Lage 2009 beurteilen sollen, rund 70% blicken dagegen pessimistisch in das neue Jahr. Im Widerspruch dagegen steht die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage: Hier sagen nur 27% es wird ihnen im nächsten Jahr persönlich schlechter gehen; 68% sind der Überzeugung, 2009 wird ihre persönliche Wirtschaftslage besser oder bleibt so, wie sie ist. Bei den Erwartungen zur allgemeinen Wirtschaftslage überwiegt der Pessimismus also mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit, bei den Erwartungen der eigenen Wirtschaftslage sind dagegen die Pessimisten in der Minderheit.
 
Obwohl objektive Faktoren auf ein Krisenjahr hinweisen, fühlt sich ein Großteil der Bevölkerung persönlich nicht betroffen, ein Drittel sieht nicht einmal die objektive Situation als bedrohlich an. Das bedeutet, solange man noch nicht direkt betroffen ist, übt man sich in Krisenignoranz. Man trennt scharf zwischen allgemeinen und individuellen Zukunftserwartungen und konsumiert wie gehabt. Ohne diese Trennung der Erwartungen würde der Konsum stärker einbrechen und Rezessionen würden regelmäßig tiefer ausfallen und länger anhalten.
 
Zurzeit jedenfalls ist Angstsparen noch kein Massenphänomen: Nur 26% der Befragten beabsichtigen in nächster Zeit ihre Anschaffungen auf das Nötigste zu beschränken. Gegenwärtig herrscht bei den Konsumenten noch verhaltener Optimismus. Die Krise ist bei ihnen noch nicht angekommen.
 
Das bestätigt sich auch beim Geldanlageverhalten. Trotz der heftigen Erschütterungen durch die Finanzkrise sagen nur 31% der Befragten, dass sie in Zukunft nur noch in ganz sichere Anlagen investieren werden und zwar unabhängig davon, ob sie für ihre eigene Wirtschaftslage optimistische oder pessimistische Erwartungen haben. Das heisst, man geht mehrheitlich davon aus, dass die Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte mittelfristig greifen und auch Anlageformen jenseits von Tagesgeld und Staatsanleihen wieder ausreichende Sicherheit bieten. Das Vertrauen in die Finanzmärkte mag zwar beschädigt worden sein. Das wird aber nicht als übergreifende Systemkrise interpretiert.
 
Im Gegensatz zu manchen Prognosen wird die wirtschaftliche Entwicklung von der Bevölkerung noch nicht als Jahrhundertkrise bezeichnet. In dieser Situation kommt es darauf an, die wirtschaftlichen Erwartungen in der Bevölkerung durch psychologisches Krisenmanagement und konkrete Maßnahmen zu stabilisieren. Das wichtigste Ziel dabei ist, den Mechanismus der Self-fulfilling Prophecy auszuhebeln, der über verstärktes Angstsparen in eine konjunkturelle Abwärtspirale mündet. Wenn dieses Ziel verfehlt wird, dürfte der Inlandskonsum stark einbrechen. Die nachfolgende Rezession würde dann tiefer ausfallen und länger andauern. Den schlechten Vorgaben der Weltwirtschaft könnte dann auf dem Inlandsmarkt kein stabilisierendes Moment entgegengesetzt werden.
 
Das Institut für Kommunikationsberatung IFCom in Hamburg hat in der zweiten Dezemberhälfte 2008 eine repräsentative Erhebung mit 1037 Befragten zum Beitrag individueller Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung durchgeführt.
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