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Wovor fürchten sich die Menschen, was treibt sie um?

Die Menschen sorgen sich naturgemäß um Schicksalsschläge, die über sie hineinbrechen könnten - über sie persönlich und über unsere Gesellschaft. Auf die Frage, vor welcher Situation die Menschen persönlich die größte Angst haben, nannte ein Drittel aller Befragten einer internationalen Studie Tod, Krankheit oder Verletzung innerhalb der eigenen Familie. In Schweden und Bulgarien machen sich darüber sogar über die Hälfte aller Menschen Gedanken. Allerdings sorgen sich die Amerikaner mit 16 Prozent deutlich weniger um dieses Thema. Und naturgemäß sind es eher die älteren Menschen, die Ängste zum Thema Tod und Krankheit mit sich herumtragen. Insgesamt überraschend ist das Ergebnis, dass 23 Prozent der Befragten angeben, keinerlei Ängste zu haben. In Westeuropa äußert diese Ansicht ein Fünftel, in Indien sind es 23 Prozent, in Zentral- und Osteuropa 15 Prozent, in den USA 37 Prozent und in Großbritannien sogar 43 Prozent. Neben den Sorgen um die Gesundheit plagt jeden Zehnten der Gedanke einer persönlichen Finanzkrise durch Jobverlust oder ein anderes finanzielles Desaster. 7 Prozent haben generell ein ungutes Gefühl zu ihrem weiteren Lebensverlauf, 6 Prozent fürchten Probleme mit Kindern oder Eltern, 5 Prozent haben Angst, Opfer eines Verbrechens zu werden, ebenso viele ängstigen Probleme am Arbeitsplatz und 4 Prozent bereitet der Gedanke an eine Trennung vom Lebenspartner oder Ehegatten Sorgen. Neben den privaten Ängsten brodeln in den Menschen auch Sorgen zu unserer globalen Gesellschaft. Hier fürchtet ein Drittel Terror oder Krieg, wobei die Angst vor Terror in den meisten Ländern überwiegt. In Westeuropa zeigt sich die spanische und französische Bevölkerung besonders sorgengeplagt: 47 Prozent beziehungsweise 38 Prozent haben Angst vor Terroranschlägen oder Krieg. In Zentral- und Osteuropa beschäftigt dieses Thema vor allem die russische (41 Prozent) und polnische Bevölkerung (37 Prozent). Auch ein gutes Drittel der Inder und Türken fürchtet sich vor diesen Bedrohungen. Für die US-Bürger hat das Thema trotz 9/11 einen geringeren Stellenwert: Ein Viertel äußert Ängste zu diesem Thema, davon haben 14 Prozent haben Angst vor Terror und 11 Prozent vor Krieg. Ähnliche Werte gelten für Großbritannien, wobei die Furcht vor Terror deutlich überwiegt. Das Thema "globale Erwärmung" und andere Umweltprobleme beschäftigt 14 Prozent der Menschen in den untersuchten Ländern. Allerdings gibt es innerhalb einzelner Regionen starke Unterschiede. In Westeuropa sind besonders die Schweden und Griechen mit jeweils 34 Prozent um die Umwelt besorgt. Kaum Ängste vor Umweltschäden haben hingegen mit 8 Prozent die Deutschen. Ähnlich niedrige Werte sind nur in Russland und in der Tschechischen Republik zu finden (jeweils 5 Prozent). In den Vereinigten Staaten sind die Menschen noch vergleichsweise wenig für Umweltthemen sensibilisiert - lediglich 14 Prozent fürchten sich vor der Klimaerwärmung und anderen Problemen. Gedanken über den moralischen Verfall der Gesellschaft machen sich insgesamt 13 Prozent, gefolgt von Wirtschaftskrisen mit 10 Prozent. Ebenso viele Menschen fürchten sich vor Naturkatastrophen, wie Tsunamis, Erdbeben oder Überschwemmungen. In Zentral- und Osteuropa - und hier besonders die Rumänen - fürchtet sich sogar jeder fünfte vor den Naturgewalten. An letzter Stelle rangiert mit 4 Prozent die Angst vor Epidemien. Keine Sorgen um die globale Gesellschaft machen sich immerhin 12 Prozent. Um mit all den persönlichen Sorgen umzugehen, sprechen knapp zwei Fünftel der Menschen mit Freunden oder Familienmitgliedern, in Zentral- und Osteuropa ist es die Hälfte. Manche Menschen machen das Thema mit sich selbst aus oder suchen Beistand in religiösen Gemeinschaften. Während insgesamt 11 Prozent angeben, dass ihnen die Religion beim Umgang mit ihren Ängsten hilft, sind es in den USA 24 Prozent. Ähnlich hohe Werte findet man lediglich in Indien und Rumänien mit jeweils einem Fünftel. Hoffnung für die Zukunft schöpfen viele aus ihrer Familie und Kindern. Aber auch die Kirche und wissenschaftlicher Fortschritt werden von knapp einem Fünftel als Hoffnungsträger genannt. In der Studie wurde auch danach gefragt, was die Menschen tun, um die Welt zu verbessern. Darauf antwortet rund ein Drittel der Befragten, dass sie sich moralisch korrekt verhalten und als guter Mensch leben. 15 Prozent sagen, dass sie für wohltätige Zwecke spenden oder arbeiten. Andere engagieren für sich für die Umwelt (10 Prozent) und ebenso viele treten einer Kirche bei. Allerdings geben auch 19 Prozent der Menschen zu, sich gar nicht für eine bessere Welt einzusetzen. Insgesamt ist die Stimmung eher pessimistisch. Nur ein Fünftel glaubt, dass die Welt in Zukunft besser wird. Auch hier sind unterschiedliche Ansichten zwischen den Ländern auszumachen. Während drei Viertel der Griechen und Türken die Zukunft pessimistisch sehen, glauben mehr als die Hälfte der Inder an eine Verbesserung. Für die Studie "Fears", die die GfK Custom Research im Auftrag von The Wall Street Journal Europe und mit finanzieller Unterstützung des GfK Nürnberg e.V. durchgeführt hat, wurden im September und Oktober 2007 insgesamt 21.000 Personen über 15 Jahren in 20 Ländern zu ihren persönlichen und gesellschaftlichen Ängsten befragt. Weitere Themen waren, wie sie mit diesen Ängsten umgehen, was sie selbst tun, um die Welt zu verbessern, wie sich die globale Gesellschaft entwickeln wird und wer ihnen die größte Hoffnung für die Zukunft gibt.
Quelle: GfK;
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