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Editor's Pick


Zunehmende Bedeutung des Themas „Gefährdung durch Rauchen“

Die mit dem Konsum von Zigaretten verbundene gesundheitliche Gefährdung ist seit langem bekannt. Aktualisierung hat das Thema in diesem Jahr durch die schrittweise Einführung von Rauchverboten in Behörden, der Gastronomie, auf Bahnhöfen und in Verkehrsmitteln erfahren. Während der Nichtraucherschutz dadurch gestärkt werden dürfte, stellt sich die Frage, ob die Maßnahme auch Raucher motivieren kann, sich von ihrer Sucht zu verabschieden.
 
Als ein Indikator hierfür kann der Absatz von Raucherentwöhnungsmitteln (REW) herangezogen werden. Diese Medikamente sind in Deutschland teilweise rezeptfrei, teilweise verschreibungspflichtig, und gelten als sog. „Life Style“-Arzneimittel, die finanziell „Privatsache“ sind.
 
2007: Anstieg der Abgaben von Raucherentwöhnungsmitteln um +4%
 
In den Jahren 2004 und 2005 nahm der Absatz von REW zu, was auch mit der Erhöhung der Tabaksteuer zusammenhängen dürfte. Allerdings bewegt sich die Anzahl abgegebener Packungen mit um die zwei Millionen jährlich auf relativ niedrigem Niveau. 2006 war der Absatz wieder rückläufig. Analysen von IMS Health auf Basis der Studie PharmaScope® zeigen jedoch für die ersten acht Monate des Jahres 2007 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einen Zuwachs der Abgaben der öffentlichen Apotheken um fast +4%.
 
Entwicklung der Abgaben von Raucherentwöhnungsmitteln seit 2004
 
Der Großteil der abgegebenen REW (54%) wird von der Altersgruppe der 40-59-Jährigen gekauft. Das passt insofern in’s Bild als diese Gruppe ein stärker entwickeltes Gesundheitsbewusstsein haben dürfte als jüngere Menschen (18-39-Jährige: 28%) und von einer Aufgabe des Rauchens noch stärker profitieren würde als Ältere (60-79-Jährige: 18%).
 
Fragen der Zukunft: GKV-Erstattung oder allgemein rezeptfreie Raucherentwöhnungsmittel?
 
Eine Frage, über die nach Auffassung mancher Experten zu diskutieren sein wird, besteht darin, ob die REW mehr angewendet würden, wenn sie entweder von der GKV erstattet oder aber gänzlich in den rezeptfreien Status zur Selbstmedikation überführt würden. Für beide Modelle gibt es im europäischen Ausland erfolgreiche Belege. So sind Arzneien zur Nikotinersatztherapie bspw. in Schweden und in den Niederlanden rezeptfrei und in der Selbstmedikation gut verankert. In Großbritannien befürwortete das National Institute for Clinical Excellence (NICE) in 2002 als Ergebnis von Kosten-Nutzen-Analysen aus gesamtgesellschaftlicher Sicht die Erstattung durch den National Health Service (NHS). Seitdem wird die Nikotinersatztherapie dort auch im Rahmen staatlich geförderter Raucherentwöhnungsprogramme unterstützt. Daten auf ähnlicher Basis wie für UK liegen inzwischen auch für Deutschland vor. Derzeit ist offen, ob bei uns andere Wege beschritten werden oder ob es beim gegenwärtigen Status bleibt.
Quelle: IMS Health; www.imshealth.de

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