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Zurück an Heim und Herd?

Konsum statt Kinder? Freizeit statt Familie? Das Geld, das Kinder kosten, lieber in das eigene Vergnügen investieren? Das war einmal. In den achtziger und neunziger Jahren wollte die junge Generation im Alter bis zu 34 Jahren immer weniger von Heirat und Familiengründung wissen (1985: 58% - 1994: 53% - 1999: 52%). Jetzt nach der Jahrtausendwende ist eine Trendwende feststellbar: Nicht Sport, Hobby und Urlaubsreisen stehen im Zentrum des Lebens, sondern Ehe, Kinder und Familie (56%).
 
„Irgendwann hört der Spaß auf, wenn die Sinnfrage unbeantwortet bleibt“, so Prof. Dr. Horst W. Opaschowski, der Leiter des B.A.T Instituts, zu dieser repräsentativen Umfrage. „Der Trend zur Individualisierung des Lebens hat seinen Zenit überschritten. Die Mehrheit der jungen Leute entdeckt die Werte von Beständigkeit und Verlässlichkeit wieder. Sie erkennt, dass die Sorge um die Familie und die eigenen Kinder auf Dauer mehr persönliche Lebenserfüllung gewährt, als wenn man immer nur an sich selbst denkt.“ Es bestätigt sich eine Prognose des B.A.T Instituts aus dem Jahre 1999 über die neue Generation @: „Sie surft in 90 Sekunden um die Welt, zappt wie im Fernsehen durch das Leben und macht das Heim zum Boxenstopp. Rast- und ruhelos – und dennoch auf der Suche nach Sinn, Halt und sozialer Geborgenheit. Eine Trendwende ist möglich“ (B.A.T Institut 1999). Jetzt ist es offensichtlich so weit.
 
Es zeichnet sich ein grundlegender Einstellungswandel ab, der sich allerdings nur langsam entwickelt und nicht von heute auf morgen demographische Veränderungen zeigen wird. Dafür sprechen vor allem die noch immer großen Vorbehalte der jungen Männer, die mehr Wert auf ihre Freiheit und Unabhängigkeit legen (48% – junge Frauen: 31%) und weniger daran glauben, dass auch im Familienleben genügend Zeit für persönliche Freizeitinteressen bleibt (51% - junge Frauen: 68%). In der Einstellung zu Ehe und Familiengründung liegen zwischen beiden Geschlechtern geradezu Welten. Dennoch: „Die Gesellschaft der Ichlinge befindet sich auf dem Rückzug“, so Professor Opaschowski. „Die Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt und sinkende Realeinkommen sorgen dafür, dass die Gewöhnung an das unbeschwerte Leben zwischen Konsum-Genuss und Ego-Trip an ihre finanziellen Grenzen stößt. Sport, Hobby und Urlaubsreisen muss man sich schließlich auch leisten können.“
 
Die Spaßgesellschaft, in der man viel Zeit „für sich“ haben wollte, ohne an andere denken zu müssen, hat sich überlebt. Die Meinung „Man kann auch ohne Ehe, Kinder und Familie glücklich sein“ findet bei der jungen Generation immer weniger Anhänger (1994: 46% - 1999: 45% - 2003: 37%). Es geht nicht mehr nur um das eigene Vergnügen. Mit anderen zusammensein macht genauso viel Spaß. Und Beständigkeit und Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns stehen wieder mehr im Zentrum des Lebens.
 
Statt sich also endgültig von der Familie zu verabschieden, arrangieren sich viele: Lebensgenuss und Lebenserfüllung schließen sich für sie nicht mehr gegenseitig aus. Die junge Generation will offensichtlich beides, weil auch im Familienleben genügend Zeit für eigene Interessen bleibt.
 
Quelle: BAT Freizeit-Forschungsinstitut; info@bat.de

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