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Marketing


Multi-Channel-Shopping überwiegt auf lange Sicht

© Joujou / PIXELIO 

 © Joujou / PIXELIO

Bei Händlern, die Kunden über mehrere Kanäle wie Geschäft und Internet hinweg bedienen, klingelt in Zukunft die Kasse: Der Umsatz aus dem sogenannten Mehrkanal-Geschäft im Bereich der Non-Food-Warengruppen steigt bis 2015 um knapp 80 Prozent.
 
Mehrkanal-Geschäft bedeutet: Ein Kunde informiert sich über ein Produkt zum Beispiel im Laden oder im Internet. Dann kauft er es über einen anderen Kanal. Rund 14 Milliarden Euro hat der Handel im Jahr 2009 auf diese Weise umgesetzt. Das entspricht knapp 10 Prozent des Gesamtumsatzes mit Non-Food-Waren. In den kommenden fünf Jahren wird dieser Anteil auf 17 Prozent steigen. Der Anteil des reinen Online-Handels wächst dagegen ‚nur’ von 7 auf 10 Prozent. Schrumpfen wird der Umsatzanteil mit Verkäufen, bei denen Kunden ausschließlich das klassische Ladengeschäft aufsuchen.
 
Prognose Umsatzanteile Non-Food Multichannel-Handel 2015 (Quelle: GfK) 

 Prognose Umsatzanteile Non-Food Multichannel-Handel 2015 (Quelle: GfK)

Die Multichannel-Optionen müssen dem Kunden dabei allerdings einen wirklichen Mehrwert schaffen. Ansonsten entstehen teure und komplexe Prozesse, die in keinem Verhältnis zum geschaffenen Gegenwert stehen. Laut Studie ist Mehrwert für die Kundengruppe „Jüngere Singles mit gutem Einkommen“ zum Beispiel, dass sie sich über das Internet Markenkleidung in die nächstgelegene Filiale bestellen können, die das Geschäft nicht standardmäßig auf Lager hat.
 
Als Zielgruppe für das Mehrkanalgeschäft macht die Untersuchung derzeit vor allem jüngere Menschen aus, darunter junge Familien der Mittel- und Arbeiterschicht. Wahre „Multichannel-Enthusiasten“ seien vor allem Studenten, Auszubildende und gut verdienende Alleinlebende. Sie wickeln bereits etwa ein Fünftel aller Non-Food-Käufe im Zusammenspiel von Online- und Ladengeschäft ab.
 
Doch nicht jede Warengruppe ist gleich gut für das Wechselspiel der Kanäle geeignet. Auch darauf weist die Studie hin. Bei Elektrogeräten lag der Anteil des Mehrkanal-Umsatzes im Jahr 2009 um die 20 Prozent. Bei Bekleidung waren es dagegen nur etwa fünf Prozent. Eine Ausnahme ist Kinderkleidung. Hier erwarten die Experten das größte Wachstum: fast 150 Prozent in den kommenden sechs Jahren. 
 
Die Studie „Non-Food Multichannel-Handel 2015 - Vom Krieg der Kanäle zur Multichannel-Synergie“ von GfK Panel Services Deutschland und Accenture basiert auf der Analyse von Non-Food-Einkäufe deutscher Haushalte sowie der GfK-Lebenswelten-Systematik, anhand derer die deutsche Bevölkerung mittels Lebenszyklusphasen und sozialen Schichten gegliedert wird.
Quelle: GfK

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