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Marketing


Werbedruck +4,5%

© Rainer Sturm / PIXELIO 

 © Rainer Sturm / PIXELIO

Im ersten Quartal 2011 konnte der Werbedruck weiter ausgebaut werden und schließt laut Nielsen mit einem Wachstum von +4,5% auf 5,7 Milliarden Euro ab. Zwar schloss der März mit -2,1% ab, doch Januar und Februar waren mit +9,6% und 8,9% so stark, dass sie dies abfedern konnten.
 
Ein erfreuliches Wachstum seines Bruttowerbedrucks verzeichnete der Pkw-Markt, der mit einem Plus von 37,8 Millionen Euro auf 375,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresvergleich abschloss. Wachstumstreiber der Branche waren hier vor allem Toyota (plus 12,7 Millionen Euro), Opel (plus 9,1 Millionen Euro) und Seat (plus 8,3 Millionen Euro).
 
Eine weitere interessante Entwicklung ist im ersten Quartal 2011 bei den caritativen Organisationen in Deutschland zu beobachten, die ihren Werbedruck um plus 33,4 Millionen Euro auf insgesamt 87,1 Millionen Euro gesteigert haben. Diese Steigerung wird zu einem Drittel von dem Dt. Caritasverband getragen. Der größte Wohlfahrtsverband Deutschlands wirbt dabei vornehmlich für seine Caritas-Kampagne 2011 mit dem Titel „Kein Mensch ist perfekt. Behinderte Menschen: Menschen wie du und ich“, mit dem Ziel Barrieren in Köpfen und Gebäuden abzubauen.
 
Die stärkste Werbereduzierung haben indes überraschenderweise die Milchprodukthersteller der weißen Linie vorgenommen: Diese senkten ihren Bruttowerbedruck um fast die Hälfte (minus 47,1 Millionen Euro) auf 54,0 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Mit einem Minus von 22,3 Millionen Euro auf 22,8 Millionen Euro zeichnet Danone für einen Hauptteil der reduzierten Werbespendings verantwortlich. Der Moprohersteller, der zuletzt auf prominente Testimonials verzichtete, sparte bei seinen klassischen Produkten, wie z. B. Activia Fruchtjoghurt und Actimel, an Werbung ein und fokussierte sich indes auf die stärkere Bewerbung seiner neuen Geschmacksrichtung Actimel Powerfrucht, die derzeit mit der Power-Hymne von Snap promotet wird.
 
Auch der negative Werbetrend der Handelsorganisationen hält in den ersten drei Monaten des Jahres 2011 weiter an. Insgesamt reduzierten diese ihren Bruttowerbedruck um minus 35,9 Millionen Euro auf 479,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Doch nicht die Discounter haben in dieser Branche ihren Werbedruck am stärksten reduziert, sondern die Lebensmittelfilialisten mit minus 22,7 Millionen Euro.
 
Als einziges Medium der Above-the-line-Medien verzeichneten die Zeitungen in den ersten drei Monaten 2011 einen Rückgang ihrer Bruttowerbeumsätze. Maßgeblich für diesen Rückgang verantwortlich zeichnen Media-Saturn-Holding (minus 26,0 Millionen Euro), Aldi (minus 17,5 Millionen Euro) und Lidl (minus 16,8 Millionen Euro). Die Strategie 2011 von Aldi (Süd) auf Zeitungsinserate zu verzichten bzw. Aldi (Nord) verstärkt in Publikumszeitschriften zu werben, wird damit bereits im Mediamix des Lebensmitteldiscounters deutlich sichtbar.
 
Die gesamten Bruttowerbedruckumsätze der Above-the-line-Medien verteilten sich auf die einzelnen Mediengattungen im ersten Quartal 2011 dabei wie folgt:
 

Fernsehwerbung

2,4 Mrd. Euro

+0,9%

Tageszeitungen (ohne Rubrikenanzeigen)

1,2 Mrd.Euro

-2,7%

Publikumszeitschriften

850,6 Mio Euro

+6,6%

Online

624,3 Mio Euro

+35,6%

Radio

322,2 Mio Euro

+6,1%

Plakat

216,4 Mio Euro

+10,4%

Fachzeitschriften

102,7 Mio Euro

+5,4%

Kino

16,2 Mio Euro

+8,9%

 
Die von Nielsen erhobenen Bruttowerbedaten geben den Werbedruck wieder, den die Werbungtreibenden auf ihren Produkten und Services beim Konsumenten entfachen. Aus den Bruttowerbedaten lässt sich detailliert ablesen, welche Mediastrategie die Werbungtreibenden verfolgen.

Nähere Informationen zu Nielsen finden Sie auch online im p&a Handbuch der Marktforschung. 

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