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Studien


Die Deutschen können nicht mehr genießen

Zeit zum Loslassen ist laut Studie abhanden gekommen (© Uli Carthäuser / pixelio.de) 

 Zeit zum Loslassen ist laut Studie abhanden gekommen (© Uli Carthäuser / pixelio.de)

Der Umgang mit den zahllosen Genussangeboten gestaltet sich im „Hamsterrad“ der Alltagspflichten als herausfordernd, da sich berufliche und familiäre Belastungen oft als Genusshemmer darstellen. 46 Prozent der Menschen in Deutschland haben den Eindruck, dass es ihnen im stressigen Alltag immer seltener gelingt, wirklich etwas zu genießen. Unter den 18- bis 39-Jährigen sind es sogar 55 Prozent der Befragten.

 
Das Angebot an Genüssen und Genussmöglichkeiten wird immer größer, doch irgendwie hat man das Gefühl, immer weniger genießen zu können und an einem Genussdefizit zu leiden. Aus dieser paradoxen Situation resultieren zwei Konsequenzen: Die Menschen stehen unter „Genuss-Druck“, weil man unbedingt an den multiplen Genussoptionen partizipieren und auch selbst ein Genießer sein möchte. Und es kann zu „Genuss-Neid“ auf diejenigen kommen, die in der Lage sind, die Genussangebote wahrzunehmen und auszukosten. So bekommt Genuss schon fast etwas Zwanghaftes und hemmt in der Folge die eigene Genussfähigkeit.  
 
Auch sind die meisten der Befragten (81 Prozent) der Auffassung, dass Genuss legitimiert werden muss durch eine zuvor erbrachte Leistung. Außerdem haben die Menschen ganz offensichtlich die Fähigkeit verloren, sich aktiv und bewusst gehen zu lassen. 51 Prozent der Befragten fällt es oft schwer, einmal loszulassen. Aber die psychologische Untersuchung zeigte auch, wie sehr sich die Menschen nach „Los-Lassen“ sehnen. 65 Prozent der Menschen in Deutschland geben zu, dass Genuss häufig von einer besonderen Atmosphäre abhängt, die man nicht vollständig beeinflussen kann.
Eine schöne Tasse Kaffee zum Genießen ...(© Andreas Dengs, www.photofreaks.ws / pixelio.de) 

 Eine schöne Tasse Kaffee zum Genießen ...(© Andreas Dengs, www.photofreaks.ws / pixelio.de)

 
Betrachtet man den Genuss in Verbindung mit Alkohol, so ergeben sich eine öffentliche und eine private Seite des Alkohols. In der Öffentlichkeit sprechen Menschen eher zurückhaltend und beschämt über den Genuss alkoholischer Getränke. In den Einzelinterviews zeigte sich aber, dass die Menschen viel offener vom Alkoholkonsum erzählen. Der Konsum von Alkohol stellte sich als selbstverständlich dar. 70 Prozent der Menschen in Deutschland, die zumindest gelegentlich alkoholische Getränke zu sich nehmen, sagen, dass sie auch mal mit gutem Gewissen ein Glas Alkohol trinken möchten. 75 Prozent der Befragten gaben an, dass Alkohol dann für sie Genuss ist, wenn er in Maßen getrunken wird.
 
Im Rahmen der Studie konnten drei unterschiedliche Genussarten identifiziert werden:
 
1. Die bewusste Entspannung
Diese Form des Genusses wird von den Menschen noch am ehesten erfahren – 37 Prozent sagen, dass sie sehr häufig Genussmomente erleben, in denen sie bewusst entspannen. Dabei wird der Genuss bewusst geplant und vorbereitet. Der Zugang zum Genuss ist eher rational und läuft recht „kopflastig“ ab. Eine totale Hingabe findet nicht statt, der gesamte Verlauf bleibt kontrolliert. Beispiele: ein besonderes Essen für Gäste zubereiten, ein Wellness-Tag, eine bewusste Mittagspause etc.

2. Der sinnlich-provokante Genuss

Nur 10 Prozent geben an, dass sie sehr häufig Genussmomente erleben, in denen sie auch mal etwas Verrücktes machen – also etwas Sinnliches, Provokantes, leicht Verbotenes, jenseits des sozial Akzeptierten. Danach sehnen sich aber 66 Prozent der Befragten zumindest gelegentlich. Hierzu gehört, einem spontanen Impuls nachzugeben, kleine Heimlichkeiten und größere Provokationen, sowie auch sinnliche Genüsse rund um die Sexualität.

3. Der ganzheitliche Hochgenuss

Das überwältigende, ganzheitliche, manchmal sogar glücklich-rauschhafte Gefühl wird an den Hochgenuss geknüpft, der immer auch ein bisschen überraschend kommt und sich oft ungeplant einstellt. Eng an dieses Gefühl ist geknüpft, dass man loslassen oder sich hingeben kann.
 
Der rheingold salon hat im Auftrag von Diageo und Pernod Ricard in einer Kombination aus tiefenpsychologischer und quantitativer Befragung das Thema Genuss untersucht. Im Rahmen der qualitativen Befragung wurden zu Beginn des Jahres Gruppendiskussionen und Einzel-Tiefeninterviews in Köln, Hamburg, Leipzig und München durchgeführt. Insgesamt nahmen 30 Frauen und 30 Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren teil. Für die repräsentative quantitative Befragung wurden anschließend mehr als 1.000 Personen aus dem Research Now Online-Panel befragt. Insgesamt nahmen 503 Frauen und 503 Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren an der Befragung teil.
Nähere Informationen zu rheingold salon finden Sie online im p&a Handbuch der Marktforschung. Firmenprofil >>

Zum Eintrag zu Research Now gelangen Sie hier: Firmenprofil >>

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