Studien
2. September 2010
Online wird recherchiert, aber vor Ort unterschrieben
Online recherchieren, offline abschließen ist der Trend bei Finanzverträgen: 59,4% aller neu geschlossenen Finanzverträge geht inzwischen eine Online-Recherche voraus. Der reine Online-Absatz (10,8% des Neugeschäfts) unterschätzt also die Bedeutung des Internets dramatisch. Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Bedeutung des Online-Kanals für Privatkunden.Über 60 % der Internetnutzer besuchen im Quartal Internetseiten mit Finanzthemen, 20% stellen finanzrelevante Suchanfragen. Im Schnitt beginnen die Kunden siebeneinhalb Wochen vor Vertragsabschluss mit der Online-Recherche. Sie besuchen dazu 43 finanzrelevante Internetseiten und stellen elf Suchanfragen zu Finanzthemen. Während die Nutzer durchschnittlich eine gute Stunde im Quartal der Online- Recherche nach Finanzthemen widmen – unabhängig davon, ob sie Neuabschlüsse tätigen oder nicht – verbringt ein Viertel von ihnen weniger als fünf Minuten im Quartal auf Finanzseiten.
Suchmaschinen sind die bedeutendste unabhängige Informationsquelle, wobei Google von 36 % für den Einstieg genutzt wird.
Die Bedeutung des Internets als Abschluss- und Recherche-Kanal wird zukünftig weiter zunehmen. Dass ROPO-Segment (Research online / Purchase offline) dürfte Kunden an den reinen Online-Kanal verlieren, aber gleichzeitig Zustrom aus dem reinen Offline-Segment erhalten. Viele Kunden dürften auch in Zukunft ihre eigenen (Online-)Rechercheergebnisse mit einer professionellen Beratung verbinden wollen. Beratungskompetenz – online, offline und in Kombination – bleibt also auch weiterhin ein entscheidendes Instrument zur Kundenbindung.
Die neue Studie von GfK, Google und Deutsche Bank Research verbindet klassische Verbraucherbefragungen (Finanzmarktpanel) mit der Messung des tatsächlichen Internetverkehrs (Media-Efficiency-Panel) von 5.000 Haushalten. Das Media-Efficiency-Panel nutzt eine erweiterte Form einer Clickstream-Analyse, die alle Klicks, Suchanfragen und gezeigte Werbung der Teilnehmer aufzeichnet und bestimmten finanzrelevanten Kategorien zuordnet. Die Daten werden von der GfK erhoben und in anonymisierter Form ausgewertet.
Quelle: Deutsche Bank Research
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