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Studien


Bürger sein in Österreich

Die demokratischen Gebote in Österreich 

 Die demokratischen Gebote in Österreich

Politikverdrossenheit gilt als Reaktion auf u.a. falsche Versprechungen der Politiker. An der Bringschuld der Politiker gibt es keinen Zweifel. Allerdings vertreten auch knapp zwei Fünftel der Österreicher die Ansicht, man solle in der Politik nicht nur protestieren, sondern auch sagen, was und wie man etwas besser machen könne. Allerdings ist die explizite Forderung nach persönlicher Mitbestimmung in der Politik mit 28 Prozent sehr gering. Dies bestätigt Umfragebefunde, wonach es sich bei der vermeintlich heiß gewünschten Beteiligung der Wähler am politischen Entscheidungsprozess um ein gern deklamiertes, in Wirklichkeit aber keineswegs elementares Verlangen der Bevölkerung handelt. Nur mehr jeder vierte Österreicher erblickt das Kennzeichen eines guten Staatsbürgers im möglichst großen Gehorsam gegenüber Älteren und Vorgesetzten. Prozentgenau gleich ist die Empfehlung zur Aufgeschlossenheit für fremde Kulturen.
 
Aus den Befunden der Studie ließen sich mit Hilfe von Clusteranalysen sehr deutlich erkennbare Bewusstseinsfamilien, also Gruppen mit ähnlichen Denkweisen, ableiten. In weiterer Folge wurde vom Institut anhand von Intensitätsskalen geprüft, welche statistische Verbreitung die jeweiligen Denkmuster in der Bevölkerung besitzen.
 
Der pflichtbewusste Bürger (Good Citizen): Erwachsene, die sich für möglichst viel Eigenverantwortung, freiwillig erbrachte Leistungen, konstruktiver Kritik an den inneren Zuständen, sowie für eine rege Beteiligung an Wahlen aussprechen und ansonsten eine Bereicherung des Einzelnen auf Kosten der Allgemeinheit ablehnen. In stärkster Ausprägung ist dieses Verhaltensmuster bei 32 Prozent, in mittlerer Intensität bei 34 Prozent und in ganz schwacher Form bei ebenfalls 34 Prozent der Österreicher vorhanden. Dabei sind Personen über 50 sowie Angehörige der höchsten Bildungsschicht (Maturanten und Akademiker) unter den Musterdemokraten erheblich häufiger zu finden als in den entsprechenden Gegengruppen.
 
Der heimatverbundene Traditionalist: Die zweitstärkste Bewusstseinsfamilie besteht aus Österreichern, die besonders viel Wert auf die Pflege der eigenen Sprache und die kulturelle Überlieferung des Landes legen, die für die Verteidigung des christlichen Glaubens eintreten, Recht und Ordnung einfordern, das Prinzip des Gehorsams bejahen sowie die Liebe zur Heimat empfehlen. In reinster Form findet man das Familienmerkmal des „heimatverbundenen Traditionalisten“ bei einem guten Fünftel der Bevölkerung, in mittlerer Ausprägung bei einem satten Drittel und nur mehr undeutlich wahrnehmbar bei 45 Prozent der Erwachsenen.
 
Der multikulturelle Gleichheitsphilosoph: Personen, die sich ganz allgemein für viel Gleichheit einsetzen, die Aufgeschlossenheit für fremde Kulturen preisen, die Gleichstellung von Zuwanderern mit Österreichern anstreben, sich für eine europäische Gesinnung stark machen und im Übrigen laut nach politischer Mitbestimmung rufen. Die beschriebene Fraktion repräsentiert statisch nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung. Ihr harter Kern umfasst lediglich sieben Prozent der Erwachsenen. In mittlerer Intensität findet man multikulturelles Gleichheitsdenken bei 26 Prozent. Kaum vorhanden ist es bei 67 Prozent, also bei mehr als zwei Drittel der Österreicher.
 
Imas befragte zwischen dem 22. März und 06. April 2012 1.084 Personen in Österreich ab 16 Jahren.
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