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Studien


Der ländliche Raum verliert Menschen

Deutschlands Bevölkerungsstruktur wird sich in den kommenden Jahren spürbar verändern. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergibt, dass der ländliche Raum weiter ausdünnt und die Kommunen vor unterschiedliche Herausforderungen stellt.

Deutschland wird bis zum Jahr 2030 um mehr als eine halbe Million Einwohner schrumpfen. Das zeigt eine Bevölkerungsprognose aus dem Datenportal "Wegweiser Kommune" der Bertelsmann Stiftung. Für die Studie wurde die zahlenmäßige Entwicklung der Bevölkerung für Städte und Gemeinden ab 5.000 Einwohner sowie aller Landkreise berechnet. Demnach werden in 15 Jahren trotz zu erwartender hoher Zuwanderung in Deutschland nur noch 79,97 Millionen Menschen leben, 0,7 Prozent weniger als 2012.

Der Bevölkerungsrückgang verteilt sich innerhalb Deutschlands sehr unterschiedlich. Während östliche Länder wie Sachsen-Anhalt, Thüringen sowie Mecklenburg-Vorpommern sowie das Saarland einen beachtlichen Teil ihrer Bevölkerung verlieren, werden die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie die Flächenländer Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein wachsen.

Generell setzt sich der Trend fort: Städtische Regionen wachsen, der ländliche Raum verliert. Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung: "Es wird für die schrumpfenden und alternden Regionen immer schwieriger, eine gute Infrastruktur zu gewährleisten." Die zentrale Herausforderung sei, auch in einwohnerschwachen Regionen flexible Mobilitätsangebote, schnelles Internet und eine angemessene Gesundheitsversorgung in erreichbarer Nähe anzubieten.

Die zunehmende Alterung der Bevölkerung bedeutet einen erhöhten Pflegebedarf in den Kommunen. 2030 wird die Hälfte der Bundesbürger älter als 48,1 Jahre sein. In den kommenden 15 Jahren steigt die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre bundesweit um 47,2 Prozent auf über 6,3 Millionen. Auch dieser Wert verändert sich regional ganz unterschiedlich. Jüngste Kommunen sind dann München, Unterföhring (Kreis München) und Münster. Älteste Kommunen sind im Jahr 2030 voraussichtlich Bad Füssing (Kreis Passau), Guben (Kreis Spree-Neiße) und Grömitz (Kreis Ostholstein).

"Mit dem Anstieg dieser Altersgruppe vergrößert sich auch der Unterstützungs- und Pflegebedarf in den Kommunen. Es gilt, frühzeitig der Gefahr von Versorgungslücken aufgrund fehlender Pflegekräfte entgegenzuwirken", so Mohn.

Der "Wegweiser Kommune" ermöglicht einen Blick auf die Entwicklung in den Politikfeldern demographischer Wandel, Bildung, Finanzen, Integration und soziale Lage. Die Auswertungen und Analysen stammen von der Bertelsmann Stiftung. Unter www.wegweiser-kommune.de werden für alle Kommunen in Deutschland mit mehr als 5.000 Einwohnern Daten, Bevölkerungsvorausberechnungen, Handlungskonzepte und Praxisbeispiele für kommunale Akteure zur Verfügung gestellt. (hed)


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