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Studien


Deutsche mit Doppelleben

Die Deutschen führen Studienergebnissen zu Folge ein  Doppelleben (© sokaeiko / pixelio.de)  

 Die Deutschen führen Studienergebnissen zu Folge ein Doppelleben (© sokaeiko / pixelio.de)

Die Deutschen entwickeln im Verhältnis zu ihrer Nation ein Doppelleben: Im „öffentlichen“ Bild dieses Doppellebens stehen die ungeliebten und stereotypen Vorstellungen vom Deutschen. Jenseits davon hat sich ein weiteres „privates Leben“ in Deutschland entwickelt, das voller Vielfalt steckt.

Typisch deutsch im „öffentlichen Bild“
Mindestens 90% der Befragten stufen die Tugenden Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Fleiß, Ordnung und Sauberkeit als typisch deutsch ein. Das Bild des typisch Deutschen erweist sich somit als sehr konsistent. Die große Mehrheit hat trotz der vermeintlich guten Wirtschaftslage das Gefühl, dass sich ihr Land nicht weiterentwickelt. Es besteht eine tiefe Sorge über den Zustand der Nation. 70% stimmen der drastischen Aussage zu: „Deutschland geht immer mehr den Bach runter.“

„Die deutsche Politik ist zögerlich und wankelmütig“ finden 80% der Befragten. Sie sind der Meinung, „es mangelt der Politik an Entscheidungsfähigkeit und Tatkraft.“ Und der Schatten der NS-Vergangenheit ist immer noch ein Hemmschuh. 72% sagen, „unsere Nazi-Vergangenheit hemmt uns und hindert uns daran, in der Politik entschiedenere Maßnahmen zu ergreifen.“

Typisch für das „private Deutschland“
Die Haltung zur eigenen Nation ist bei den Deutschen unterschiedlich: Ca. ein Drittel stuft sich als typisch deutsch ein, ebenfalls ein Drittel explizit als nicht typisch deutsch – und das restliche Drittel möchte weder das eine noch das andere sein.
Individuelles Leben ist den Deutschen ein Anliegen: 79% sagen, dass ihnen „ihre individuelle Freiheit am wichtigsten ist.“ Alle Befragten beobachten aber auch, dass diese Freiheit in harmloser oder heftiger Weise überstrapaziert und missbraucht wird. Das verunsichert. Den vermeintlich unsicheren Perspektiven für Deutschland stellen die Deutschen viel Sicherheitsdenken gegenüber: 96% der Deutschen ist „es wichtig, Menschen zu haben, auf die sie sich verlassen können, egal was passiert.“ Und eine gesicherte Rente ist 91% wichtig.

Doppelleben kein Widerspruch
Das öffentliche stereotype Bild vom funktionierenden Deutschen wird durch die Bank hochgehalten, aber auch wenig geliebt. Die Deutschen halten an ihm jedoch gerne fest, weil es mit seiner „Musterknaben“-Attitüde hilft, „dunkle, schwierige Seiten“ des Deutsch-Seins psychologisch außen vor zu lassen.

Das Doppelleben steht unter Druck (© Ulla Thomas / pixelio.de)  

 Das Doppelleben steht unter Druck (© Ulla Thomas / pixelio.de)

Jenseits dieses stereotypen und tugendhaft normierten Bildes vom Deutschen hat sich de facto längst ein reiches, vielfältiges Leben im „privaten“ Deutschland entwickelt. Individuelle Freiräume und persönliches Glück stehen hier im Vordergrund. Hier zeigen sich auch weniger tugendhafte Seiten der Deutschen: 73% der Befragten sagen: „Die Deutschen sind gar nicht alle so ehrlich, pünktlich und gewissenhaft, wie man immer denkt – es gibt auch eine ganze Menge Schlawiner darunter.“

Psychologisch verhilft das Doppelleben mit seiner Stereotypie dazu, hinter einer scheinbar intakten normierten öffentlichen Fassade ein vielfältiges, unbeschwertes Leben im Privaten führen zu können. Doch das Doppelleben gerät unter Druck, denn der deutsche „Apparat“ droht, überlastet zu werden. Die Sekundärtugenden schützen nicht mehr, werden ausgehöhlt und sogar vom Ausland angegriffen. Dies macht zwar generell Angst, diese wird aber bislang überwiegend im Privaten behandelt. Es steigt die Wertschätzung von Personen und Organisationen, die den deutschen Apparat mit seinen Rahmenbedingungen erneuern wollen. Erneuerungs-Sehnsüchte betreffen dabei vor allem die Bereiche Natur (Umweltschutz, Nachhaltigkeit), „kluge Köpfe“ (Bildung und Entwicklung) und die Werte des Zusammenlebens. Einmal anders und psychologischer formuliert: Wir sehnen uns nach Pflege unserer deutschen Natur, Renovierung unserer deutschen Werte und Entwicklung unseres deutschen Könnens.

Dies sind Erkenntnisse aus der OETTINGER Deutschland-Studie, die es sich zum Gesetz hat, dem Thema „Deutschland“ umfassend und tiefenpsychologisch auf den Grund zu gehen. Die Erkenntnisse sind durch neutrale, produktunabhängige Befragungen zustande gekommen. Im Rahmen der qualitativen Befragung wurden von Mai bis August Gruppendiskussionen und Einzel-Tiefeninterviews mit 200 Personen an 11 Standorten in Deutschland durchgeführt (Rostock, Erfurt, Leipzig, Berlin, Stuttgart, München, Nürnberg, Bochum, Hannover, Hamburg und Köln). Für die repräsentative quantitative Befragung wurden anschließend mehr als 1.000 Frauen und Männer im Alter von 18 + in Zusammenarbeit mit der Universität Bremen und der lehrstuhlnahen Einrichtung Talking-Data in einem Online-Panel befragt.
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