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Studien


Die Unruhen in Großbritannien

© Gerd Altmann / PIXELIO 

 © Gerd Altmann / PIXELIO

Im Internet steht die Kritik an Politik und Medien im Umgang mit den Unruhen in Großbritannien im Vordergrund. Die vorliegende Social Media Analyse kombiniert mir einer quantitativen Umfrage zeigt außerdem, dass Deutsche und Briten unterschiedliche Meinungen dazu haben, was bei solchen Unruhen als legitimes Mittel des Protests zählt.
 
Zum einen beschäftigte sich die deutsche Netzwelt natürlich mit den Fragen nach Art und Ursachen der Unruhen. Interessanterweise lässt sich feststellen, wie vor allem in den ersten beiden Tagen der Begriff „UK riots“ in vielen Beiträgen in Blogs, Kommentaren aber auch Medien-Websites direkt ins Deutsche übernommen wurde. Erst nach und nach redet man auf deutschen Blogs und Webseiten von „Krawallen, Unruhen, plündernden Mobs oder Randale“ in Großbritannien. Es scheint, als ob gerade in den ersten Tagen weder die Netz-Öffentlichkeit, noch Medien und Politik die Ereignisse ganz klar verorten konnten oder wollten.
 
In diesem Zusammenhang wundert es nicht, dass ein vieldiskutiertes Thema der Blogosphäre die Kritik an der Berichterstattung der Medien war. Dabei wird einerseits die Intellektualisierung der Unruhen als „Aufstand der Abgehängten“ durch deutsche Feuilletons kritisiert. Andererseits reibt sich die Netzgemeinde an einer Vereinfachung der Medien-Darstellung, die die Unruhen auf willkürlichen Krawall von arbeitslosen, frustrierten Jugendlichen reduziert, ohne die die Komplexität der Ursachen zu berücksichtigen. Für die Netzwelt signalisiert insbesondere die Reduktion der Ereignisse auf die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Facebook oder Twitter ganz klar politische Hilflosigkeit.
Umfrage: Wie weit dürfen Proteste gehen? 

 Umfrage: Wie weit dürfen Proteste gehen?


Neben der deutschen Netzwelt scheint auch die britische Bevölkerung eine gewisse Hilflosigkeit der Politik zu beobachten. Gerade mal 9% der britischen Befragten sind mit dem Krisenmanagement der Politik zufrieden. 71% sind dagegen nicht zufrieden oder sogar enttäuscht vom Umgang der Politiker mit den Unruhen.
 
Ein erheblicher Unterschied zwischen deutschen und britischen Befragten ergibt sich bei der Frage danach, welche Formen des Protests sie als legitim erachten. Während 76% aller deutschen Befragten Demonstrationen als legitimes Mittel des Protests sehen, sind es unter den Briten nur 34%. Ähnlich verhält es sich mit Streiks oder Arbeitsniederlegung als Protestform. Diese sehen doppelt so viele Deutsche wie Briten – 56% versus 27% - als legitim. Noch frappierender sind die Unterschiede bei der Frage, ob Gewalt gegen die Polizei eine legitime Form des Protests ist. 17% der deutschen Befragten können sich Gewalt gegen die Polizei unter Umständen als Mittel des Protests vorstellen, aber nur 5% der Briten sehen dies so.
 
In einer Kombination aus Social Media-Analyse und quantitativer Befragung in Deutschland und UK haben Q | Agentur für Forschung aus Mannheim und ODC Services aus München die öffentliche Diskussion über die Unruhen in Großbritannien analysiert. Während Q | das deutsche Social Web mit dem linkfluence-Tool betrachtete, befragte ODC Services in einer Online-Umfrage 677 Deutsche und 828 Briten.
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