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Studien


„Die“ österreichische Jugend gibt es nicht

Bei einer detaillierten Untersuchung jugendlicher Lebenswelten in Österreich konnten verschiedene Millieus erkannt werden: die Digitalen Individualisten, die Adaptiv-Pragmatischen, die Hedonisten, die Konservativ-Bürgerlichen, die Performer und die Postmateriellen.
  • So stürzen sich die Jugendlichen des Milieus der Digitalen Individualisten (18  Prozent) in offensives Experimentieren und kreative Welterkundung und verspüren die Gewissheit, aufgrund ihrer guten Ausbildung und der sozialen Kontakte ihrer Eltern schon einen guten Platz in der Gesellschaft zu finden.
  • Die Adaptiv-Pragmatischen Jugendlichen (18 Prozent) dagegen, deren Eltern oft die Mitte der Gesellschaft repräsentieren, reagieren auf die unsicheren Verhältnisse mit defensivem Sicherheitsstreben, orientieren sich am Machbaren, sind besonders flexibel, fleißig und anpassungswillig.
  • Die spontanen, emotionalen, in erster Linie in der Gegenwart lebenden Hedonisten (21 Prozent), die oft aus benachteiligten sozialen Schichten stammen, verweigern sich den Werten des Mainstreams und suchen sich eine Überlebensnische in einer manchmal als feindselig empfundenen Welt.
  • Für die Konservativ-Bürgerlichen, die immerhin noch 17 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen umfassen, ist Selbstdisziplin wichtiger als Selbstentfaltung; sie beharren auf der alten Ordnung, sind familien- und heimatbewusst und pflegen einen bewusst konservativen Lebensstil. Und wenn auch die ganze Welt über Komplexität und Verwirrung klagt, den Optimismus der karriereorientierten
  • Performer (15 Prozent) kann nichts und niemand brechen. Auch sie kommen normalerweise aus guten sozialen Verhältnissen und sind überzeugt, sich in der globalen Welt gut behaupten zu können.
  • Bleibt die kleine Gruppe der Postmateriellen (10 Prozent), die sich gegen den Zeitgeist stemmen und Materialismus und Konsum sehr kritisch sehen.


© Gisela Peter  / pixelio.de   

 © Gisela Peter / pixelio.de

65 Prozent der jungen Leute in Österreich schauen persönlich optimistisch in die Zukunft, während nur 23 Prozent optimistisch in Hinblick auf die gesellschaftliche Entwicklung sind. Der persönliche Optimismus ist quasi „Pflicht“, das positive Denken gehört zum Lebensprogramm, während sich im gesellschaftlichen Pessimismus die allgemeinen Klagen über Überkomplexität, Krisen, Korruption etc. spiegeln. Interessant sind aber die milieuspezifischen Differenzierungen. Die Performer sind persönlich deutlich am optimistischsten, da sie sich gute Chancen auf eine berufliche Karriere und gute Verdienstmöglichkeiten ausrechnen. Die Hedonisten dagegen, die oft eine niedrige Schulbildung haben bzw. arbeitslos sind, markieren den pessimistischen Gegenpol und sehen geringe Chancen für ihre Zukunft. Während die Konservativ-Bürgerlichen unverdrossen und optimistisch auf die alten Werte und einen geradlinigen Lebensweg setzen, haben die Adaptiv-Pragmatischen zu oft von ihren Eltern gehört, dass sie deren Lebensstandard nur schwer halten können und sind entsprechend weniger optimistisch. Die Postmateriellen sind persönlich zwar relativ optimistisch, aber bezüglich der gesellschaftlichen Entwicklung noch deutlich negativer gestimmt als die anderen Jugendlichen.

Auch wenn „die Jungen“ immer wieder als „Digital Natives“ bezeichnet werden, muss diese Aussage deutlich differenziert werden. Zwar verbringen die sie im Durchschnitt 275 Minuten pro Tag mit dem Internet und jeder zweite verwendet mehrmals täglich soziale Netzwerke (v.a. Facebook). Aber gerade an letzterem lassen sich die großen Unterschiede zwischen den Jugendmilieus festmachen. Konservativ-Bürgerliche und Postmaterielle standen Facebook und Co. schon von vornherein äußerst skeptisch gegenüber. Für Performer ist v.a. das Informationsangebot im Internet relevant, Facebook und andere soziale Netzwerke werden von ihnen zielorientiert, zur beruflich relevanten Vernetzung eingesetzt. Hedonisten suchen nach Spiel und Unterhaltung, schätzen die Gewinnspiele auf Facebook und posten gern. Adaptiv-Pragmatische nutzen soziale Netzwerke, um in kontinuierlichem Kontakt mit ihrem Freundeskreis zu bleiben. Nur für die Digitalen Individualisten, die auch insgesamt die meiste Zeit im Internet verbringen, sind soziale Netzwerke in jeder Hinsicht ein integraler Bestandteil ihrer Alltagsorganisation.

Für die Sinus-Milieu Jugendstudie 2013 wurden von INTEGRAL und T-FACTORY 1.500 Onlineinterviews, repräsentativ für die 14- bis 29-jährigen, sowie 50 teilweise mehrstündigen Explora-tionen mit jungen ÖsterreicherInnen durchgeführt.
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