Studien
30. März 2011
Ernährungsgewohnheiten in Europa
Lebt man im Mittelmeerraum tatsächlich gesünder und ernähren sich die Engländer am liebsten von Pot Pie? Die vorliegende Studie zeigt auf alle Fälle erhebliche Unterschiede in der gesundheitlichen Verfassung der befragten Europäer in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Russland und Spanien auf.Personen mit gesunder Lebensweise bewegen sich demnach durchschnittlich 7,79 Stunden in der Woche, während eine eher ungesunde Lebensweise mit nur 1,54 Stunden Bewegung wöchentlich zu Buche schlägt. Mindestens einmal pro Woche essen 40% der Befragten mit einer gesunden Lebensweise Bioprodukte und 20% der Befragten mit einer eher ungesunden Lebensweise. Durchschnittlich führen 57% der sieben beteiligten Länder eine eher ungesunde Lebensweise gegenüber 43% mit einer eher gesunden Lebensweise.
Italiener sind am häufigsten der Überzeugung, dass ihre derzeitige Ernährung ihrer Gesundheit förderlich ist, während Russen, Deutsche und Briten meinen, ihre Ernährung sei nicht besonders förderlich für die eigene Gesundheit.
Personen mit Normal- oder Untergewicht essen täglich deutlich mehr Gemüse, vegetarische und selbst gekochte Mahlzeiten. Personen mit Adipositas dagegen essen mehr Fleisch. Eher ungesunde Gewohnheiten wie das Rauchen sind unter den Befragten mit Normal- oder Untergewicht besonders weit verbreitet, während der Alkoholkonsum sowohl in der oberen als auch in der unteren Body-Mass-Index (BMI)-Kategorie eher gering ist.
Gefragt nach der Kenntnis von Inhaltsstoffen und ihrem Wissen über Gesundheit und Ernährung glauben die Niederländer (90%) am besten informiert zu sein. In Deutschland halten sich 79% der Befragten für gut informiert. In allen Ländern gehören Inhaltsstoffe wie Vitamine, Glukose und Omega-3 zu den relativ gut bekannten. Gehärtete Fette, Polyphenole und Stevia belegen im Hinblick auf die Kenntnis dagegen eher die unteren Ränge.
Die Frage nach der dauerhaften Einnahme von Medikamenten über einen längeren Zeitraum wurde von 45% der Befragungsteilnehmer in Deutschland bejaht. Für Russland ergab sich hier die geringste Anzahl mit 20%. Die am häufigsten in den sieben Ländern verwendeten rezeptfreien Medikamente sind Schmerzmittel sowie Erkältungs- oder Grippemittel. In Deutschland stehen hier mit 44% die Schmerzmittel vor den Erkältungs- oder Grippemitteln (31%) und Vitaminen mit 25%. Das Vertrauen in Alternativmedizin ist in Großbritannien (30%) am geringsten, während die Hälfte der Franzosen und Deutschen uneingeschränktes Vertrauen in die Alternativmedizin hat. Mit einer durchschnittlichen Nutzung der Alternativmedizin bei 47% ist die Verbreitung in Frankreich ebenfalls relativ groß. In Spanien ist die Nutzung mit 33% am geringsten im Ländervergleich.
Die Online Studie „Gesundheit & Ernährung“ von TNS Infratest konzentriert sich auf die Altersgruppe ab 18 Jahren und soll die Nutzung und Einstellung dieser Grundgesamtheit mit Blick auf Gesundheit und Ernährung erfassen. Die Studie wurde in der Zeit vom 13. Juli bis 1. August 2010 in den sieben europäischen Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Russland und Spanien durchgeführt. Die Zusammensetzung der russischen Stichprobe ist nur für Stadtbewohner mit Internetzugang repräsentativ.
Nähere Informationen zu TNS finden Sie auch online im p&a Handbuch der Marktforschung.
Quelle: TNS Infratest
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