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Studien


Geschichten aus der Küche

© Rainer Sturm / PIXELIO 

 © Rainer Sturm / PIXELIO

In den letzten Jahren hat das Kochen stetig an Popularität gewonnen. Ein qualitativer Blick hinter die geschlossenen Küchentüren ermittelt deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen am Herd.

Kochen wird von Männern und Frauen unterschiedlich wahrgenommen. Während Männer eine eher egozentrische Sicht auf das Kochen haben, indem sie die Befriedigung ihrer eigenen kulinarischen Bedürfnisse herausstellen und zur Selbstdarstellung in der Küche neigen, haben Frauen eine eher altruistische Sichtweise in Bezug auf das Kochen und konzentrieren sich auf Aspekte wie Fürsorge und Geborgenheit.

Frauen scheinen die pragmatischeren Köche zu sein. Viele Frauen halten sich weniger stark an Routinen oder Maßgaben und exakte Anweisungen als die männlichen Teilnehmer. Für sie zählt eher das Endergebnis in Bezug auf Geschmack und Aussehen, während für Männer beim Kochen eher der Prozess und die bestimmte Art und Weise wie das Ergebnis erzielt wird, entscheidend sind. Es zeigt sich, dass Männer deshalb erheblich mehr Zeit für die Zubereitung derselben Mahlzeit benötigen als Frauen - sie achten stärker auf die exakte, fast schon zeremonielle Ausführung jedes einzelnen Schritts - teilweise in einem Maß, das das Kochen wie Meditation erscheinen lässt.

Männer neigen dazu, das Kochen als Möglichkeit zur Selbstdarstellung zu nutzen. Insbesondere wenn für andere gekocht wird, führt dies zu ausgeklügelten und sehr zeitaufwändigen Kochritualen. Im Gegensatz dazu konzentrieren Frauen sich viel eher auf zeitsparendes und effizientes Kochen, und sie erfahren den Moment, wenn die Familie (oder Gäste) ruhig bzw. leise redend am Tisch sitzen als belohnend.

Männer mögen Kochutensilien und Tätigkeiten wie Hacken und Schneiden, Frauen bevorzugen den direkten Kontakt mit den Händen. Obwohl das Klischee der Technikaffinität der Männer nicht vollständig bewiesen werden konnte, gibt es doch geschlechtsspezifische Relevant Sets im Hinblick auf Kochutensilien. Für Männer ist es wichtiger, hochwertige Backöfen aus Stahl, japanische Küchenmesser oder handgemachte Töpfe aus der Schweiz zu verwenden. Ihr bevorzugtes Equipment unterstreicht also entweder ihre wahrgenommene Rolle als 'Hobbykoch' oder ermöglicht es ihnen typisch archaische männliche Aktivitäten zu erleben: das Zerhacken von Knochen, das Schneiden von Fleisch etc.. Frauen jedoch konzentrieren sich nicht nur auf die Kochutensilien, sondern auch auf eine gemütliche und freundliche Atmosphäre. Ältere Teilnehmer schätzen ein klassisches Email-Design, um Gemütlichkeit zu schaffen, während jüngere Frauen tendenziell modernere dekorative Accessoires bevorzugen.

Das sind Ergebnisse eines multimethodalen qualitativen Ansatzes für eine Küchen-Ethnographie. Die Studie in deutschen Küchen wurde durchgeführt von GIM.
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