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Studien


Hausarzt sollte Gesundheitsmanager sein

© Halina Zaremba / pixelio.de 

 © Halina Zaremba / pixelio.de

Die Bevölkerung in Österreich ist mit den Leistungen ihres Gesundheitssystems und der Krankenversicherungsträger unverändert hoch zufrieden. Insgesamt 22 Prozent der Befragten gaben an, mit dem Gesundheitssystem sehr zufrieden zu sein, weitere 63 Prozent zeigten sich „eher zufrieden“. Eher und sehr unzufrieden waren lediglich 15 Prozent. Die höchste Zufriedenheit mit den Leistungen des Gesundheitssystems haben Personen über 70 Jahre und Gesunde.

Der Hausarzt spielt in den Augen der befragten Personen bereits heute eine zentrale Rolle im Gesundheitssystem. 93 Prozent geben an, einen Hausarzt oder Arzt ihres Vertrauens zu haben. Daher haben die Befragten auch klare Vorstellungen, woran es fehlt: 45 Prozent wollen mehr Zeit für Gespräche, 36 Prozent wollen, dass ihr Haus-/Vertrauensarzt mehr Aufgaben im Bereich der Gesamtbetreuung übernimmt, wenn auch andere Ärzte in die Behandlung eingebunden sind.

Es folgen Wünsche im Bereich der Vorsorgeuntersuchung, der Gesundheitschecks und der Gesundheitsförderung sowie der medizinischen Begleitung bei chronischen Erkrankungen. Immerhin knapp jeder vierte Befragte wünscht sich längere Öffnungszeiten und 22 Prozent eine bessere Terminkoordination des behandelnden Arztes.

Gezielt gefragt nach mehr medizinischer Begleitung durch den Haus-/Vertrauensarzt wären 28 Prozent sehr, bzw. 36 Prozent eher dafür und nur 36 Prozent eher bzw. gar nicht dafür. Mit der Zahl der Überweisungen an den Facharzt hat die Bevölkerung offensichtlich kein Problem. Die Antworten, ob der Haus-/Vertrauensarzt mehr oder weniger Behandlungen durchführen sollte, halten sich weitgehend die Waage.

Die Bevölkerung ist – ganz im Gegensatz zur Meinung der Ärztekammer – mehrheitlich der Ansicht, dass es eine ausreichende Zahl an niedergelassenen praktischen Ärzten gibt: 16 Prozent der Befragten antworteten mit „mehr als ausreichend“, 59 Prozent mit „ausreichend“. Nur ein Viertel meint, dass es zu wenige niedergelassene Praktiker gibt. Unterschiede in der Beurteilung gibt es allerdings zwischen städtischen und ländlichen Gebieten: am Land sehen 27 Prozent, in den Städten hingegen nur 19 Prozent einen Mangel an Praktikern.

Etwas anders wird die Lage im Bereich der Fachärzte von der Bevölkerung beurteilt: 52 Prozent haben in ihrer Umgebung eine ausreichende Anzahl von Fachärzten, 48 Prozent orten einen Mangel. Hier sind die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten aber noch viel gravierender als bei den praktischen Ärzten. In städtischen Gebieten finden 63 Prozent die Versorgung mit Fachärzten mehr als ausreichend, in ländlichen Gebieten sind das nur 47 Prozent.

Weitgehend zufrieden zeigt sich die Bevölkerung quer durch alle Gruppen von Befragten mit den Öffnungszeiten ihrer Ärzte: 20 Prozent sind sehr, 61 Prozent eher zufrieden. Probleme mit dem Angebot haben am ehesten junge Berufstätige und Personen mit schlechtem Gesundheitszustand.

Aus der Zufriedenheit lässt sich aber nicht der Schluss ziehen, dass die Bevölkerung mit den Öffnungszeiten der Arztordinationen wunschlos glücklich ist: Die Hälfte der Befragten wollen längere Öffnungszeiten unter der Woche, 32 Prozent sind auch für offene Ordinationen am Samstag und vor allem auch am Abend (48 Prozent). Verständnis scheinen die Österreicher für geschlossene Ordinationen am Sonntag zu haben, nur 8 Prozent sehen hier eine Notwendigkeit.

Während die Standesvertretung der Ärzte lange Wartezeiten mit zu wenigen Arztpraxen begründet, sieht die Bevölkerung dies aufgrund eigener Erfahrungen etwas anders. Denn 38 Prozent meinen, dass eine bessere Terminkoordination für kürzere Wartezeiten sorgen könnte. Demgegenüber sehen nur 32 Prozent die Problemlösung in einer größeren Anzahl von Ärzten. Die restlichen Befragten halten eine Kombination aus beiden Ansätzen für die sinnvollste Variante.

Soweit ein Auszug aus den Ergebnisse der im Auftrag des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger durch GfK Austria im Frühjahr durchgeführten Bevölkerungsstudie, in deren Rahmen 2000 Österreicher und Österreicherinnen Mitte April zum Gesundheitssystem generell und zu einzelnen aktuellen Themen rund um die laufende Gesundheitsreform befragt wurden.
Nähere Informationen zur GfK-Gruppe finden Sie online im p&a Handbuch der Marktforschung. Firmenprofil >>
Quelle: GfK Austria

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