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Studien


Journalisten unter Druck

© A. Reinkober / PIXELIO 

 © A. Reinkober / PIXELIO

Der Spagat zwischen redaktioneller Freiheit und wirtschaftlichem Druck wird für Journalisten in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Slowenien zunehmend schwieriger. Rund 60% arbeiten unter ökonomischem Druck.

Über 60% der Befragten arbeiten in ihrem Beruf unter (teils erheblichem) ökonomischem Druck. In mehr als acht von zehn Fällen hat sich dieser in den letzten Jahren verschärft (84,3%). Am meisten davon betroffen ist der Online-Journalismus („sehr“ bzw. „eher stark unter wirtschaftlichem Druck: 69,1%). Überraschend: Zwischen angestellten Journalisten (61,1%) und freien Mitarbeitern (58,8%) zeigen sich kaum Unterschiede. In Deutschland fühlen sich fast zwei Drittel der im Journalismus Tätigen unter Druck gesetzt (64,1%), während es in Slowenien „nur“ 39,6% sind.

Für den wirtschaftlichen Druck in den Erhebungsländern verantwortlich sind laut Umfrage-Ergebnis vor allem Anzeigenkunden (41,6%), aber auch von interner Stelle werde Druck ausgeübt, vor allem von Herausgeber- (33,1%), Chefredakteurs- (30,6%) bzw. Eigentümerseite (26,7%). Knapp zwei Drittel aller betroffenen Journalisten klagen in diesem Zusammenhang über hohen Zeitdruck bzw. Einbußen bei der Recherchezeit (63,9%) sowie insgesamt hohe Arbeitslast (62,3%). 58,2% sind in den Redaktionen von Personaleinsparungen, 46,0% von Überstunden und 34,7% von Gehalts- bzw. Honorarkürzungen betroffen. Österreichische Journalisten müssen vergleichsweise etwas häufiger personelle Kürzungen in den Redaktionen als die Kollegen in den Nachbarländern in Kauf nehmen (64,9%). Slowenische Journalisten (50,7%) berichten dagegen wesentlich häufiger von Gehalts- bzw. Honorarkürzungen als die Kollegen in den drei anderen Ländern.

28,6% der Betroffenen aus allen Ländern berichten, dass der wirtschaftliche Druck direkt auf ihre journalistische Berichterstattung Einfluss nimmt (Deutschland: 29,8%), und zwar bei 42,5% in starkem bis sehr starkem Ausmaß (Deutschland: 44,4%). Hauptproblem: Journalistische Inhalte werden zunehmend zum Umfeld für Werbekunden (77,9%). So kommt es bei fast jedem zweiten Betroffenen oft vor, dass ein bestimmtes Thema auf jeden Fall gebracht werden muss (47,2%), bei 86,7% passiert dies zumindest gelegentlich.

Und trotz all dieser negativen Entwicklungen für die Profession des Journalisten scheint es sich um einen „Traumberuf“ zu handeln: Drei Viertel aller Befragten würden sich, neuerlich vor die Wahl gestellt, wieder bewusst für den Beruf des Journalisten entscheiden (76,3%), mehr als jeder Dritte sogar auf jeden Fall (36,2%).

Marketagent.com, ein Full-Service Online Markt- und Meinungsforschungsinstitute im deutschsprachigen Raum, führt regelmäßig Stimmungserhebungen unter Journalisten durch. Für den fünften Journalistenbarometer wurden über 2.200 Journalisten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Slowenien per Online-Interview befragt.
Quelle: Market Agent

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