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Studien


Jugend 2010 - "Generation Biedermeier"

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© S. Hofschlaeger / PIXELIO 

 © S. Hofschlaeger / PIXELIO

Die Jugend 2010 gibt ein verblüffendes Bild ab. Sie präsentiert sich sehr erwachsen, kontrolliert und vernünftig. Zielstrebig will sie ihren eigenen Weg finden. Dabei stehen Bildung, Karriere und ein hoffentlich gutes Einkommen hoch im Kurs.
 
Eine große Anpassungs-Bereitschaft, persönliche Beweglichkeit und Pflichtbewusstsein werden ebenso als Garanten eines erfolgreichen bzw. abgesicherten Lebens angesehen, wie ein breites Kompetenz-Spektrum. Die Lebensentwürfe der jungen Menschen sind von klaren und vor allem erreichbaren Zielen bestimmt. Dabei scheint in diesen Entwürfen immer eine Biedermeierwelt durch, in der das zentrale Lebensziel darin besteht, ein kleines Haus mit Garten oder eine Eigentumswohnung zu besitzen. Bewohnt mit der eigenen Familien, den (beiden) Kindern und dem Hund. Das Lied von Peter Fox über das „Haus am See“ ist daher eine Hymne an ein beschauliches Leben, in dem man endgültig angekommen ist, sich niedergelassen und sich im Kreise der Familie wohlfühlt. Zuhause will man sich gemütlich einrichten und Geborgenheit erfahren – möglichst mit einem verlässlichen und treuen Partner, an den man sich fest bindet.
 
Das lange Zeit sichere und berechenbare Versorgungs-Paradies Deutschland hat furchterregende Risse bekommen. Das Lebensgefühl der Jugendlichen ist daher stark von Zerrissenheitserfahrungen und Krisen geprägt – sowohl im gesellschaftlichen wie im familiären Rahmen. Jeder Jugendliche hat entweder in seiner eigenen Familie oder in seinem Umfeld Trennungen oder Scheidungen erlebt. Viele leben in Patchworkfamilien oder mit der alleinerziehenden Mutter. Aber auch in den noch „intakten“ Familien wird häufig die mangelnde Präsenz oder Verlässlichkeit der Väter beklagt. Eine sichere und tragfähige Basis finden die Jugendlichen aber auch nicht in der Gesellschaft, die durch immer neue Krisen erschüttert wird und die weder klare Leitlinien noch eine glaubwürdige Zukunftsperspektive bietet. Hartz IV ist daher für die Jugendlichen zum Sinnbild eines persönlichen Einbruchs- und Loser-Schicksals geworden, das jedem jederzeit drohen kann.


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