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Studien


Komprimiertes Lesen

Studie erläutert Lesefreude 1973 und heute 

 Studie erläutert Lesefreude 1973 und heute

In Österreich haben nur noch 53% der Bevölkerung Freude am Lesen. Vor knapp vier Jahrzehnten (1973) waren es 64%, die gern zu einem Buch, einer Zeitschrift oder Zeitung griffen. Besonders deutlich zurückgegangen (von 36% auf 25%) ist laut Marktforschungsstudie in dieser Zeit die Zahl jener Personen, die nach eigenen Angaben eine ganz außergewöhnliche Freude am Lesen haben.
 
Die Unlust am Lesen ist dabei von 1973 bis 1998 annähernd konstant geblieben ist. Nach 2000 schnellte diese von 12 auf 20% nach oben: Das Internet war nicht mehr aufzuhalten. 1999 war das WWW nur für 21% der Österreicher eine wichtige Informationsquelle für Politik, Wirtschaft, Warenangebote u.ä., jetzt vertreten bereits 48% einen solchen Standpunkt. Radikal gesunken (von 46% auf 24%) ist seit Beginn des Jahrhunderts vor allem die Zahl der Österreicher, für die das Internet gar keine Rolle spielt.
 
Dem Internet wird nachgesagt, dass es nicht nur die Lust, sondern auch die Fähigkeit des Lesens geschmälert habe und das Analphabetentum wieder zunehme. Die Studie zeigt nun aber, dass die sinkende Lesefreude vor allem mit der generell geringer gewordenen Zeitkapazität für die Aufnahme geschriebener Texte zusammenhängt. Keinesfalls handelt es sich bei den Internetnutzern um Lesemuffel und erpichte Gegner von Büchern, Zeitschriften und Zeitungen. Im Gegenteil: Intensivnutzer des Internet haben, wie die nachstehende Kreuzzählung belegt, im Vergleich zu den Internet-Abstinenten eine sogar überdurchschnittlich starke Neigung zum Lesen von Printmedien und umgekehrt.
 
Die Informationsaufnahme über das Internet erfolgt allerdings selektiver als in Zeitschriften und Zeitungen. Im Klartext: Internet-Aktivisten informieren sich dann über bestimmte (insbesondere politische) Vorgänge und Ereignisse, wenn sie für den Nachrichteninhalt ein besonderes Interesse mitbringen. Das unermesslich große Informationsangebot des Internet, aber auch das breiter gewordene Wissensspektrum in einer mehr und mehr miteinander verwobenen Welt führen zwangsläufig zu einem ökonomischeren Umgang mit der Lesezeit. Damit verdichtet sich zugleich der Wunsch nach knappen, zeitsparenden Mitteilungen. Es ist die unbewusste Suche nach einfachen, griffigen Formeln für das politische oder wirtschaftliche Geschehen.
 
Für die IMAS-Trendbeobachtung wurden 1.040 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, befragt.
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