ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Studien


Nur ein Herrenwitz, oder?

Wer ist von Sexismus betroffen? (Quelle: Sinus) 

 Wer ist von Sexismus betroffen? (Quelle: Sinus)

Zwar haben 71 Prozent der Bevölkerung die Sexismus-Debatte mitbekommen, ausführlich verfolgt haben diese aber nur 15 Prozent. Weniger als der Hälfte der Befragten ist klar, was der Begriff Sexismus überhaupt bedeutet. Selbst von denen, die Abitur haben, wissen es nur 57 Prozent.

Am besten kennen sich die Sympathisanten der Grünen mit Sexismus aus. Sie interessieren  sich im Vergleich der Parteianhängerschaften auch am stärksten für das Thema und halten die Debatte am seltensten für übertrieben. Ganz anders die FDP-Anhänger, die am häufigsten meinen, Sexismus sei kein großes Problem, und die auch am häufigsten sagen, die öffentliche Debatte sei übertrieben (54 Prozent). Gleichzeitig wissen sie aber nach eigenem Bekunden überdurchschnittlich gut, was Sexismus bedeutet. Die Anhänger der Piraten halten sich weitgehend aus der Sache heraus. Die Zahl derer, die nicht Bescheid wissen, sich nicht interessieren und kein Problem sehen, ist jeweils überdurchschnittlich groß.

Trotz des eher mäßigen Interesses am Thema sagen 19 Prozent der Befragten von sich, dass sie schon einmal von Sexismus betroffen waren – erwartungsgemäß mehr Frauen (30 Prozent) als Männer (8 Prozent) und eher Jüngere als Ältere (unter 30: 23 Prozent; 50plus: 17 Prozent). Bemerkenswert ist, dass es fast doppelt so viele Betroffene mit Abitur gibt (27 Prozent) als mit Volks-/Hauptschulabschluss (14 Prozent). Offenbar steigt die Sensibilität für sexistische Übergriffe mit dem formalen Bildungsgrad an.

Dabei ist die von den Befragten berichtete Betroffenheit von Sexismus in den verschiedenen Bevölkerungsmilieus nicht gleich verteilt. Der Wert variiert von 12 Prozent im Sicherheit und Ordnung liebenden Milieu der Traditionellen bis zu 37 Prozent im gesellschaftskritischen, politisch korrekten Sozialökologischen Milieu (in dem auch der Anteil der Grünen-Anhänger besonders groß ist). Hier gibt es nicht nur überdurchschnittlich viele Opfer von Sexismus, sondern auch ein vehementes Einfordern von Konsequenzen. Dieses Milieu möchte, dass das Thema ernstgenommen wird und durch kontinuierliche Diskurse Handlungsrichtlinien etabliert werden, an die sich alle halten sollen.

Im bürgerlichen Mainstream der Gesellschaft ist dagegen das Interesse am Thema Sexismus eher gering (nur 10 Prozent zeigen größeres Interesse), und auch die Betroffenheit liegt deutlich unter dem Durchschnitt (13 Prozent). Bemerkenswert ist, dass sich vor allem das junge, urban geprägte und freiheitsliebende Milieu der Expeditiven für das Thema Sexismus im Milieuvergleich am stärksten interessiert; sie kennen sich hier auch nach eigenem Bekunden am besten aus und vertreten aktiv im Bekanntenkreis ihre Meinung dazu – die aktuelle Debatte halten sie allerdings für übertrieben (im Unterschied zum sozial-ökologischen Milieu).

Das SINUS-Institut hat hierzu insgesamt 1.056 Personen in Online-Interviews befragen lassen. Die Befragung wurde zwischen dem 6. und 10. Februar 2013 durch das Feldinstitut respondi durchgeführt und ist repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung von 18 bis 69 Jahren.
Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email