ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Studien


Pferdefleisch: Verbraucher fühlen sich wissentlich getäuscht

Der Pferdefleischskandal und der deutsche Verbraucher (Quelle: Ketchum Pleon) 

 Der Pferdefleischskandal und der deutsche Verbraucher (Quelle: Ketchum Pleon)

Der aktuelle Pferdefleischskandal führt dazu, dass die deutschen Verbraucher weiter an Vertrauen in Hersteller und Marken der Lebensmittelbranche verlieren. Außerdem fühlen sich laut Studie 60 Prozent der Befragten von der Lebensmittelbranche wissentlich getäuscht. Im aktuellen Fall zeichnet sich zudem im Vergleich zum Dioxin-Skandal Resignation gegenüber der Wirksamkeit von politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Konsequenzen ab. Forderten etwa beim Dioxin-Skandal 2011 noch 91 Prozent der Bürger stärkere Kontrollen der Regierung, wird dies im aktuellen Fall nur noch von 60 Prozent verlangt.

Zwei weitere Unterschiede fallen auf: Dass sich die Wirtschaft stärkere Selbstkontrollen auferlegen muss, forderten nach dem Dioxinskandal noch 76 Prozent der Befragten. In der Befragung vom Wochenende sind es lediglich 45 Prozent. Und auch bei der Rolle und Verantwortung des Verbrauchers überraschen in diesem Fall die Zahlen: Forderten 2011 nach dem Dioxin-Skandal noch 62 Prozent, Verbraucher müssten bereit sein, mehr für hochwertige Lebensmittel zu bezahlen, so sind es aktuell nur noch 36 Prozent.

Ob der Skandal tatsächlich den Fleischkonsum der Deutschen beeinflusst, werden erst in einigen Wochen die Zahlen des Handels zeigen. Laut aktueller Umfrage aber verzichten derzeit 36 Prozent der Befragten auf Fertiggerichte aus Rindfleisch. Darüber hinaus geben 24 Prozent der Befragten an, aufgrund der aktuellen Vorfälle langfristig ihr Verbraucherverhalten ändern zu wollen.

Gefragt nach Hauptkriterium für die Entscheidung beim Kauf von Fleisch und Fleischprodukten, zeigt sich folgendes Bild: Für 42 Prozent der Befragten sei die regionale Herkunft ausschlaggebend für eine Kaufentscheidung. Mit weitem Abstand folgen Qualitäts- und Gütesiegel auf der Verpackung (19 Prozent), die ausgewiesene biologische und artgerechte Haltung der Tiere (18 Prozent) und der günstige Preis (14 Prozent). Eine bekannte Herstellermarke ist nur für 7 Prozent ausschlaggebend. Die untergeordnete Rolle von Preis und Marke zieht sich dabei vollständig über alle Altersgruppen und Einkommensverhältnisse hinweg.


Die deutschen Verbraucher lehnen indes Pferde als Fleischlieferant nicht grundsätzlich ab. Eine klare Kennzeichnung vorausgesetzt, würden 42 Prozent der Befragten auch Pferdefleisch kaufen (Ablehnung 45 Prozent, Unentschlossen 13 Prozent).  

Im Auftrag von Ketchum Pleon wurden vom 15. bis 18. Februar 1.021 Konsumenten befragt. Die Daten wurden mittels Online-Befragung vom Marktforschungsinstitut YouGov erhoben.
Nähere Informationen zu YouGov finden Sie online im p&a Handbuch der Marktforschung. Firmenprofil >>

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email