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Studien


So tickt Deutschlands Wirtschaftselite

Das Institut für Demokratieforschung der Georg-August-Universität Göttingen befragt Manager zu den drängenden Fragen der Gesellschaft und Politik. Die Studie bezeichnet die Unternehmer als „Sprachlose Elite?“.

Prof.  Dr.  Franz Walter und Dr. Stine Marg 

 Prof. Dr. Franz Walter und Dr. Stine Marg

Wie tickt Deutschlands Wirtschaftselite? Diese Frage stand im Mittelpunkt der zweiten Gesellschaftsstudie, die Prof. Franz Walter und Dr. Stine Marg vom Göttinger Institut für Demokratieforschung jetzt vorstellten. Sie befragten 160 Gesellschafter, Vorstände, Geschäftsführer und Unternehmer zu deren Werten, Selbstwahrnehmung und Blick auf Gesellschaft und Politik sowie zur persönlichen Biografie.

Über Weltbild und Selbstverständnis von Spitzenmanagern, die als Verantwortliche für tausende Arbeitsplätze und Milliardenumsätze eine zentrale gesellschaftliche Bedeutung haben, sei bisher wenig bekannt, hieß es. Einige Erkenntnisse der Göttinger: Die Unternehmer in Deutschland nehmen Sozialdemokraten und Gewerkschaften nicht mehr als bedrohliche Feinde wahr.

Im Gegenteil: Der letzte SPD-Kanzler Gerhard Schröder und seine Agenda 2010 gelten vielmehr als Vorbilder außergewöhnlichen politischen Muts. Obwohl sich über die Hälfte als CDU-Wähler outeten, war ein vorherrschendes Gefühl politisch keine Heimat mehr in der Bundesrepublik zu besitzen. Zahlreiche Unternehmer bedauerten, dass die Liberalen nicht mehr im Bundestag vertreten sind. Mit Argwohn verfolgen viele den "sozialdemokratischen" Kurs der CDU/CSU in der Großen Koalition.

Laut den Studienmachern „an Schärfe kaum zu überbieten“ ist die Klage über die Medien. Viele Unternehmer berichten über "skandalisierende" und "pauschalisierende" Berichterstattung und sprechen von "Hetzjagden" in den Medien.
Beträchtliches Unbehagen äußern auch Viele am Prozess der Willensbildung. Vieles dauert ihnen zu lange, ist zu sehr auf schlechte Kompromisse ausgerichtet, zu wenig am (vermeintlichen) Optimum "sachrationaler" Erfordernisse bemessen.

Männliche wie weibliche Führungskräfte äußern sich ablehnend zu Geschlechterquoten. Ebenfalls auf wenig Sympathie stößt bei ihnen die Rentenpolitik des Kabinetts Merkel und Gabriel. Hingegen löst der Mindestlohn bei den Chefs großer Unternehmen keine Emotion negativer Art aus, während in kleineren Familienunternehmen dieses Projekt auf sehr viel weniger Gegenliebe stößt.

Die oft unterstellte Internationalität der Unternehmer ist keineswegs so stark ausgeprägt, wie in vielen Selbstdarstellungen propagiert, heißt es. Bei den meisten befragten derzeitigen Unternehmenslenkern kommt das Institut zu dem Schluss: „Nicht internationale Mobilität, sondern betriebliche Verwurzelungen, Treue und Loyalität begünstigen weiterhin ganz überwiegend die Karriere.“
Zusammenfassung: Sprachlose Elite?  Zusammenfassung: Sprachlose Elite?

Im Rahmen der Studie führte ein neunköpfiges Forscherteam zwischen September 2013 und August 2014 160 teilstrukturierte Einzelinterviews und drei moderierte Fokusgruppen mit Managern Durch. Darunter waren Konzernlenker, Geschäftsführer von Familienunternehmen oder mittelständischen Betrieben. Für die Analyse der Interviews und Fokusgruppen wurden zusätzlich Experteninterviews mit Wirtschaftspolitikern oder Verbandsvertretern, Forschungsliteratur und Reportagen herangezogen.

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