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Studien


Sorge um Zuwanderung steigt

Quelle: GfK-Verein 

 Quelle: GfK-Verein

Erstmals seit 22 Jahren steht nicht mehr Arbeitslosigkeit an erster Stelle im Sorgenranking der Deutschen, vielmehr ist Zuwanderung nun für über ein Drittel der Deutschen die dringendste Aufgabe. Das zeigt die Studie „Challenges of Nations 2015“ des GfK Vereins.

Mit einem Anstieg von 13 Prozent auf 35 Prozent hat sich die Besorgnis in Deutschland binnen Jahresfrist fast verdreifacht. Ursache dafür dürfte die steigende Anzahl Asylsuchender in Deutschland sein: 2012 wurden noch rund 78.000 verzeichnet, 2014 waren es 203.000. Ein weiterer wichtiger Faktor sind wohl die Berichte über die vielen Todesfälle auf der Fahrt über das Mittelmeer. Da auch der Anteil derjenigen, die eine Bekämpfung der Ausländerfeindlichkeit und eine bessere Integration fordern, seit 2014 stark gewachsen ist und mittlerweile zehn Prozent ausmacht. Hingegen ist die Anzahl der Antworten, in denen explizit eine Ab- bzw. Ausweisung von Asylbewerbern gefordert wird, seit Jahren rückläufig: 1992 betrug sie noch 17 Prozent, heute sind es nur noch neun Prozent. Mit der großen Sorge über Zuwanderung stehen die Deutschen im internationalen Vergleich nicht alleine da: Den Spitzenplatz nimmt das Thema auch in der Schweiz (29 Prozent) und in Schweden (25 Prozent) ein. Und auch die Nachbarn in Österreich nennen die Zuwanderung als dringend zu lösende Aufgabe (26 Prozent).

Mit fünf Prozent war die Arbeitslosenquote in Deutschland laut OECD 2014 im langfristigen Vergleich über 25 Jahre auf einem Tiefstand. Arbeitslosigkeit ist dementsprechend im Sorgenranking mit 22 Prozent auf Rang zwei gerutscht - das sind elf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Auch wenn Arbeitslosigkeit sowohl in den neuen als auch in den alten Bundesländern auf dem zweiten Platz liegt, bleibt die Besorgnis im Osten mit 27 Prozent weiterhin höher als im Westen mit 21 Prozent.

Auch die wirtschaftliche Stabilität bereitet den Deutschen in diesem Jahr mehr Sorgen: 2014 lag das Thema noch mit 10 Prozent auf Rang 12, aktuell ist es mit 15 Prozent auf den fünften Platz gestiegen. Die wachsende Beunruhigung ist eng mit der Situation in Griechenland verknüpft, die sieben Prozent der Befragten explizit nennen. Die Unsicherheit über die Folgen eines Ausstiegs Griechenlands ist trotz positiver Prognosen die wichtigste Ursache. Armut ist mit 15 Prozent für gleich viele Menschen ein dringend zu lösendes Problem. Der langsame, aber stetige Anstieg der Besorgnis über dieses Thema setzt sich damit fort. Deutlich besorgter zeigen sich die Deutschen derzeit auch beim Thema Friedenssicherung: Hier hat sich der Anteil derer, die dies als dringend im Land zu lösende Aufgabe sehen, mehr als verdoppelt (2014: 5 Prozent; 2015: 11 Prozent) und erreicht erstmals seit 15 Jahren wieder die Top 10. Angesichts der Ukraine-Krise und der Politik Russlands ist die erhöhte Besorgnis der Bürger nachvollziehbar.

Top-Thema international ist die Preis-/Kaufkraftentwicklung mit 32 Prozent. Vor allem die Inder (56 Prozent) und Iraner (52 Prozent), aber auch die Russen (37 Prozent) und die Indonesier (33 Prozent) betrachten die Preisentwicklung mit großer Sorge. Der langjährige Spitzenreiter Arbeitslosigkeit erreicht mit 27 Prozent auch über die Länder hinweg nur noch den zweiten Platz. Weiterhin die größte Sorge bleibt Arbeitslosigkeit in Ländern wie Spanien (74 Prozent) und Frankreich (64 Prozent) sowie in Italien (55 Prozent), Polen (51 Prozent) und auch in der Türkei (30 Prozent). Ebenfalls zu den Top-3-Sorgen zählt Korruption. Sie wird von einem Fünftel aller Befragten weltweit genannt. Am häufigsten äußern Inder (36 Prozent), Spanier (34 Prozent) und Indonesier (31 Prozent) ihre Besorgnis darüber.

In den 22 Ländern, in denen nach den am dringendsten zu lösenden Aufgaben gefragt wurden, geben die Befragten im Schnitt 2,2 Probleme an. Die meisten Sorgen werden in Nigeria genannt (3,6) gefolgt vom Iran (2,9) und Deutschland (2,7). Am Ende der Sorgenliste stehen die Türkei und Japan mit je 1,1 Antworten und als sorgenfreiestes Land Schweden. Diese Rolle Schwedens hat schon Tradition. Die Anzahl der Antworten ist dort binnen Jahresfrist sogar von 1,2 auf eine genannte Sorge gesunken.

Diese Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „Challenges of Nations 2015“ und basieren auf 25.454 Interviews, die im Auftrag des GfK Vereins im Frühjahr 2015 in 22 Ländern durchgeführt wurde: Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Nigeria, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Schweden, Spanien, Südafrika, Türkei, die USA sowie erstmals in diesem Jahr auch Indien, Indonesien, Iran, Japan und Südkorea. Grundlage der Untersuchung ist folgende offene Frage, die jedes Jahr unverändert gestellt wird: „Welches sind Ihrer Meinung nach die dringendsten Aufgaben, die heute in [jeweiliges Land] zu lösen sind?“ Die Befragten erhalten keinerlei beschränkende Vorgaben für ihre Antwortmöglichkeiten, Mehrfachnennungen sind möglich.
Nähere Informationen zum GfK-Verein finden Sie online im p&a Handbuch der Marktforschung. Firmenprofil >>

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Quelle: GfK Verein

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