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Studien


Warten auf den E-Book-Hype

© Dieter Schütz / PIXELIO 

 © Dieter Schütz / PIXELIO

Der E-Book-Hype hat Deutschland noch nicht erreicht: Der Anteil von E-Books am gesamten deutschen Buchumsatz im Jahr 2010 lag nur bei einem halben Prozent. Bisher bieten erst 35% der deutschen Verlage E-Books an, viele wollen allerdings in Kürze folgen. Für das aktuelle Jahr planen weitere 18% die Einführung von E-Books und im Jahr 2012 noch mal 7%. Unter den großen Verlagen liegt der Anteil derjenigen, die bereits heute E-Books anbieten, bei 67%.

Der Download-Markt nimmt mittlerweile auch in Deutschland langsam an Fahrt auf: 2010 wurde 5% der Gesamtumsätze mit Medienprodukten über die Download-Variante erzielt. Insgesamt 417 Millionen Euro setzte die Branche mit den Downloads von Musik, Hörbüchern, Software, Games, Videos oder E-Books um, und damit 54% mehr als noch im Jahr zuvor. Auch die Zahl der verkauften Dateien legte um 42% auf 98 Millionen Stück deutlich zu. Auf E-Books entfiel im gesamten Download-Markt allerdings nur ein Umsatzanteil von 5%.

Insgesamt 21 Millionen Euro gaben die Deutschen im letzten Jahr für E-Books (ohne Schul- und Fachbücher) aus und kauften rund zwei Millionen Titel. Die Zahl der Käufer belief sich auf rund 540.000 Personen, wobei der typische E-Book Kunde männlich und im Alter zwischen 30 und 49 Jahren ist. Bei den Genres zeigt sich ein hoher Anteil an Belletristik, die knapp 60% aller bezahlten E-Books ausmacht, während ihr Umsatzanteil unter gedruckten Büchern nur 48% beträgt. Auch Ratgeber erfreuen sich in E-Book Form mit einem Umsatzanteil von 24% im Vergleich zu 15% bei gedruckten Ausgaben höherer Beliebtheit. Kinder- und Jugendbücher sowie Reiseliteratur sind hingegen als E-Book-Variante deutlich weniger gefragt.

E-Books sind in Deutschland mittlerweile sehr bekannt. Im Januar 2011 bekundeten 62% der Deutschen mit einem Alter über zehn Jahren, dass sie bereits von E-Books gehört haben. Dies entspricht rund 39,5 Millionen Personen. Ein Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 49% und im Jahr 2009 sogar nur bei 35%. Allerdings sagen aktuell 54% der Deutschen, dass sie von E-Books zwar gehört haben, sie aber nicht oder nur wenig gut darüber informiert sind. Selbst unter den Käufern der E-Books fühlt sich knapp die Hälfte nicht gut informiert.

Das Potenzial für E-Books steigt derzeit deutlich und dürfte sich mit einer Ausweitung des Angebots an deutschen Titeln noch intensivieren. Sicht der Verbraucher, die bereits von E-Books gehört haben, bieten die elektronischen Varianten eine Reihe von Vorteilen. So halten knapp 60% E-Books für umweltfreundlicher als gedruckte Bücher und 56% denken, dass E-Books günstiger angeboten werden können. Für knapp die Hälfte der Befragten wären sie eine Lösung für Platzprobleme in der eigenen Wohnung und 40% halten sie für modern und die neue Art des Lesens.

Zu einer echten Konkurrenz für gedruckte Bücher werden sich die elektronischen Varianten allerdings in absehbarer Zeit nicht entwickeln. Aktuell bekunden 78% der Deutschen, dass sie Bücher nicht auf einem Bildschirm oder Display lesen wollen. Doch auch hier zeigen sich Potenziale für die elektronischen Varianten: im Jahr 2009 lehnten noch 83% das Bücherlesen am Bildschirm ab.

Basis der Analyse ist GfK Media*Scope, eine kontinuierliche Befragung von 20.000 Konsumenten in Deutschland zu ihren Einkäufen im Medienmarkt (Musik, Games, Kino, Video, Bücher). Die Ergebnisse werden auf die deutsche Gesamtbevölkerung ab einem Alter von zehn Jahren hochgerechnet. Zum Thema E-Book wurden in einer Ad-Hoc Befragung zusätzlich 10.000 Personen jeweils im Januar 2009, 2010 und 2011 interviewt.


Nähere Informationen zur GfK Gruppe finden Sie auch online im p&a Handbuch der Marktforschung.
Quelle: GfK

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