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Studien


Wie steht es um Bürger- und Verbrauchernähe?

Öffentliche Eintrichtungen und Bürgernähe (Quelle: ISMF) 

 Öffentliche Eintrichtungen und Bürgernähe (Quelle: ISMF)

Vor einigen Monaten begannen Demonstrationen wie PEGIDA und LEGIDA Schlagzeilen zu machen. Bürger tun ihren Unmut über öffentliche Verwaltung, politische Vertreter und Medien kund. Vor diesem Hintergrund führte der GfK Verein im Auftrag der Initiative Markt- und Sozialforschung e.V. eine Studie zu erwarteter Bürger- und Verbrauchernähe sowie subjektiv wahrgenommener Bürger- und Verbrauchernähe öffentlicher und privatwirtschaftlicher Einrichtungen durch.

Die von öffentlicher Verwaltung und demokratischen Parlamenten erwartete Bürgernähe sehen Bürgerinnen und Bürger im Osten der Republik deutlich seltener erfüllt als im Westen und das trotz niedrigerer Erwartungen an diese Einrichtungen. Während im Osten 45 Prozent der Bevölkerung Bürgernähe von öffentlichen Einrichtungen generell wichtig ist, empfinden nur 24 Prozent öffentliche Einrichtungen auch als bürgernah – die Erwartungen werden somit nur knapp zur Hälfte erfüllt. Im Westen erwarten hingegen 52 Prozent der Bevölkerung Bürgernahe öffentliche Einrichtungen und 32 Prozent sehen diese auch als erfüllt – ein Erfüllungsgrad von 62 Prozent.

Dabei sinkt die von den Einrichtungen erwartete Bürgernähe mit steigender Distanz. Bundesweit erwartet die Bevölkerung Bürgernähe am stärksten von der kommunalen Verwaltung. 72 Prozent ist die Bürgernähe ihrer Kommunalverwaltung wichtig oder sehr wichtig (Ost: 68 Prozent; West: 74 Prozent), gefolgt von kommunalen Parlamenten mit 58 Prozent (Ost: 54 Prozent; West: 60 Prozent), dem Bundestag mit 45 Prozent (Ost: 39 Prozent; West: 47 Prozent) der Bundesverwaltung (Ost: 29 Prozent; West: 31 Prozent) dem Europaparlament 26 Prozent (Ost: 24 Prozent; West: 26 Prozent) und der Europaverwaltung 22 Prozent (Ost: 19 Prozent; West: 23 Prozent).

Setzt man die erwartete Bürgernähe jedoch zur subjektiven Bürgernähe in Relation zeigt sich: In allen diesen Einrichtungen wird im Osten nicht nur weniger erwartet – die bereits niedrigere Erwartung wird in Relation auch noch seltener erfüllt. Auch hier führen die Kommunen das Feld an. Im Osten wird die kommunale Verwaltung von 29 Prozent als sehr oder ziemlich verbrauchernah wahrgenommen. Setzt man das in Relation zu der erwarteten Bürgernähe von 68 Prozent, dann werden die Erwartungen im Schnitt zu 42 Prozent auch erfüllt, im Westen sind es 59 Prozent, gefolgt von kommunalen Parlamenten  wo die Erwartungen im Osten zu 45 Prozent, im Westen zu 55 Prozent erfüllt werden. Mit großem Abstand folgt die Bundesverwaltung (Ost: 18 Prozent; West: 32 Prozent), das Europaparlament (Ost: 19 Prozent; West: 29 Prozent) und die Europaverwaltung (Ost: 14 Prozent; West: 26 Prozent). Die größte Diskrepanz zwischen Ost und west ist beim Bundestag auszumachen: während im Westen die erwartete Bürgernähe zu 26 Prozent erfüllt wird, ist das im Osten nur zu 11 Prozent der Fall.

Bei Schulen, Hochschulen und Universitäten liegen sowohl die erwartete als auch die subjektiv wahrgenommene Bürgernähe im Osten und im Westen auf dem gleichen Niveau.
Eine Sonderstellung nehmen Kirchen und Religionsgemeinschaften ein, die als einzige der abgefragten öffentlichen Einrichtungen die Erwartungen an Bürgernähe übererfüllen, und das insbesondere im Osten der Republik. Dies ist jedoch ausschließlich auf die wesentlich niedrigere Erwartungshaltung im Osten zurückzuführen. Hier erwarten nur halb so viele eine bürgernahe Kirche wie im Westen (Ost: 22 Prozent; West: 44 Prozent).

Neben den politischen Vertretern wurde während der LEGIDA und PEGIDA Demonstrationen auch die Rolle und Position von Medien angesprochen. Hier gibt es leichte Unterschiede im Erfüllungsgrad der erwarteten Verbrauchernähe zwischen Ost und West. Insgesamt erfüllen die Medien jedoch die an sie gerichtete Erwartungshalten vollständig – und das bei vergleichsweise hohen Erwartungswerten.

Bundesweit betrachtet übererfüllen Radiosender die an sie gerichteten Erwartungen knapp – hier ist jedoch die Diskrepanz im Erfüllungsgrad der Erwartungen zwischen Ost und West unter allen Medien am höchsten. Während die erwartete Verbrauchernähe im Westen häufiger wahrgenommen (52 Prozent) als erwartet (50 Prozent) wird, bleiben die Radiosender im Osten etwas hinter der von ihnen erwarteten Verbrauchernähe zurück. Während 54 Prozent der Bürger im Osten Verbrauchernähe bei Radiosendern wichtig ist, sind nur knapp 48 Prozent der Meinung diese sei auch gegeben. Bei Zeitungen werden die Erwartungen im Osten und Westen gleich stark erfüllt, das jedoch bei höheren Erwartungen im Westen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Zeitschriften. Bei digitalen Medien wie TV-Sendern, Onlinesuchmaschinen und Social Media Kanälen gibt es zwischen Bürgern im Osten und im Westen ebenfalls keinen großen Unterschied hinsichtlich der Erfüllung der Erwartungen. Jedoch erwarten Bürger in Ostdeutschland häufiger Verbrauchernähe von digitalen Medien als Bürger im Westen.

Der GfK Verein hat im Auftrag der Initiative Markt- und Sozialforschung e.V. per CAPI 1009 Personen ab 14 Jahren in Deutschland zwischen dem 20. und 27.02.2015 befragt.


Nähere Informationen zum GfK-Verein finden Sie online im p&a Handbuch der Marktforschung. Firmenprofil >>

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