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Vermischtes


Praxis-Tipps: Moderation von Gruppendiskussionen

In leicht verständlicher Form geben im Rahmen der „10 Praxis-Tipps“ erfahrene Marktforscher ihr Wissen weiter. Es geht dabei nicht um „Bedienungsanleitungen“, denn dafür wäre jede einzelne Aufgabenstellung viel zu komplex, sondern um Tipps und Anregungen aus der Praxis. Diese kompakte Zusammenstellung soll Einsteigern in ein neues Themengebiet eine Hilfestellung sein und Orientierung geben. Hier die Tipps von Dr. Ute Rademacher (Colibri Research) - in dieser Folge komprimiert auf 5 Tipps:

Praxis-Tipps: Moderation von Gruppendiskussionen


1. Be prepared
Gehen Sie gut vorbereitet in die Moderation. Dazu gehört nicht nur, dass Sie mit dem Gesprächsleitfaden sehr gut vertraut sind, sondern auch mit dem Forschungsgegenstand und den Zielgruppen. Idealerweise schauen Sie sich die aktuelle Werbung der Marke und ihre Facebookseite an oder besuchen Sie in einem Geschäft Kunden und Kundinnen vor dem Regal der Produkte Ihres Kunden und seiner Wettbewerber. Dann werden Sie in der Diskussion nicht von unbekannten Beispielen oder Rückfragen überrascht. Das geht immer: Halten Sie sich während des Eintreffens der Gruppenteilnehmer im Empfangsbereich auf und bekommen so ein erstes Gefühl für Ihre Gruppe.

2. Wenn Du Dich beeilen musst, mach’ langsam.

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für das Willkommen und die Vorstellungsrunde, auch wenn der Leitfaden voll ist und der letzte Gruppenteilnehmer mit Verspätung eintrudelt. Führen Sie mit jeder Person am Tisch ein kleines Zwiegespräch und fragen Sie interessiert nach, auch wenn die Themen nicht im Leitfaden stehen. Sie sind wichtig, damit die Teilnehmenden Vertrauen zu Ihnen und zu den Anderen fassen. Wenn Sie zu Anfang nicht den ‚Boden bereiten’ für ein vertrauensvolles, offenes Verhältnis, wird die folgende Diskussion zäh, zeitraubend und im schlimmsten Falle ohne große Erkenntnistiefe. Erklären Sie bei Bedarf Ihren Kunden, dass die Vorstellungsrunde vielleicht wenig wichtig für sie ist, um so mehr für die Gruppe.

3. Formulieren Sie individuelle Frage.
Lesen Sie niemals die Frage aus dem Leitfaden einfach ab. Das wirkt unpersönlich, unsicher und zeigt, dass Sie den roten Faden und Kontakt zur Gruppe verloren haben. Seien Sie so geübt im Formulieren offener Fragen, dass Sie ohne großes Nachdenken jeden Punkt in 2-3 verschiedene Varianten offener Fragen formulieren können. Wechseln Sie Ihre Frageweise, damit Ihre Moderation interessant und abwechslungsreich ist. Passen Sie sich an das Tempo und die Sprache der Gruppe an, um miteinander auf Augenhöhe zu sprechen. Sprechen Sie stillere Teilnehmer ab und an auch einmal direkt, aber feinfühlig mit einer individuellen Frage an. Manche Menschen brauchen diese ‚Anschubhilfe’, um sich in Gruppen zu beteiligen.

4. Nutzen Sie Visualisierungen.
Machen Sie sich während der Gruppe Notizen zu markanten Äußerungen und Beobachtungen, auf die sie im späteren Verlauf zurückgreifen wollen. So geht nichts im Eifer der Moderation verloren. Nutzen Sie das Flip Chart als Unterstützung.  Präsentieren Sie die wichtigsten ‚Spielregeln’ des Gespräches - das erzeugt Verbindlichkeit. Geben Sie einen Überblick über die Themenkomplexe – das schafft Struktur und Orientierung. Bereiten Sie diese Flip Chart Blätter vor – das vermindert Stress und wirkt professioneller. Mit Hilfe von Mind Maps und anderen Visualisierungen können Sie die Äußerungen der Gruppe an wichtigen Punkten festhalten, gruppieren und vertiefen. Aber passen Sie auf, dass Sie nicht ständig am Flip Chart stehen. Das schafft Distanz und erinnert die Teilnehmenden schnell an leidige Schulstunden.

5. Sprechen Sie nicht nur mit Ihrer Stimme.
Der überwiegende Teil menschlicher Kommunikation erfolgt non-verbal. Das können Sie für die Analyse der Beiträge der Gruppe nutzen und auch für Ihre Moderation. Achten Sie darauf, wie schnell oder langsam, hoch oder tief Sie sprechen und nutzen Sie die Qualität Ihrer Stimme als Instrument der Moderation. Sprechen Sie bewusst ruhig, langsam und tief, wenn Sie Ruhe in eine aufgeregte Runde bringen möchten. Seien Sie aber auch mal witzelnd, verspielt, ironisch, fragend oder skeptisch an der richtigen Stelle. Entziehen Sie schwierigen Teilnehmern Ihre Aufmerksamkeit und suchen Sie bewusst Blickkontakt zu anderen Personen. Sitzen Sie nicht wie angenagelt auf Ihrem Stuhl, sondern moderieren Sie auch mal aus dem Stehen oder vom anderen Ende des Tisches. Das sorgt oft für eine neue Perspektive und andere Dynamik unter den Teilnehmenden.

Diese fünf Punkte sind Bestandteil der 10-Praxis-Tipps-Serie, die regelmäßig von planung & analyse veröffentlicht wird. Die Serie wird herausgegeben von Dr. Gwen Kaufmann (
planung & analyse) und Uwe Matzner (research tools).

Hier geht's zu den bisher erschienenen 10-Praxis-Tipps

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