ANZEIGE
Folgen Sie uns:
planung & analyse GmbH auf facebook.de planung & analyse auf twitter.de planung & analyse GmbH auf google+ planung & analyse GmbH auf xing

Branche


Comscore droht Auslistung

Der US-Reichweitenanbieter Comscore ist in Schwierigkeiten. Nachdem das börsennotierte Unternehmen monatelang keine Ergebnisse veröffentlicht hat, droht die NASDAQ, die Aktie auszusetzen. WPP kauft weiterhin Aktien zu.

Gian Fulgoni, CEO von Comscore 

 Gian Fulgoni, CEO von Comscore

Die amerikanische Marktforschungsfirma Comscore, die regelmäßig Berichte zur Internetnutzung von Medien veröffentlicht, will an der Nasdaq eine Anhörung beantragen. Nachdem Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden und das Unternehmen weder den Jahresbericht noch die Geschäftsberichte für das erste und zweite Quartal vorgelegt hat, droht die amerikanische Börse Nasdaq mit einer Aussetzung der Aktie zum 12. September.

Comscore sagt, es habe einen Plan und gibt sich zuversichtlich, dass der Handel fortgeführt werden könne. Bereits im Mai hatte eine Untersuchung der Vorgänge von Seiten der Börse stattgefunden. Es wurde von Unregelmäßigkeiten berichtet. Die Geschäftsberichte wurden dennoch nicht vorgelegt.

Währenddessen nutzt Martin Sorrell Chef von WPP, die Gunst der niedrigen Aktienkurse, um zuzukaufen. Allein im August hat WPP 540.000 Aktien für rund 14,4 Millionen USD erstanden. Der Medienkonzern hält mittlerweile 19,5 Prozent von Comscore. WPP hatte sich an dem Unternehmen Anfang 2015 mit 15 Prozent beteiligt. Für diesen Anteil wurden laut der Fachzeitschrift "Advertising Age" 300 Millionen US-Dollar bezahlt.

Comscore war auch der Grund für einen Gewinneinbruch, den WPP in seinen Halbjahreszahlen berichten musste. Der Gewinn lag bei 425 Millionen Pfund. Das waren 40 Prozent weniger als im Vorjahr. Grund für diesen Einbruch waren außergewöhnliche Abschreibungen in Höhe von 122 Millionen Pfund auf die Beteiligung beim Marktforscher Comscore.

Im Jahr 2015 hatte Comscore den Konkurrenten Rentrak für 732 Millionen USD übernommen. Rentrak ist Spezialist für TV-Messung. Die Akquisition wurde im Februar diesen Jahres abgeschlossen. In Kombination wollte Comscore eine Reichweitenmessung für alle Kanäle erzielen. Nielsen fühlte sich durch diese Allianz herausgefordert. President Megan Clarken, zuständig für die Produkte, sagte gegenüber mrweb.com, Nielsen sei der einzige Anbieter, der die Reichweite über alle Kanäle hinweg messen und sichere Daten für die Werbespendings liefern könne.

Im Februar 2016 wurden zuletzt Zahlen vorgelegt. Im vierten Quartal habe der Gewinn bei 4,4 Millionen USD gelegen, erklärte Comscore CEO Serge Matta. Anfang August wurde Matta als CEO abgelöst von Gian Fulgoni, der das Unternehmen ursprünglich gegründet hatte und zuletzt im Board tätig war. (hed)

Facebook Twitter Google LinkedIn Xing RSS Email